24 Stunden, 24 Unternehmen: ASB

„Wir sind für die Menschen da“

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Lauf — Nachts um 2 Uhr, Tiefschlafphase. Gerd Vestners Telefon klingelt. Es ist die Leitstelle, die Zentrale: Einer der Hausnotruf-Kunden hat ein Problem. Jetzt muss es schnell gehen. Anziehen, Schuhe an, losfahren, nach dem Kunden sehen, die Situation einschätzen und entscheiden, wie es weitergeht. War der Kunde nur beunruhigt und es geht ihm gut? Reicht ein Arztbesuch am nächsten Tag? Oder ist der Gesundheitszustand kritisch? Mit seinen 67 Jahren hat Vestner noch lange nicht genug, anderen zu helfen, und betreut den Kunden selbst um diese unchristliche Zeit liebevoll und aufmerksam. Von den sechs Mitarbeitern des Hautnotrufs des Arbeiter-Samariter-Bundes Nürnberger Land (ASB) teilen sich zwei weitere Kollegen mit Vestner die Nachtschichten. Insgesamt betreut das Team 300 Senioren und hat 45 bis 60 Einsätze pro Monat.

Auch nachts um 2 Uhr steht ASB-Mitarbeiter Gerd Vestner den Kunden des Hausnotrufs zur Seite und besucht sie bei Bedarf zu Hause. In kritischen Situationen ruft er die medizinisch geschulten Kollegen vom Rettungsdienst zur Hilfe, die dann übernehmen. | Foto: ASB; Stefanie Camin2018/09/Arbeitsdatei-web-Bilder-24-Stunden.jpg

Wer Vestner erlebt und seinen Chef, Geschäftsführer Tino Städtler, von seinem Sozialverband schwärmen gehört hat, wünscht sich sofort, im Falle des Falles vom ASB betreut zu werden. Städtler hat den Anspruch, den ASB als „Innovationsorganisation“ zu etablieren: Die Kinder in den 22 ASB-Kindereinrichtungen von der Krippe über den Kindergarten bis zum Hort erhalten Life Kinetik, ein Gehirn- und Bewegungstraining, sowie weitgehende Entscheidungsfreiheiten in ihrem „kleinen“ Alltag. Die Mitarbeiter auf allen Ebenen bestimmen mit, soweit möglich. „Wir denken offen“, fasst Städtler die vielen, meist schon umgesetzten, Ideen zusammen.
Das innovative Angebot des ASB ist breit: Es umfasst diverse Fahrdienste, Rettungsdienst bei Notfällen und den erwähnten Hausnotruf. Dieser ist eine Art Zuhause 4.0, der den überwiegend älteren Kunden die Freiheit bietet, weiterhin selbstständig wohnen und leben zu können, und doch auf Knopfdruck rund um die Uhr Hilfe zu erhalten. Auch den Angehörigen der Senioren gibt diese Variante die Sicherheit, dass ihre Verwandten jederzeit versorgt werden. Der ASB-Hausnotruf kostet 34 Euro im Monat, ab dem Pflegegrad 1 ist oft schon ein Zuschuss durch die Pflegekasse möglich.

Gerd Vestner, 67, Kundenbetreuer
„Ich teile mir mit zwei Kollegen den Hausnotrufdienst. Jeder von uns hat jeweils eine Woche lang Dienst. Wann auch immer es piept, fahre ich los und sehe nach dem Kunden. Wenn der Akku des Hausnotrufgerätes leer wird, erhält die Leitstelle eine Information, gibt mir Bescheid und dann tausche ich diesen aus. Ich bin stolz, beim ASB zu arbeiten, weil wir ein moderner Verband sind.“
Mario Stübinger, 23, Rettungsassistent
„Seit sieben Monaten bin ich als Rettungsassistent beim ASB. Wenn die Schicht losgeht, checken wir immer den Einsatzwagen. Öl, Licht, Geräte und so weiter. Mein Antrieb: Ich helfe gerne Menschen. Und ich genieße den Zusammenhalt. Hier wird die Arbeit wertgeschätzt und man bekommt ein ‚Danke‘.“
Philipp Elsasser, 30, AbtL Fahrdienst
„Ich bin seit sechs Jahren beim ASB und auch für die Flotte von 100 Fahrzeugen verantwortlich. Dazu gehören die Fahrzeuge für den Rettungsdienst, Patientenfahrdienst und für den Linienverkehr, mit dem wir Schüler und Behinderte fahren. Mir gefällt am ASB, dass er eine dynamische Sozialorganisation ist, in der man schnell selbst Verantwortung übernehmen kann.“

Das Hausnotrufgerät steht – ähnlich wie ein Telefon – dauerhaft beim Kunden und hat für gewöhnlich drei Tasten. Eine für Alarm; ob es dem Kunden gesundheitlich schlecht geht oder ob er einen Einbruch befürchtet. Eine Tagestaste, die der Kunde einmal täglich drückt und so der Leitstelle signalisiert: Alles ist okay. Und eine Abwesenheitstaste, die der Kunde aktiviert, wenn er beispielsweise in Urlaub fährt oder ins Krankenhaus geht. Zusätzlich trägt der Kunde den Sender am Arm oder als Halskette, um im Notfall per Knopfdruck mit der Leitstelle verbunden zu werden. Während der Mitarbeiter der Zentrale den Hilfsbedürftigen beruhigt, erfährt der diensthabende ASB-Kundenbetreuer parallel, wo sein nächster Einsatz ist, und fährt los. Wenn Vestner merkt, dass der Kunde medizinische Versorgung braucht, übernimmt das Team um Rettungsdienstleiterin Jessica Lobinger. Für den Kundenbetreuer bedeutet das: Feierabend. Gegen 3 Uhr morgens kann Vestner wieder zurück in sein Bett. Bis zum nächsten Anruf.

FAKTEN UND KONTAKT
Gründung: 1911
Firmengelände: 25 Standorte
Kapazität:
8000 Mitglieder
1200 betreute Kinder
22 Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit
Mitarbeiter: 361

Arbeiter-Samariter-Bund Nürnberger Land e.V.
Südring 3
91207 Lauf
09123/9787-0
www.asblauf.de

N-Land Stefanie Camin
Stefanie Camin