24 Stunden, 24 Unternehmen: Städtische Werke

Energie und Wasser im Fluss

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Lauf — 21 Uhr, eine klassische Feierabendszene: Manfred Kalb sitzt zuhause auf dem Sofa und liest Zeitung, als ihn seine Kollegin Birgit Jagenteufl vom Kundenzentrum der Städtischen Werke Lauf (StWL) anruft: Wasserrohrbruch in Lauf. Jacke an, rein ins Auto und den Schaden vor Ort ansehen. Der Gas- und Wassermeister ruft, falls notwendig, weitere Kollegen zur Reparatur dazu. In besonderen Fällen kann eine Notversorgungsleitung – eine Art provisorische Rohrumleitung – erstellt werden, so dass die Anwohner auch nachts aus dem Wasserhahn trinken oder duschen können. Die StWL sind eben rund um die Uhr für ihre Kunden da. Am nächsten Tag wird das beschädigte Rohr ausgetauscht, die Notversorgungsleitung abgebaut und es heißt: Wasser marsch aus der reparierten Leitung! Einmal im Monat haben Kalb beziehungsweise einer seiner Kollegen abwechselnd Bereitschaftsdienst für eine Woche, damit die Kunden an 365 Tagen im Jahr schnelle und kompetente Hilfe bei Störungen erhalten. Die Kollegialität ist groß: Selbst die Monteure, die keine Bereitschaft haben, kommen bei größeren Einsätzen dazu.

Ein Blick auf die Netzleitwarte zeigt Geschäftsführer Jürgen Ferfers (links) und Wolfgang Britting, dass der Strom im betreuten Gebiet reibungslos fließt. Bild rechts: Beim nächtlichen Einsatz sieht ein Monteur am Schaltschrank nach dem Rechten. | Foto: Stefanie Camin, Städtische Werke Lauf2018/10/Doppelbild_Stadtwerke.jpg

Etwas leichter hat es da Wolfgang Britting in der Strombereitschaft. Dank des elektronischen Überwachungssystems sieht der Administrator der Netzleitwarte innerhalb von Millisekunden auf den diversen Bildschirmen in der Zentrale in der Laufer Sichartstraße, wenn es eine Störung im Stromfluss gibt. Was für den Laien aussieht wie ein hungriger Pac-Man aus einem früheren Videospiel im virtuellen Labyrinth, zeigt dem gelernten Elektrotechniker und seinen Kollegen übersichtlich den aktuellen Zustand des gesamten betreuten Stromnetzes an. „Bevor der Kunde etwas mitbekommt, sehen wir das“, erklärt Britting stolz. Selbstverständlich steht auch die Stromabteilung ihren Kunden 24 Stunden pro Tag zur Verfügung. Betroffene Bürger können jederzeit einen Stromausfall telefonisch beim Kundenzentrum melden, dessen Mitarbeiter wiederum die Monteure informieren. Größere Störungen werden dem Kundenzentrum sofort vollautomatisch aus der Netzleitwarte gemeldet.

Wolfgang Britting, 53, Administrator Netzleitwarte
„Vor über 25 Jahren habe ich hier angefangen, inzwischen leite ich die Netzleitwarte und überwache, ob unsere technischen Anlagen okay sind. Meine Arbeit greift in viele Bereiche wie EDV, Fernmeldetechnik, Starkstromtechnik, Automatisierung oder Erstellung von CAD-Plänen. An meinem Arbeitgeber gefällt mir, dass man sich immer weiterentwickeln kann.“
Birgit Jagenteufl, 49, Mitarbeiterin im Kundenzentrum
„Ich arbeite seit fünf Jahren im Kundenzentrum und nehme sämtliche Anrufe entgegen. Ob sich jemand anmeldet, nach dem Umzug ummeldet, eine neue Bankverbindung oder Fragen zum Anschluss hat. Und ich bin alle paar Wochen mit der telefonischen Nacht-und Wochenendschicht dran. Bei uns rufen Kunden wegen einer Störung an und ich schicke einen Monteur hin.“
Manfred Kalb, 49, Gas- und Wassermeister
„Ich bin seit 25 Jahren bei den Städtischen Werken und betreue den Betriebsablauf sowie die Organisation rund um Gas und Wasser. Dazu gehören zum Beispiel die Bauüberwachung von Fremdfirmen oder die Einteilung von Monteuren. Mein Job ist sehr vielseitig durch die unterschiedlichen Menschen, mit denen ich zu tun habe.“

1,2 Millionen Kilowattstunden erzeugt die 1943 in Betrieb genommene und 2017 sanierte Turbine des eigenen Wasserkraftwerks an der Pegnitz. Das entspricht etwa einem Prozent des Strombedarfs. Aber das war noch nicht alles beim Thema regenerativer Strom: Die größte der eigenen Photovoltaik-Anlage auf dem Wertstoffhof in Neunkirchen am Sand liefert weitere 770 000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. „Damit bewegen wir uns am Puls der Zeit“, schwärmt StWL-Geschäftsführer Jürgen Ferfers. „Wir investieren regelmäßig in unsere Leitungen und technischen Anlagen“, fährt er fort. So werden seit Mai die Versorgungsleitungen für Strom und Wasser in der Industriestraße erneuert – ein Millionenprojekt, das voraussichtlich Ende 2018 abgeschlossen wird.
In der Zentrale sitzen neben den StWL als Versorger für Wasser und Energie auch die Gasversorgung Lauf a.d. Pegnitz GmbH (GVL) – sie beliefert Lauf und Neunkirchen mit Erdgas – und die Stromversorgung Neunkirchen GmbH – sie ist dafür zuständig, dass es in Neunkirchen Strom gibt. Ob Strom, Wasser oder Erdgas: Hier ist einfach alles im Fluss für den Kunden.

FAKTEN UND KONTAKT
Städtische Werke Lauf
mit Stromversorgung Neunkirchen und Gasversorgung Lauf
Gründung: 1896 erste Stromversorgung mit Laufer Wasserrad an der Pegnitz,
1999 Umfirmierung zur GmbH
Versorgung: ca. 32 000 Einwohner
Kapazität: Durch das Leitungsnetz fließen pro Jahr etwa
140 Mio. kWh Strom,
260 Mio. kWh Erdgas,
1,6 Mio. m³ Trinkwasser
Mitarbeiter: 60, davon 5 Auszubildende
StWL Städtische Werke Lauf a.d. Pegnitz GmbH
Sichartstraße 49
91207 Lauf
09123/173-0
www.stwl.lauf.de

N-Land Stefanie Camin
Stefanie Camin