24 Stunden, 24 Unternehmen: Beck Gewürze und Additive

Damit es einfach besser schmeckt

Foto: www.GettyImages.de/AndrewScherbackov2018/10/Uhr-22-23.jpg

Schnaittach — Von außen sieht es nach klassischem Bürogebäude aus, im Inneren treffen Thymian auf Rosmarin, Fenchel auf Lavendel, Koriander auf Chili, und der Besucher fühlt sich wie auf dem Gewürzmarkt Spice Souk in Dubai. Von diesen Düften bekommen die Mitarbeiter der Nachtschicht fast nichts mit, sie haben sich über die Jahre daran gewöhnt und sind auch zu beschäftigt, um der Nachfrage der Kunden aus der ganzen Welt nachzukommen. 22 Uhr bei Beck Gewürze und Additive, die Produktion mit der Food Cover Folie (FCF) läuft auf Hochtouren. Mit dieser Folie wird beispielsweise Salami mit einer Pfefferschicht ummantelt. Damit der Pfeffer auf der Folie und diese zum Schluss auf der Salami hält, sind etliche Schritte nötig: Ein Mitarbeiter legt die FCF auf das Band einer Maschine, die die Folie mit einem Lebensmittelkleber einsprüht und zur nächsten Station transportiert. Hier wird das vom Kunden gewünschte Gewürz wie der Pfeffer auf die Folie geschüttet. Der Mitarbeiter am anderen Ende der Maschine nimmt die Folie, schüttelt den überschüssigen Pfeffer in einen Behälter und verpackt die gewürzten Folien in das vom Kunden gewünschte Format. 2006 von Beck entwickelt, ist diese FCF aus Schnaittach inzwischen patentiert.

Neben den beiden Eltern Manfred und Manuela Beck sind auch ihre Kinder Meike und Maximilian auf den Geschmack gekommen und arbeiten sich in die Welt der Gewürze ein, um den Betrieb eines Tages übernehmen zu können. Bei der Firma Beck dreht sich einfach alles um Gewürze (Bild re.). | Foto: Editoral247 - Design & Photography; Stefanie Camin2018/10/Bild-oben-unten.jpg

Doch damit nicht genug der Innovationen. Firmengründer und Geschäftsführer Manfred Beck bekommt viele Ideen während seiner Geschäftsreisen in der ganzen Welt. Wo auch immer er gerade ist, besucht er einen Supermarkt und lässt sich von den regionalen Speisen und Gewürzen inspirieren. Das Ergebnis landet entweder auf der FCF oder als Mischung in Säcken oder anderen Behältern zur Weiterverarbeitung beim Kunden. Wie sehr ihm seine Arbeit am Herzen liegt, erzählt seine Frau Manuela: „Schon als Jugendlicher hat er sich für Gewürze interessiert. Inzwischen hat er so feine Geschmacksnerven, dass er unsere Gewürze beim Essen im Restaurant herausschmeckt.“ Auch die beiden Kinder Meike und Maximilian sind auf den Geschmack gekommen, arbeiten im elterlichen Betrieb mit und bereiten sich auf den Generationenwechsel vor.

Daniel Schuhmann,
31,
Produktionsleiter
„Wenn die Aufträge aus dem Büro kommen, bespreche ich mich zuerst mit meinen Kollegen. Dann stelle ich die benötigten Zutaten für Kleinmischungen bereit und plane den nächsten Tag, denn die erste Schicht beginnt um 4 Uhr. Nachdem die Mitarbeiter die vorher gereinigten Maschinen zusammengebaut haben, stellen sie nacheinander die verschiedenen Mischungen her.“
Miriam Kreßl,
33,
Einkäuferin
„Seit neun Jahren kaufe ich hier Gewürze und alles andere ein, das von A bis Z benötigt wird. Dazu hole ich erst Angebote ein und fordere Muster an. Am wichtigsten ist uns immer die Qualität. Mein Job ist abwechslungsreich und ich habe viel mit Menschen zu tun – das mag ich. An der Firma gefällt mir das familiäre Klima. Frau Beck ist immer für ihre Mitarbeiter da.“
Michael Engelbrecht, 44, Mitarbeiter
Produktion
„Ich bin seit neun Jahren bei der Firma Beck und für Großmischungen ab 500 Kilogramm zuständig. Nach Rezeptvorgabe hole ich die jeweiligen Rohstoffe aus dem Lager, wiege die benötigte Menge ab und bediene den Mischer. Das Ergebnis verpacke ich dann in Säcken. Ich bin für meine Mischungen selber verantwortlich, das gefällt mir.“

Viele Mischungen entstehen nach den Wünschen von Kunden, die oft genau vorgeben, wonach es schmecken soll – meistens nach regionalen Gewürzen und Geschmacksrichtungen. Zu Becks Kunden zählen unter anderem Metzgereien, Feinkostgeschäfte und die Gastronomie. Ein neuer Kundenauftrag wird im Labor zusammengestellt; bis zu zehn Testmischungen sind nötig, um den gewünschten Geschmack zu treffen. Die nächste Testphase findet im Technikum statt; dieser Raum bietet alle Geräte und Techniken für die Wurst- und Schinkenherstellung vom Kutter über den Convectomat – ein Kombidämpfer – oder die Räucheranlage und den Herd bis zur Verpackung. Sensorisch geschulte Mitarbeiter aus diversen Abteilungen probieren das neue Produkt anschließend. „Wir legen Wert auf eine ‚cleane‘ Produktion“, betont Meike Beck. Dazu gehört, soweit wie möglich, Naturprodukte statt E-Nummern zu verwenden – Lebensmittelzusatzstoffe wie Farbstoffe oder Konservierungsmittel. Die größte Herausforderung im Betrieb? „Die vegane Wurst“, antwortet Manuela Beck schmunzelnd. „Wir sind hier alle Fleisch- und Wurstliebhaber!“

FAKTEN UND KONTAKT
Gründung: 1998
Größe: 5700 m²
Kapazität: 1100 verschiedene Rohstoffe,
aus denen 1850 Gewürzmischungen entstehen
2151300 pro Jahr verarbeitete Pfefferkörner
Mitarbeiter: 70
Beck Gewürze und Additive GmbH
Kirschenleite 11-13
91220 Schnaittach
09153/9229-0
www.beck-gewuerze.de

N-Land Stefanie Camin
Stefanie Camin