Florida-Urlaub mit Hurrikan

Zwei Laufer erlebten „Irma“ hautnah mit

Ute und Karl Breuer aus Lauf wollen trotz Hurrikan-Erlebnis wieder nach Florida reisen. | Foto: Sichelstiel2017/09/breuer-florida-hurricane.jpg

LONGBOAT KEY/LAUF — Hurrikan „Irma“ hat die karibischen Inseln und Teile der Vereinigten Staaten schwer getroffen – und schon droht mit „Maria“ der nächste tropische Wirbelsturm. Zwei Laufer haben die Auswirkungen „Irmas“ vor Ort miterlebt: Ute und Karl Breuer mussten ihr Ferienquartier verlassen, als der Hurrikan über die Insel Longboat Key im Bundesstaat Florida hinwegzog.

Die beiden Laufer Rentner, die gemeinsam mit einem befreundeten Ehepaar im Urlaub waren, hatten Glück: Ihr Ferienquartier lag nicht auf den Keys, jener Inselgruppe im Süden Floridas, auf der „Irma“ besonders heftig wütete. Longboat Key heißt zwar ähnlich, befindet sich aber rund 350 Kilometer nördlich. Als der tropische Wirbelsturm hier auf Land traf, hatte er längst nicht mehr die höchste von insgesamt fünf Stufen auf der Hurrikan-Skala. „Irma“ hatte sich weiter im Süden ausgetobt, hatte schwerste Verwüstungen hinterlassen. Jetzt war sie nur noch ein Stufe-3-Hurrikan.

Brücken waren gesperrt

Trotzdem hat es, wie Karl Breuer sagt, in der Nacht auf
Montag, 11. September, „ganz schön gepfiffen“. Auf Longboat Key, einer Insel mit knapp 7000 Einwohnern, wurden Bäume umgeworfen und Dächer beschädigt. „Auf der Hauptstraße lagen große Stämme“, so der 66-Jährige. Die Brücken, die Longboat Key mit dem Festland und anderen Inseln verbinden, wurden gesperrt, der Hurrikan zog auch sie in Mitleidenschaft.

Auf Longboat Key wurden Bäume umgeworfen und Dächer in Mitleidenschaft gezogen. | Foto: Breuer2017/09/florida-hurrikan-breuer.jpg

„Wir hatten wunderschöne 14 Tage in Florida verbracht“, sagt der Laufer. Der Rückflug sollte eigentlich am Sonntag gehen, gerade rechtzeitig, doch „Irma“ war schneller. Die Flughäfen in Orlando und Miami wurden geschlossen, Familie Breuer musste bis Donnerstag vergangener Woche warten, ehe sie die Airline zurück nach Deutschland beförderte.

Dann wurde die Insel evakuiert. Die Behörden erklärten Longboat Key zur „Zone A“. Wer hier während des Hurrikans ausharrte, tat dies auf eigenes Risiko. Keine abstrakte Gefahr: „Ein Stück weiter ist Wasser in ein Haus gelaufen und ein Stromkabel lag drin“, so Ute Breuer.

Motel als Notunterkunft

Die Urlauber nahmen sich Zimmer in einem Motel in Sarasota, dem Verwaltungssitz des gleichnamigen Countys. Dort erlebten sie die Hurrikan-Nacht. „Wir wollten nicht in einen Shelter – eine Notunterkunft – mit tausend anderen Leuten“, sagt Karl Breuer.

Ein bisschen mulmig sei ihr schon zumute gewesen, meint seine Frau. Am meisten beeindruckt hat sie aber gar nicht der Wirbelsturm, sondern die Gelassenheit und Freundlichkeit, mit der die Amerikaner mit der Notsituation umgingen. Ute Breuer: „Die waren sehr gut gewappnet, und der Info-Fluss war hervorragend.“

Dennoch kam sich die Lauferin mitunter vor „wie in einer Geisterstadt“: Die meisten Geschäftsleute hatten ihre Läden mit Sperrholz verrammelt. Nachbarn im Motel klebten ihre Fenster mit Klebeband ab, „damit während des Hurrikans nichts zersplittert“.

Nach nur einer Nacht war der Spuk vorbei. „Der Himmel war wieder strahlend blau“, erinnert sich Karl Breuer. Nach Florida will er trotz dieses Erlebnisses auf jeden Fall zurückkehren. Er und seine Frau sind große USA-Fans. Schon rund 25 Mal haben sie Urlaub in den Vereinigten Staaten gemacht.

N-Land Andreas Sichelstiel
Andreas Sichelstiel