Erfolge beim bayerischen Honigfest

Regionaler Honig mit Auszeichnung

Heinz Vogel, Günther Scharrer und Jürgen Frank (v. links) zeigen am Ellenbacher Bienenlehrpfad stolz ihre Urkunden für ihren prämierten Honig. | Foto: A. Pitsch2018/12/IMG_4174.jpg

HERSBRUCKER SCHWEIZ – Er kann malzig-herb, aromatisch-fruchtig oder blumig schwer sein – der Honig. Doch nicht nur Geschmack, Konsistenz und Bienenstandort sind für beste Qualität entscheidend. Dass der regionale Honig genau diese aufweist, bewies die Prämierung mehrerer Sorten von drei Imkern aus Reichenschwand, Peuerling und Weigendorf beim bayerischen Honigfest in Eichstätt.

Dabei hatten sie Konkurrenz von rund 300 Honigsorten aus ganz Bayern. Während der Weigendorfer Jürgen Frank zwei Mal Silber abstaubte, heimste Heinz Vogel, der Vorsitzende der Hammerbachtaler Imker, Gold 1a und Silber. Bei seiner Premiere ging der Reichenschwander Günther Scharrer – wie Frank vom Imkerverein Hersbruck – mit einer Urkunde in Gold und einer in Silber nach Hause: „Da war ich schon stolz.“

Für ihn ist die Auszeichnung ein weiterer Ansporn für sein Hobby. Denn die Prüfung solle den Imker zur Perfektion hinführen: „Das finde ich gut.“ Auch seine beiden Kollegen, die seit vielen Jahren die Imkerei betreiben und bereits mehrmals an der Prämierung teilgenommen haben, sind der Meinung, bei dem Wettbewerb sehe man, wo man stehe, was man gut mache, was nicht, und man könne sich daher verbessern.

Für die Sinne
Doch wie perfekt kann das süße Bienenprodukt sein? Das prüfen Experten im Rahmen des bayerischen Honigfestes an Hand von sieben Kriterien. Da wird zunächst der Zustand unter die Lupe genommen, also ob der Honig flüssig oder cremig ist – „das müssen wir dazuschreiben“ – und welche Pollen und Umwelteinflüsse enthalten sind. Auch Geruch und Geschmack spielen eine Rolle, weiß Scharrer. Bei dieser organoleptischen Untersuchung sind die Sinnesorgane Nase und Mund gefragt. „Genau hier spiegelt sich die Einzigartigkeit jedes Honigs wider“, erklärt Scharrer, denn aufgrund verschiedener Trachtpflanzen, die die Bienen anfliegen, ist das Produkt wie „ein Fußabdruck der Region“.

Wichtigster Faktor für beste Qualität sei aber der Wassergehalt, so Scharrer. „Wenn der Honig zu nass ist, gärt er. Wir dürfen die Waben erst ernten, wenn der Honig reif ist, die Bienen ihn also genug getrocknet haben.“ Aber wie merkt der Imker das? „Die Biene macht einen Deckel auf die Wachszelle, wenn der Inhalt trocken genug ist.“ Nektar besteht nämlich zu 40 bis 80 Prozent aus Wasser. Er wird bei der Übergabe an die Stockbiene ausgeschüttelt und dann gelagert, klärt Scharrer auf.

Wie oft der Honig von den fleißigen Tierchen angefasst wurde, lässt sich an der Invertase, einem Enzym, ablesen. Dieses werde in den pro Sorte eingereichten zwei Gläsern Honig gezählt, so Scharrer. Auch hier gehe es um die richtige Reifezeit des Honigs. Bevor die Prüfer sich den Inhalt vornehmen, werfen sie einen Blick auf Aufmachung und Sauberkeit des Glases. Hier sei gerade der cremige Honig eine „diffizile Sache“. Der Löffelabdruck müsse erhalten bleiben und dürfe nicht zulaufen, berichtet Scharrer, der seit zehn Jahren Bienen hat.

Honig, der schmeckt
Und was genau macht nun das süße Produkt des ausgezeichneten Trios aus? „Es ist die Vielfalt im Geschmack, weil bei uns gibt es keine Monokulturen“, sagt Scharrer – auch wenn dieses Jahr wetterbedingt die Linde dominiert habe. Als Standimker, wie die Drei es sind, lassen sich Sommer-, Wald- und Blütenhonig nicht genau trennen. „Wenn man Sortenhonig möchte, muss man wandern“, erläutert Scharrer. Wer aber pollengeplagt ist, sollte nach Scharrers Rat auf den Honig der Region zurückgreifen – Stichwort Sensibilisierung. „Da sind die heimischen Pollen in geringen Mengen drin und man kann sich so das ganze Jahr dran gewöhnen.“

Wer zudem sehen will, ob die Köstlichkeit prämiert wurde, sollte auf ein kleines Pickerl am Glas achten. Das dürfen Frank, Vogel und Scharrer auf den ausgezeichneten Sorten für 2018/19 anbringen. „Es ist die Bestätigung, dass wir alles richtig gemacht haben und der Honig schmeckt.“

N-Land Andrea Pitsch
Andrea Pitsch