Betscher erhielt Ehrenzeichen für Verdienste im Ehrenamt

Von Benefizradtouren bis Bastelstunden

Hildegard Betscher engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich, auch für Kinder, weshalb ihre Enkel selbstverständlich an der Feierstunde teilnahmen. | Foto: Hornung2017/02/Winkelhaid-Ehrung-Hildegard-Betscher.jpg

WINKELHAID – Für das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste im Ehrenamt schlug eine Bonnerin die in Winkelhaid wohnende Hildegard Betscher vor. Diese Bonnerin, Christel Zachert, und Betscher verbindet eine langjährige ehrenamtliche Zusammenarbeit. Um das Engagement der Hildegard Betscher nachvollziehen zu können, lohnt sich ein Blick auf die Geschichte dieser Zusammenarbeit, sowie auf die vielfältigen, weiteren Wirkungskreise der Winkelhaiderin.

Christel Zacherts Tochter Isabell starb mit 15 Jahren an Krebs. Isabell hinterließ ein bewegendes Tagebuch, das ihre Mutter dazu veranlasste ein Buch zu schreiben. „Wir sehen uns wieder in meinem Paradies“ wurde zum Bestseller und in 32 Sprachen übersetzt. Aus den Erlösen des Verkaufs gründete Zachert 1994 die Isabell-Zachert-Stiftung. Die Stiftung unterstützt das „Waldpiratencamp“ in Heidelberg, in dem sich krebskranke Kinder erholen können.

Die Stiftung und damit das Camp fördert Hildegard Betscher durch die Organisation der Radtouren der International Police Association (IPA). Seit 1999 fahren jährlich bis zu 100 Radfahrer eine Fünf-Tages-Tour und spenden ihren Kostenbeitrag für soziale Zwecke. Seit 1999 kümmert sich Hildegard Betscher um die Durchführung dieser Touren in verschiedenen Bundesländern und im benachbarten Ausland. Ihr Mann Harald ist pensionierter Polizeibeamter und ebenfalls seit vielen Jahren für die IPA aktiv. Gemeinsam fahren sie geplante Touren ab und versuchen, sie zu verbessern. Hildegard Betscher organisiert zudem Unterbringung und Verpflegung der Teilnehmer und rechnet am Ende die Kostenbeiträge ab.

Benefizradtouren

Seit 2010 finden die Fahrten als Benefizradtouren für die Isabell-Zachert-Stiftung statt. Dank dieser sechs Touren konnte die Stiftung die Waldpiratencamps mit 350.000 Euro bezuschussen. „Ohne die umfassende Unterstützung von Hildegard Betscher wäre diese Radtour für die Stiftung gar nicht möglich“, brachte Landrat Armin Kroder, der zur Verleihung des Ehrenzeichens nach Winkelhaid gekommen war, Betschers Engagement aufden Punkt.

Aber die Radtouren sind bei Weitem nicht der einzige zu erwähnende Punkt. Die Kinderliebe und das soziale Engagement Betschers zeigen sich in vielerlei Aspekten: 1979 nahm sie ein Pflegekind auf, das sie 1987 adoptierte, von 1986 bis 1998 betreute sie vier Tagespflegekinder, von 2003 bis 2013 begleitete sie ehrenamtlich verschiedene Kinderfreizeiten des Martin-Luther-Hauses Nürnberg und 2014 eine Freizeit der Kinderarche Fürth.
In der Mediathek

Seit 2014 bietet Betscher zudem in der Mediathek in Winkelhaid einmal monatlich eine dreistündige Vorlese- und Bastelstunde an, die sich großer Beliebtheit erfreut. Gabriele Bruckner, Angestellte der Mediathek, gratulierte neben Landrat Kroder und Bürgermeister Michael Schmidt der Ausgezeichneten und nannte sie eine „Allroundkraft“: „30 Kinder kommen mittlerweile zu den Bastelstunden und auch neben diesen Stunden ist Hildegards helfende Hand jederzeit zur Stelle.“ Zusammen mit Christel Zachert hatte Bruckner die Auszeichnung angeregt. Josef Schön, Sekretär der IPA Verbindungsstelle Wiesbaden, und die Gemeinderäte gratulierten ebenfalls. Neben dem Ehrenzeichen überreichte Kroder die Goldene Ehrenamtskarte.

N-Land Julia Hornung
Julia Hornung