Betriebe würden wieder südlichen Landkreis wählen

Unternehmen sind mit dem Standort zufrieden

Präsentierten im Redaktionsgespräch die Ergebnisse der aktuellen IHK-Standortumfrage bei hiesigen Unternehmen: Hans Jürgen Lorenz und Dr. Udo Raab.2014/10/ihk_New_1412859602.jpg

ALTDORF – Unternehmen im südlichen Landkreis geben dem Standort im Nürnberger Land gute Noten. Das ergab eine Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) im IHK-Gremiumsbezirk Altdorf. Dr. Udo Raab ist Leiter des Geschäftsbereichs Standortpolitik bei der IHK. Gemeinsam mit dem Gremiums-Vorsitzenden Hans-Jürgen Lorenz stellte er die Ergebnisse der aktuellen Studie im Redaktionsgespräch mit dem Boten vor.

Besonders erfreulich für die beiden Fachleute der IHK ist die Zufriedenheit der Unternehmen mit ihrem Umfeld. 92 Prozent der Betriebe im Nürnberger Land würden sich bei der Entscheidung für den Standort noch einmal für das Nürnberger Land entscheiden. 60 Prozent geben diesem Standort eine glatte 2, sechs Prozent sogar eine 1. Nur ein Prozent der befragten Unternehmen watschen den Standort Nürnberger Land mit einer 6 ab.

Wie steht es mit den Standortkosten, der Verwaltung, dem allgemeinen Umfeld, dem wirtschaftlichen Umfeld, der Infrastruktur und dem Arbeitsmarkt vor Ort? Zu all diesen Themenfeldern legte die IHK den Unternehmen Detailfragen vor und kann jetzt Stärken und Schwächen des Industrie- und Gewerbestandorts Südliches Nürnberger Land darstellen.

Firmen wollen sich vergrößern

Dabei braucht den Bürgern um die Zukunft des Wirtschaftsstandorts nicht bange zu sein: 32 Prozent aller befragten Firmen geben an, dass sie vorhaben, sich zu vergrößern, fünf Prozent wollen andere Standorte erweitern, 54 Prozent sagen immerhin, dass sie sich nicht verändern wollen. Verkleinern wollen sich lediglich drei Prozent der Unternehmen, fünf Prozent peilen eine Verlagerung an einen anderen Standort an.

Besonders zufrieden sind die Unternehmen im südlichen Landkreis mit den Standortfaktoren „Anbindung an Autobahnen“, „Straßenverbindungen“ und „Lebensqualität“, Faktoren mit hoher Bedeutung für die Unternehmen. Im mittelfränkischen Bereich bekommt der hiesige Standort dabei deutlich bessere Noten als andere Regionen. Schlechter dagegen schneidet das südliche Nürnberger Land bei der Breitbandversorgung ab und wenn es darum geht, Projekte von Behörden genehmigt zu bekommen. In beiden Themenfeldern geben die Unternehmen schlechte Noten: 3,7. „Hier gibt es Handlungsbedarf“, sagt Hans Jürgen Lorenz, der in engem und regelmäßigem Kontakt mit dem Landratsamt in Lauf steht.

Handlungsbedarf gibt es sicher auch beim Thema Arbeitsmarkt. Hier bewerten die örtlichen Unternehmen die Lage als vergleichbar schlecht. Kleinere Betriebe bekommen nur sehr schwer passendes Personal. Fach- und Führungskräfte sind kaum verfügbar, dafür gibt es bei der Bewertung durch die hiesigen Unternehmen nur eine 3,4. Dasselbe gilt für die Verfügbarkeit von Ausbildungsbewerbern. „Dabei muss es doch unser Ziel sein, die Arbeitsplätze hier mit Leuten aus dem Nürnberger Land zu besetzen“, sagt Lorenz, der zwischenzeitlich ein erfolgreiches Netzwerk für Unternehmer im Landkreis aufgebaut hat. Das vor Jahren zusammen mit der Technischen Akademie Wuppertal ins Leben gerufene „Unternehmerfrühstück“ hat sich dabei glänzend bewährt.

Die Unternehmen, so Lorenz, haben ein Interesse daran, den Landkreis voranzubringen, wollen junge Leute aus dem Nürnberger Land an sich binden und unterstützen das IHK-Projekt Schule-Wirtschaft: Schulabgänger können im Betrieb eine Ausbildung machen und gleichzeitig studieren.

Mit im Boot bei der IHK sind auch die beiden großen Finanzdienstleister Sparkasse Nürnberg und Raiffeisenbank Altdorf-Feucht, für die Lorenz und Raab voll des Lobes sind. Als es während der zurückliegenden Finanzkrise für einige Betriebe eng wurde, blieben die Sparkasse und die Raiffeisenbank an der Seite dieser Unternehmen und unterstützten sie nach Kräften. „Die haben ihre Kunden nicht im Stich gelassen“, so Lorenz.

Grundstückspreise und Mieten sind im Nürnberger Land zu hoch, ebenso die Energiepreise, sagen die Unternehmer. Bei diesen Klagen sind sie sich aber einig mit Kollegen aus dem ganzen Großraum Nürnberg-Fürth-Erlangen, die Probleme sind nicht spezifisch für das Nürnberger Land.

Wie sich die Bewertung des Standorts durch die Unternehmen weiterentwickelt, will die IHK künftig nicht mehr alle fünf Jahre sondern alle zweieinhalb Jahre erfragen. A.B.

Für das IHK-Gremium Altdorf laufen derzeit (23.9. bis 21.10.) die Vorstandswahlen: Zur Wahl stehen neben Hans Jürgen Lorenz (Lorenz Crosssale GmbH, Winkelhaid), Thomas Meier (Bolta-Werke, Diepersdorf), Dr. Peter Mörsdorf (Excella GmbH, Feucht), Willibal Meier (Incotec GmbH, Altdorf), Bettina Gmehling (maGme Maschinenbau Gmehling e.K., Altdorf), Timo Stahl (Suspa GmbH, Altdorf), Hans Jürgen Hain (Zippel AG, Altdorf), Klaus Baumgart (Baumgart GmbH, Altdorf), Kurt Liebel (Richard und Kurt Liebel OHG, Altdorf), Walter Engelhardt (Raiffeisenbank Altdorf-Feucht e.G., Feucht), Harald Frei (Rummelsberger Dienste), Günter Eisemann (Sparkasse Nürnberg), Damaris Stiefel (Technische Akademie Wuppertal e.V., Altdorf), Richard Döllinger (Triamed GmbH, Altenthann).

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