38 Teilnehmer bestanden „Deutschtest für Zuwanderer“

Spitzenresultate bei Integrationskursen

Stolz und erleichtert präsentierten sich die Teilnehmer, Lehrer und Organisatoren des Integrationskurses der VHS nach der Verleihung der Zeugnisse. | Foto: Spandler2017/02/integrationskurs2.jpg

WINKELHAID/FEUCHT – 38 strahlende Teilnehmer der beiden Integrationskurse der Volkshochschule nahmen im Mehrzweckraum des Winkelhaider Rathauses ihre Zertifikate „Deutschtest für Zuwanderer“ entgegen. Sie schlossen mit teils hervorragenden Ergebnissen ab.

Die Verantwortlichen der VHS zeigten sich begeistert von dem großen Engagement, das sie bei den meist jungen Leuten aus den verschiedenen Nationen erlebten. Etliche der Teilnehmer erzielten sogar die Stufe B2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen und erreichten so die Voraussetzung für einen weiterführenden berufsbezogenen Kurs.

VHS-Geschäfstführerin Ulrike Scheske nannte daher bei der Begrüßung der Kursteilnehmer, der Dozenten, Asylhelfer und des ersten VHS-Vorsitzenden, Winkelhaids Bürgermeister Michael Schmidt, die Zeugnis-Verleihung eine „Premiere“. Die VHS-Abteilung, die die Integrationsangebote betreue und organisiere, sei in der jüngsten Vergangenheit förmlich explodiert wegen der großen Nachfrage. Auch habe man personell aufstocken müssen, doch es zeige sich nun, dass diese Arbeit und Mühen eine gute Investition seien.

Michael Schmidt lobte die Teilnehmer ebenfalls. „Sie haben viel geschafft und viel Zeit aufgewendet“, stellte er fest und betonte die Bedeutung von Sprachkenntnis in einem zunächst fremden Land. Die Bereitschaft, die Sprache zu erlernen, habe auch mit Respekt zu tun, befand er. Dass solche Spitzenwerte bei den Abschlusstests erreicht wurden, zeige, „dass die VHS das richtige Personal hat“, so Schmidt.

Else Seibert, die für den Bereich Sprachen und Integrationskurse bei der Volkshochschule zuständig ist, erklärte die Anforderungen und den Ablauf des Unterrichts. Zunächst entschuldigte sie einige der Absolventen, die mittlerweile weggezogen sind oder verhindert waren, an der Zeremonie teilzunehmen, weil sie eine Praktikumsstelle gefunden haben und beschäftigt seien – ein erfreulicher Verhinderungsgrund, wie sie fand. Sie dankte auch den Dozentinnen und dem Dozenten, die tolle Arbeit geleistet hätten.

Die VHS Schwarzachtal ist seit 2005 Träger für Kurse des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, so dass sie schon etliche Integrationskurse veranstaltet hat. Nach einigen Jahren habe es eine kleine Delle gegeben, dann kam wieder ein Kurs zustande und „mit der Flüchtlingswelle wurden wir überrollt“, blickte Seibert zurück. Die Arbeit sei anstrengend, mache aber aufgrund des hohen Erfolgslevels viel Spaß, konnte sie bestätigen.

Im vergangenen April habe man in Feucht mit den Kursen begonnen. Jeder Integrationskurs besteht aus einem Basissprachkurs mit 300 Unterrichtseinheiten, der der Niveaustufe A1 entspricht, also die niedrigsten Anforderungen erfordert, einem Aufbausprachkurs mit 300 Unterrichtseinheiten auf der Niveaustufe A2 und B1, also bereits relativ hohe Anforderungen verlangt, und einem Orientierungskurs mit 100 Unterrichtseinheiten, bei dem es um die Rechtsordnung, Kultur und Geschichte Deutschlands geht. Sowohl der Aufbausprachkurs als auch der Orientierungskurs werden mit Tests abgeschlossen. Daneben gibt es aber auch Zwischentests, die die Kursteilnehmer über ihren Wissensstand auf dem Laufenden halten.

Heterogene Voraussetzungen

Seibert ging weiter auf die sehr unterschiedlichen Lernvoraussetzungen ein, die von den verschiedenen Biografien der Zuwanderer abhingen. Denn nicht alle Teilnehmer hatten einen  Fluchthintergrund, wenn auch 80 Prozent der Lernenden Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien waren. So unterschieden sie sich vor allem, was die lateinische Alphabetisierung anbelangt, die höhere Schulbildung, westliche Fremdsprachenkenntnisse, Fluchterfahrungen oder die Wohnsituation.

In einem der beiden Kurse waren zehn verschiedene Nationen vertreten, im anderen waren es sechs. Seibert verwies darauf, dass die Ergebnisse im Abendkurs ausgezeichnet waren, weil dort von den 21 Teilnehmern 15 das hohe Niveau B1 erreichten. Sie tröstete aber all jene, die „nur“ ein A2-Ergebnis in dem Test, der aus einem mündlichen und einem schriftlichen Teil bestand, erzielten. Man könne auch die Ergebnisse der internen Probetests heranziehen, die im Schnitt besser ausgefallen waren und so die Starterlaubnis für den weiterführenden Kurs B2 erlangen.

Die anschließende Ausgabe der Zeugnisse, bei der VHS-Vorsitzender Schmidt den einzelnen Teilnehmern gratulierte und ein „Machen Sie weiter so“ mit auf den Weg gab, war geprägt von viel Applaus und einer fröhlichen Stimmung, die bei einem kleinen Imbiss und Getränken ihre Fortsetzung fand.

N-Land Gisa Spandler
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