TSV verliert Topspiel in Stadeln

Mustafic ist zu viel für Winkelhaid

Sebastian Wilfings Ansprache zeigte Wirkung, aber nicht allzu lange. Am Ende mussten sich die Winkelhaider Handballerinas im Topspiel gegen Stadeln klar geschlagen geben. | Foto: Zink2018/04/mtvstadelntsvwinkelhaid.jpg

WINKELHAID – Die Landesliga-Frauen des TSV Winkelhaid müssen wohl den Traum von der Bayernliga begraben. Im direkten Duell gegen den MTV Stadeln war beim 34:37 kein Kraut gegen Sara Mustafic gewachsen.

Am Sonntagnachmittag trafen sich Stadeln und Winkelhaid zum großen Showdown um den Relegationsplatz für die Bayernliga. Die Generalprobe hatten beide Mannschaften verpatzt, wobei Stadelns 23:25 in Schweinfurt überraschender kam als das 26:29 des TSV gegen Spitzenreiter Freising-Neufahrn. Den gastgebenden Tabellenzweiten und Verfolger Winkelhaid trennte vor dem direkten Vergleich nur das Torverhältnis.

Problem war die Abwehr

In der ersten Halbzeit agierte Winkelhaid, das in der Rückrunde drei von vier Auswärtsspielen gewonnen hatte, extrem nervös. Die Mannschaft von Trainer Sebastian Wilfling leistete sich bereits in den ersten 30 Minuten über zehn technische Fehler.

Stadeln, das vier von fünf Heimspielen seit dem Jahreswechsel siegreich gestaltet hatte, nutzte das gnadenlos aus. Speziell die MTV-Achse mit Spielmacherin Nikola Dude und Kreisläuferin Sara Mustafic machte den Gästen zu schaffen. Der Tabellenzweite führte früh mit drei Toren und hielt den Vorsprung beharrlich. Bezeichnend, dass Winkelhaid die Überzahl nach zehn Minuten mit 0:1 verlor.

Die anschließende Auszeit von TSV-Coach Wilfling zeigte Wirkung, allerdings hielt diese nicht sonderlich lange an. Winkelhaids Spielmacherin Verena Goetz (acht Tore) wehrte sich bei Winkelhaid in dieser Phase noch am stärksten. Das große Problem blieb aber die Abwehr, die Gäste fanden kein Mittel gegen den Tordrang des MTV. Sekunden vor der Pause stellte Stadelns Linksaußen Marissa Ullinger mit einem sehenswerten Heber auf 20:13.

Nach dem Seitenwechsel halfen Winkelhaid die bessere Chancenverwertung und das Nervenkostüm der Fürtherinnen, um ein wenig zu verkürzen. Auch die eingewechselte TSV-Torfrau Lena Bauer leistete ihren Beitrag (17:22, 35.).

Wilfling riskierte nun mehr und brachte die siebte Feldspielerin, doch die anhaltenden technischen Fehler nahmen diesem taktischen Mittel ihre Wirkung. Mustafic traf aus der eigenen Hälfte ins leere Tor – 27:20 (43.). Weil der Vorsprung kaum schmolz, zog Wilfling seine zweite Timeout-Karte (51.). Winkelhaids Rückraumspielerin Susanne Spychala (acht Treffer) verkürzte auch nochmal (31:35), doch der MTV ließ sich den verdienten Heimsieg nicht mehr nehmen (37:34).

Angeführt von der bärenstarken Mustafic (zwölf Tore) marschiert Stadeln also in Richtung Bayernliga-Qualifikation, während Winkelhaid dieses Zwischenziel nicht mehr aus eigener Kraft erreichen kann.

„Sie ist ein Riesentalent“

„Stadeln hat verdient gewonnen, das muss man ehrlich sagen. Vor allem auf Grund der ersten Halbzeit, in der wir nicht ins Spiel gefunden haben. Der Körperkontakt hat in der Abwehr einfach gefehlt“, konstatierte Winkelhaids Trainer Wilfling im Nachgang: „37 Gegentore – so viele haben wir im Ansatz die ganze Saison nicht kassiert. Gerade gegen Mustafic waren wir nicht in der Lage, körperlich dagegenzuhalten.“

Auf der anderen Seite war René Friedrich natürlich überglücklich. „Sie ist ein Riesentalent“, sagte der MTV-Coach über Mustafic: „Das ist manchmal auch ein Problem, weil sie es oft nicht auf die Platte kriegt. Heute war sie aber enorm wichtig für die Mannschaft.“

Winkelhaid hat derweil den Glauben noch nicht verloren, hofft wegen der schweren Aufgaben des MTV auf zwei Ausrutscher. „Aber es wäre einfach leichter gewesen, hier zu gewinnen“, gestand Wilfling abschließend.

Für den MTV Stadeln trafen: Dude 7/5, Schmitt 2, Rothe 2, Retsch 4, Ullinger 3, Ebersberger 4, Mustafic 12, Michalowski 3.

Für den TSV Winkelhaid trafen: Räbel 6/2, Goetz 8, Deml 3, Friedrich 3, Weiler 4, Spychala 8, Wanzek 2

Maximilian Schmidt

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