Raiba-Weihnachten

IPA erradelt Spenden für Kinderkrebsstiftung

Ihr Ziel: Nicht aufgeben

In diesem Jahr fuhren die Teilnehmer von IPA Rad rund um Münster. Im nächsten wollen sie durchs Nürnberger Land radeln. | Foto: André auf der Landwehr2017/08/Winkelhaid-Betscher-IPA-Rad-Muenster.jpg

WINKELHAID/MÜNSTER – Seit fast zwanzig Jahren organisieren die Betschers aus Winkelhaid die Radtouren der International Police Association (IPA), deren Erlöse krebskranken Kindern zu Gute kommen. Während der diesjährigen Tour im Münsterland sammelten sie 40 000 Euro. Bis Jahresende, so hoffen die Benefiz-Radler, könnte sich die Summe verdoppeln. Dieses Jahr verlieh ein kleines Glücksbringsel den Radlern besondere Kraft.

Stolz verkündet Harald Betscher nach der Radelwoche rund um Münster die gesammelte Summe und seinen Optimismus, dass der Betrag noch wächst. „Wenn alle bezahlen, die das angekündigt haben, kommen wir bald auf 64 000 Euro – so wie letztes Jahr im September. Im Dezember letzten Jahres hatten wir schließlich 104 000 Euro. Auf die hoffen wir auch in diesem Jahr wieder.“ Eine Woche lang fuhren die Betschers mit 60 Teilnehmern durchs Münsterland, wo sie Rathäuser und Institutionen besuchten, um Spendengelder zu sammeln.

Harald Betscher ist pensionierter Polizeibeamter. Er und seine Frau Hildegard sind seit vielen Jahren bei der IPA aktiv, einer weltweiten Berufsvereinigung aktiver und pensioniert Polizisten und ihrer Angehörigen. Die IPA ist in 67 Staaten vertreten, dient Vernetzung und Austausch, bietet aber auch einen Rahmen für wohltätige Aktivitäten wie die Benefizradtour.

Die Organisation dieser Touren umfasst weit mehr, als das, was die Teilnehmer in der einen Woche mitbekommen. Gemeinsam fährt das Winkelhaider Ehepaar mögliche Routen in verschiedenen Bundesländern oder im benachbarten Ausland ab und plant die Strecken. Hildegard Betscher organisiert zudem die Unterbringung und Verpflegung und rechnet die Kostenbeiträge der Teilnehmer ab. Als Ausgangspunkt für die Tagestouren dient stets eine Unterkunft, die den IPA-Radlern in dieser einen Woche zum Hauptquartier wird. Von hier starten täglich drei verschiedene Gruppen: die Rennsportgruppe, die etwa 120 bis 140 Kilometer am Tag fährt, die Biker-Gruppe mit 90 bis 110 Kilometer Tagesleistung und die Familiengruppe mit 60 bis 80 gefahrenen Kilometern pro Tag. Pausen machen alle an gemeinsamen Treffpunkten.

Nachdem ihnen die Gegend 2015 so gut gefallen hatte, führte die Tour die Radler auch in diesem Jahr wieder nach Münster und von dort aus nach Emsdetten, Tecklenburg und Billerbeck. Untergebracht waren sie beim Bildungs- und Wissenschaftszentrum der Bundesfinanzverwaltung (BWZ).

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Motiviert trotz Regen

Regenreich starteten sie in die Woche: Die Begrüßung der Gruppe durch Vertreter des Bürgermeisters und des Polizeipräsidenten fand in der Sporthalle des BWZ statt, denn es hatte an diesem Morgen bereits zu nieseln angefangen. Keine besonders günstigen Startbedingungen. „Als wir uns auf die erste Etappe machten, zeigte der Himmel, wie viel Wasser er auf die Erde fallen lassen kann“, sagt Harald Betscher. Die Folge: Die Radfahrer erreichten ziemlich durchnässt ihre erste Station, eine Bildungseinrichtung der Landwirtschaft.

„Da wir aber seit 2010 für diejenigen radeln, die nicht mehr radeln können und jeder Radler ein regenbogenfarbenes Band mit einem motivierenden Slogan trug, machte uns der Regen gar nichts“, sagt Betscher. „Eines werden wir nicht tun: Aufgeben“ stand auf den bunten Bändern – Geschenke der krebskranken Kinder, die vom Elan der Rad-Gruppe profitieren.

Christel Zachert, Gründerin der Kinder-Krebs-Stiftung2017/08/Winkelhaid-IPA-Zachert-Christel.jpg

Bewegende Geschichte

Seit 2010 finden die Touren zugunsten der Isabell-Zachert-Stiftung statt, die sämtliche Spendengelder erhält. Isabell Zachert starb 1982 im Alter von 16 Jahren nach zahlreichen Therapien an Krebs. Zehn Jahre später veröffentlichte ihre Mutter Christel ein bewegendes Tagebuch, landete einen Bestseller und legte mit den Erlösen den Grundstein für die Stiftung. Die Zachert-Stiftung unterstützt das Waldpiratencamp in der Nähe von Heidelberg, in dem krebskranke Kinder sich erholen können. Die 77-jährige Christel Zachert ließ es sich nicht nehmen, sich auch dieses Jahr wieder selbst aufs Rad zu schwingen und 350 Kilometer mitzufahren. Die Schirmherrschaft 2017 hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble inne.

Im nächsten Jahr wollen die Polizisten im Nürnberger Land radeln. Zur Zeit stehen sie in Verhandlungen für eine Unterkunft in Lauf.

Die IPA und die Zachert-Stiftung sammeln das ganze Jahr lang Spenden. Spendenkonto: Empfänger: Isbaell-Zachert-Stiftung, IBAN DE89 3804 0007 0385 3330 00, BIC COBADEFFXXX, Stichwort: IPA Rad.

N-Land Julia Hornung
Julia Hornung