Orkantief Egon wütete im südlichen Landkreis

Blockierte Straßen und ein fliegendes Zelt

Feuerwehreinsatz im Josef-Schlosser-Weg in Feucht: Hier entwurzelte der Sturm in einem Vorgarten eine mächtige Tanne, die dann quer über die Fahrbahn fiel. | Foto: Feuerwehr Feucht2017/01/Baum3.jpg

FEUCHT/ALTDORF/BURGTHANN – Sturmtief Egon hat Polizei und Feuerwehren auf Trab gehalten. Ununterbrochen klingelten in den Einsatzzentralen die Telefone, nachdem dutzende Bäume auf Straßen und Dächer gefallen, Bauzäune umgestürzt und Verkehrsschilder in Autos gekippt waren. In mehreren Kommunen im Nürnberger Land fiel der Strom aus, weil mächtige vom Orkan gefällte Stämme Oberleitungen gekappt hatten. Der kurioseste Vorfall: In der Regensburger Straße in Ochenbruck beobachteten Passanten ein fliegendes Zelt.

Das Zelt krachte dann gegen die Außenwand der OMV-Tankstelle, deren Mitarbeiter die Polizei verständigten, weil die Wand beschädigt wurde. Bislang ließ sich der Eigentümer des vom Sturm fort gewehten Zeltes nicht ermitteln, so die stellvertretende Leiterin der Altdorfer Polizei, Heike Krämer, auf deren Schreibtisch eine ganze Liste mit „Sturmereignissen“ lag, zu denen ihre Kollegen ausrücken mussten.

Bäume in Oberleitungen

Ohne Strom auskommen mussten Bürgerinnen und Bürger in Lindelburg, Pfeifferhütte, in Unterferrieden, in Mimberg und im Industriegebiet in Ochenbruck. Ursache für den Blackout war ein Baum, der um 9.11 Uhr bei Gsteinach in eine Stromleitung fiel. Im Altdorfer Bereich, in Winkelhaid und Burgthann blieben die Leute dagegen von Stromausfällen verschont.

Nach dem Zwangsstopp der S-Bahn zwischen Feucht und Altdorf mussten die Fahrgäste den Zug verlassen und zu Fuß weiter.
Nach dem Zwangsstopp der S-Bahn zwischen Feucht und Altdorf mussten die Fahrgäste den Zug verlassen und zu Fuß weiter. | Foto: Greger2017/01/oberleitungsschaden1.jpg

Die S-Bahn zwischen Feucht und Altdorf war über Stunden lahmgelegt, nachdem große Äste in die Leitungen gefallen waren. Als der Zug auf offener Strecke stoppte, mussten die Fahrgäste evakuiert werden. Vorsicht geboten war auf den Straßen, die durch Wälder führen. So musste die Feuerwehr etwa auf der Verbindungsstraße von Altdorf Richtung Fischbach an mehreren Stellen Bäume zersägen, die in die Fahrbahn gekippt waren. Auch auf dem Kirchensteig in Pattenhofen krachte ein Baum in die Straße und blockierte die Durchfahrt, ebenso wie auf der Verbindungsstraße von Unterferrieden zur B 8, in Leinburg auf der Kreisstraße LAU 15, auf der Verbindungsstrecke Brunn-Fischbach und auf der Schwarzachstraße zwischen Schleifmühle und Rasch.

Fichte fiel auf Vordach

In Weißenbrunn kippte eine Fichte in das Vordach eines Hauses. In Feucht registrierte die Polizei mehrere beschädigte Pkw – in der Friedrich-Ebert-Straße durch ein vom Sturm umgekipptes Verkehrsschild und im Lohweg durch einen umgekippten Bauzaun. Im Josef-Schlosser-Weg in Feucht musste die Feuerwehr eine Tanne beseitigen, die in einem Vorgarten vom Sturm gefällt worden war und dann quer über der Fahrbahn lag. Bis in die Mittagsstunden am Freitag wurde die Polizei mittelfrankenweit zu fast 400 Einsätzen gerufen. Durch herumfliegende Gegenstände wurden mehrere Menschen verletzt. Für die Region gab es eine Warnung, Wälder oder Parks nicht zu betreten. Erst in den späten Vormittagsstunden nahm der Sturm an Intensität ab.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten
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