Diskussion um Mehrgenerationenhaus in Winkelhaid

Alle unter einem Dach?

Der Vorentwurf zu einem möglichen Lageplan des neuen Mehrgenerationenzentrums in Winkelhaid. Zur Orientierung: Die Wiesenstraße verliefe parallel zum oberen Bildrand. Am 21. Juni findet um 19 Uhr im Gasthof Herrlein eine Anliegerversammlung zum Thema statt. | Foto: privat2018/06/Winkelhaid-Pflegeheim-Horaender-Vorentwurf.jpg

WINKELHAID – Die Abstimmung über einen Vorentwurf zum Bau des Mehrgenerationenzentrums Horänder hat im Gemeinderat Winkelhaid für Uneinigkeit gesorgt. Während die CSU den Vorplan begrüßte, kam Kritik von Seiten der Freien Wahlgemeinschaft Winkelhaid, den Grünen und der SPD. Weil das Interesse der Winkelhaider Bürger groß ist, findet am 21. Juni eine Infoveranstaltung im Gasthaus Herrlein statt.

Das Senioren- und Pflegeheim in der Wiesenstraße ist sanierungsbedürftig. Das Haus stamme aus den 80er Jahren und sei nicht mehr zeitgemäß, sagt Leiter Markus Prell. Das wolle er ändern.

In der jüngsten Sitzung stellte er dem Winkelhaider Gemeinderat seine Vision eines Mehrgenerationenzentrums vor. Momentan seien 70 Prozent der bewohnten Räume Doppelzimmer. Der Sanierungsvorentwurf sieht stattdessen für die Zukunft 80 Prozent Einzelzimmer vor, die in Wohngruppen mit eigener Küche für bis zu 14 Personen zusammengefasst werden.

Zusätzlich plant Prell den Bau von 100 Appartements unterschiedlicher Größe, in denen betreutes Wohnen möglich sein wird. Diese könnten besonders für Menschen attraktiv sein, die schon in jüngeren Jahren der Pflege bedürfen.

Kinderkrippe und Kindergarten

Außerdem wird das Mehrgenerationenzentrum über eine Kinderkrippe und einen Kindergarten verfügen, die jeweils zwölf Plätze zu vergeben haben. Ein Arztzimmer, Einkaufsmöglichkeiten, ein Restaurant, ein Café sowie ein Spielplatz sind ebenfalls in den Gebäudekomplex integriert.

Prell betonte, dass sämtliche Einrichtungen ausschließlich für die Nutzung der Bewohner vorgesehen seien und dementsprechend keine Konkurrenz für ansässige Betriebe darstelle.

Bürgermeister Michael Schmidt lobte die Idee zum neuen Mehrgenerationenzentrum Horänder. „Der Bedarf an solchen Institutionen wird in Zukunft steigen. Das ist für uns extrem wichtig“, sagte er. Kritik und Skepsis kam hingegen von der Freien Wahlgemeinschaft Winkelhaid und von den Winkelhaider Grünen. Auch für die SPD waren nicht alle Fragen zufriedenstellend geklärt. Grünen Gemeinderat Thomas Koch bemängelte, dass die geplanten Freiflächen nicht groß genug seien, besonders um dem Bewegungsdrang Demenzkranker zu genügen.

Ein weiterer Kritikpunkt war, dass die Zufahrtsstraße des Geländes, die in die Wiesenstraße mündet, zu klein sei. Auch würde nach der aktuellen Planung ein „etwas unmotivierter“ Streifen Land im Süden des geplanten Grundstücks zwischen der entstehenden Anlage und der Straße Richtung Weinhof übrig bleiben. „Wir sind nicht gegen das Konzept, nur die Planung gefällt nicht“, sagte Ulrich Kretschmer von der Freien Wahlgemeinschaft.

Bürger können Einfluss nehmen

Prell und Schmidt gaben zu bedenken, dass es sich bei dem vorliegenden Konzept lediglich um einen Vorentwurf und nicht um den fertigen Bauplan handele, der keineswegs unumstößlich sei. Die Feinplanung hätte noch nicht stattgefunden. Die Details könnten daher diskutiert und geändert werden.

Das Interesse an dem geplanten Bauprojekt ist groß unter den Winkelhaider Bürgern. Sämtliche Zuhörersitze im Gemeinderatssaal waren belegt. Deshalb lädt Bürgermeister Schmidt am 21. Juni zu einer Informationsveranstaltung für Anwohner und Interessierte ein.

„Die Bürger haben in den nächsten Wochen Zeit, direkt Einfluss auf das Projekt zu nehmen“, sagte der Bürgermeister. Der Gemeinderat stimmte dem Vorentwurf zum Mehrgenerationenzentrum Horänder mit neun zu sechs Stimmen zu.

N-Land Magdalena Mock
Magdalena Mock