Wegenetz ist gerade in Arbeit

Radweg für die Frankenpfalz

Die E-Bike-Station am Insel-Café in Vorra passt gut zu einem Frankenpfalz-Radweg. | Foto: Siegfried Fuchs2017/04/frankenpfalzradweg.jpg

VELDEN/NEUHAUS – Ob eine gemütliche Familien-Radtour geplant ist oder ein anspruchsvoller Trail gesucht wird, für die stetig größer werdende Gruppe von Hobby- und Freizeitradlern stehen mittlerweile jede Menge Tourenführer und Kartenmaterial quer durch ganz Franken und der Oberpfalz zur Verfügung. Warum dennoch ein geplantes Radwegekonzept der Frankenpfalz eine sinnvolle und nützliche Ergänzung des bereits bestehenden Angebots sein wird, erläuterte Joachim Neuß, Bürgermeister der Stadt Auerbach, in einem Gespräch mit der HZ.

Die seit 2004 bestehende Kleinregion Frankenpfalz ist eine Interessengemeinschaft von acht benachbarten Kommunen aus Ober-, Mittelfranken und der Oberpfalz. Durch den Zusammenschluss über die Grenzen von drei Regierungsbezirken und Landkreisen hinweg wollen sich die Mitglieder auf kommunaler, wirtschaftlicher und touristischer Ebene weiterentwickeln und regionale Standortwerbung betreiben. Eines der jüngsten in einer Bürgermeisterrunde entstandenen und positiv verabschiedeten Tourismusprojekte ist ein gemeinsames Radwegekonzept.

Mit diesem Vorhaben, wie Bürgermeister Joachim Neuß erläuterte, sollen die acht Gemeinden der Interessengemeinschaft durch Radwege miteinander verbunden, das Radwegenetz aber auch an die an allen Grenzen der Frankenpfalz bestehenden regionalen und überregionalen Radwege angeschlossen werden. Er denke dabei zum Beispiel an den Pegnitztal-Radweg, den Fünf-Flüsse-Weg, an Anbindungen Richtung Weiden oder in die Fränkische Schweiz.

Dabei sollten die Verbindungen möglichst über bestehende Trassen von Rad-, Flur- und Waldwegen geführt, die Errichtung beziehungsweise der Ausbau neuer Wege also weitgehend vermieden werden. Da die Frankenpfalz keine eigenen, festangestellten Mitarbeiter beschäftige, würden die einzelnen Projekte von den Bürgermeistern betreut, zum Beispiel das bekannte Kletterfestival vom Königsteiner Bürgermeister Hans Koch oder das hier angesprochene Radwegekonzept von ihm, dem Auerbacher Rathauschef.

Mit der Umsetzung des geplanten Radwegekonzepts wurde die Firma „LandImpuls“ aus Regenstauf beauftragt. Diese Gesellschaft für regionale Entwicklung hat Erfahrung mit derartigen Aufträgen und hat zum Beispiel bereits ein ähnliches Projekt „Radwegekonzept Oberpfälzer Juratäler“ erarbeitet. Sie erstellt ein Konzept, plant die Routen und legt ein Beschilderungssystem an. Wichtig ist Neuß auch, dass sie außerdem die Entfernung zu einzelnen Zielorten und Wege-Anbindungen berechnet. Die Firma wird in den nächsten Wochen vor Ort selbst recherchieren, aber zudem auf Daten zurückgreifen, die die einzelnen Gemeinden liefern.

Die Kosten werden durch die Umlage der Gemeinden — jährlich 50 Cent pro Einwohner — finanziert. „Außerdem erhalten wir 70 Prozent Förderung für die Erstellung des Konzepts vom Freistaat“, so der Auerbacher Bürgermeister.

Wenn alles läuft wie geplant, werden die Vertreter der acht Kommunen die ersten Ergebnisse auf einer Klausurtagung Anfang Mai erfahren. Und spätestens im kommenden Frühjahr laden dann ein farbiger Prospekt, Tourenpläne und aktualisierte Beschilderungen, wobei der Bedarf je Kommune noch offen ist, zu Ausflügen ins „Radlerparadies“ mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten und Einkehrmöglichkeiten ein.

„Wir wollen mit dem neuen Konzept“, wie Joachim Neuß abschließend betonte, „vielen radsportbegeisterten Touristen auf abwechslungsreichen Touren unsere einzigartige Landschaft näher bringen, zugleich aber unseren einheimischen Radlern gute und interessante Anschlussmöglichkeiten in die weitere Umgebung aufzeigen.“

N-Land Siegfried Fuchs
Siegfried Fuchs
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