Interview über Kulturgut Chor

Projektchor des Gesangsverein Vorra

Der Gesangverein Eintracht Vorra blickt auf eine lange Geschichte zurück, dieses Jahr feierte er sein 95-jähriges Bestehen. Diese stolze Tradition wollen die Mitglieder erhalten. | Foto: privat2017/09/8246889.jpg

VORRA – Dass immer mehr Laienchöre um Mitglieder kämpfen müssen, ist nichts Neues. Um es allerdings gar nicht so weit kommen zu lassen, will der Gesangverein „Eintracht 1922“ Vorra schon jetzt handeln: Für zwei Adventskonzerte soll ein Projektchor gegründet werden. Vorstandsmitglied Christa Nürnberger und Chorleiterin Sonja Durst erklären, welche Idee dahintersteckt.

Gibt es bei der Eintracht Vorra bereits Mitgliederschwund?
Christa Nürnberger: Wahrscheinlich nicht so sehr wie bei anderen Chören. Was unser Chor aber nötig hätte, sind mehr Männer. Wenn wir wollten, könnten wir auch einen Frauenchor daraus machen. Aber er soll gemischt bleiben.

Wieso sind Männer so wichtig für den Chor?
Sonja Durst: Durch die tiefen Männerstimmen bekommt der Chor einen volleren und voluminöseren Klang.
Nürnberger: Es ginge auch ein ganzes Stück Tradition und Geschichte verloren. Früher war die Eintracht Vorra ein reiner Männerchor, weshalb das Liedgut noch auf männliche Stimmen ausgerichtet ist. Viele Stücke könnten wir als Frauenchor gar nicht mehr singen.

Was haben Sie schon unternommen, um den Chor „attraktiver“ zu machen?
Durst: Wir haben vor allem an den Liedern gearbeitet. Wir singen jetzt auch moderne Schlager, lustige Stücke wie „Ein knallrotes Gummiboot“ oder „Mary Lou“ und Lieder in anderen Sprachen. Natürlich wollen wir auch wertvolles, traditionelles Liedgut erhalten.
Nürnberger: Der Chor kann aber auch mit seiner guten Stimmung werben. Jeder Neuling wird herzlich aufgenommen und integriert. Sonja Durst hat eine sehr lockere und freundliche Art, sie nimmt die Strenge aus dem Singen heraus. So macht es viel mehr Spaß und auch das Lernen neuer Lieder ist sehr angenehm.

Wie sieht die Arbeit in Ihrem Projektchor aus?
Nürnberger: Wir treffen uns nur für einen bestimmten Zeitraum, ohne dass man gleich Mitglied im Verein werden muss. Am ersten Advent wollen wir im Gottesdienst auftreten und am dritten Advent gibt es ein Gemeinschaftskonzert mit allen Vorraer Chören.

Wann geht’s los?
Durst: Am 15. September treffen wir uns das erste Mal. Die Proben finden dann immer freitags von 19.30 bis 21 Uhr statt: Also zu den normalen Chorproben der Eintracht, die auch beim Projektchor dabei ist. Für die Einzelstimmen bieten wir auch Sonderproben an, damit vor allem Neulinge sich besser in die Lieder einfinden.
Nürnberger: Außerdem gibt es am Samstag, 4. November, einen Chortag im Vorraer Schloss, an dem wir intensiv proben und einfach einen schönen Tag zusammen verbringen wollen.

Wer kann im Projektchor mitmachen?
Durst: Prinzipiell jeder, der Lust auf Singen hat, egal ob jung oder alt, Mann oder Frau. Es braucht keine Chor- oder Gesangserfahrung. Wer möchte, kann auch gerne zum Schnuppern vorbeikommen.

Welche Lieder haben Sie für den Projektchor geplant?
Durst: Wir wollen afrikanische Stücke singen und im Hinblick auf Weihnachten moderne sowie klassische deutsche Adventslieder.

Wer beim Projektchor mitmachen möchte oder Fragen dazu hat, schreibt eine Mail an 
info@eintracht-vorra.de oder meldet sich telefonisch bei Christa Nürnberger unter 09665/1501 oder bei 1. Vorsitzender Eva-Maria Endres unter 09152/928592. 
Internet: www.eintracht-vorra.de

N-Land Marina Wildner
Marina Wildner