Gnadenhof nimmt „Jonathan“ auf

Bulle im Glück

Bulle Jonathan ist gut auf dem Gnadenhof in Fulda angekommen. | Foto: privat2017/08/8316031.jpeg

ALFALTER/FULDA – Wenn das kein Happy End ist: Bulle Jonathan, der im Juli in Alfalter ausgebüxt war (wir berichteten), gehört nun dem Tierschutzverein Rüsselheim. Der hat den 700 Kilo Koloss auf einem Gnadenhof in Fulda untergebracht, wo er bis ans Ende seiner Tage bleiben darf.

Bereits am Dienstag brachte ein Transporter Jonathan — den Namen erhielt das Tier in sozialen Netzwerken — zu seinem neuen Domizil. Der Bulle sollte eigentlich im Juli zum Schlachthof kommen, war dann aber beim Verladen in Alfalter abgehauen. Seine Flucht endete damals in einem Vorgarten in Hohenstadt, wo es schließlich einem Tierarzt gelang, ihn mit Pfeilen zu betäuben.

Nach dieser spektakulären Flucht des Bullen vor dem Schlachttod nahmen vor allem in den sozialen Medien zahlreiche Menschen Anteil an dem Schicksal des Tieres. Doris Rauh vom Verein Rüsselheim aus Augsburg, der Tiere vor dem Schlachter freikauft und ihnen das Gnadenbrot gibt, machte dem Landwirt aus Alfalter schließlich ein Kaufangebot für Jonathan. Am Wochenende willigte der Bauer nun ein.

Jonathan gehe es soweit gut, sagt Doris Rauh auf Nachfrage der HZ. Das Tier sei noch immer in Alarmbereitschaft und sehr wachsam, so die Vorsitzende des Vereins Rüsselheim. Aber der Bulle werde auf dem Gnadenhof, wo bereits an die 180 Rinder untergebracht sind, von einem erfahrenen Landwirt betreut. Nun müsse sich Jonathan erst einmal eingewöhnen. Auch die Kastration stehe ihm noch bevor. Danach aber, so hofft Doris Rauh, soll Jonathan irgendwann mit den anderen Tieren auf der Weide stehen und in Ruhe seinen Lebensabend genießen dürfen.

N-Land Katja Bub
Katja Bub