Bahn stellt Schäden an den historischen Bauwerken fest

An den Brücken bröckelt es

Sirko Kellner von der DB Netz zeigt, wo an der Brücke zwischen Rupprechtstegen und Lungsdorf der Stahlträger abgebrochen ist (Pfeil). Foto: K. Bub2013/04/5_2_1_2_20130416_BAHN.jpg

RUPPRECHTSTEGEN — Jetzt ist es passiert: Bei einer der historischen Brücken im oberen Pegnitztal ist ein etwa 1,80 Meter langer Fahrbahnlängsträger herausgebrochen. Und auf solchen Trägern ruhen immerhin die Schwellen und letztendlich die Schienen. Aus Sicherheitsgründen kann die Bahn das Streckenstück zwischen Vorra und Neuhaus derzeit also nur noch eingleisig befahren, was zu Verspätungen im Zugverkehr führt. Rückt nun der Abriss der alten Brücken näher?

Mit so einem „Ermüdungsbruch“ hat selbst die Bahn nicht gerechnet. Bauingenieur Sirko Kellner von der DB Netz zeigt auf das abgebrochene und gut 80 Kilo schwere Stahlstück, das Arbeiter vergangenen Freitag bei der 1899 erbauten Brücke zwischen Rupprechtstegen und Lungsdorf entdeckten. Sie überprüfen derzeit die Brücken hier. Zeitgleich erstellt Andreas Hacker von „Büchting und Streit“ aus München ein Gutachten über die historischen Brücken (siehe Kasten rechts). Das soll Aufschluss bringen, ob die Bauwerke überhaupt noch zu erhalten sind.

Die Bahn geht derweil daran, den kaputten Fahrbahnlängsträger auszutauschen. 50.000 bis 80.000 Euro kostet die Reparatur. Anfang Mai ist die Strecke dann vermutlich wieder zweigleisig befahrbar – wenn sich nicht noch mehr Schäden bemerkbar machen. Ein paar Kilometer weiter ist bereits die nächste Brücke für den Güterverkehr gesperrt. Auch hier Teilanrisse an den Stahlträgern.

„Die Bahn hat 30 Jahre geschlampt. Die Brücken hätte man warten müssen“, wirft Anneliese Urbat von der BI Bahnbrücken dem Unternehmen vor. Das kontert: Optisch sei an dem herausgebrochenen Fahrbahnlängsträger nichts feststellbar gewesen. Selbst der Messzug, der am 2. April noch die Strecke abgefahren hat, habe keine Auffälligkeiten angezeigt.

Kommt nun also der Abriss der alten Brücken? Die Bahn will zwar das Gutachten von Hacker abwarten, aber das „Ja“ des Unternehmens wird lauter.

N-Land Katja Bub
Katja Bub