Großer Beifall für Heeresmusikkorps Veitshöchheim

Vom Schießplatz auf die Röthenbacher Bühne

Heeresmusikkorps
Kurz vor ihrem Auftritt in der Karl-Diehl-Halle hatten die Mitglieder des Veitshöchheimer Heeresmusikkorps ihre Schießfertigkeiten trainiert – mit ihren Gewehren können sie offensichtlich ähnlich gut umgehen wie mit ihren Instrumenten. | Foto: Brinek2017/06/heeresmusikkorps-rothenbach.jpg

RÖTHENBACH — Einen Ohrenschmaus für Liebhaber von Militärmusik hat das Heeresmusikkorps Veitshöchheim geboten. Es trat auf Einladung der Geschwister-Scholl-Mittelschule in der Röthenbacher Karl-Diehl-Halle auf. Bei sommerlichen Temperaturen heizte das Orchester mit schneidiger Marschmusik, aber auch mit Swing und Musicalmelodien den vielen Zuhörern im Saal noch zusätzlich ein.

Die Geschwister-Scholl-Mittelschule in Röthenbach beweist ihre Liebe zur musikalischen Förderung schon seit Jahren durch eigens einstudierte Schülermusicals und unterschiedlichste Konzerte. Das brachte Fachlehrer Markus Raab, der selbst jahrelang im Musikkorps gespielt hat, auf die Idee, die rund 50 Musiker des Heeresmusikkorps Veitshöchheim nach Röthenbach einzuladen.

Rektor Roland Pecher begrüßte das Ensemble und dessen Leiter, Oberstleutnant Roland Kahle. Er bedankte sich bei den Musikern dafür, dass deren kostenloser Auftritt es ermögliche, den durch den Verkauf der Eintrittskarten erzielten Erlös für soziale Zwecke auszugeben. Der Schulleiter versprach gleichzeitig, dass die Besucher „Musik allererster Güte“ zu hören bekämen – und er behielt recht.

Märsche rund um Luftschiffe

Im ersten Teil des Konzerts war typische Militärmusik mit Märschen und symphonischen Dichtungen zu militärischen Themen zu hören. Den Militärmarsch „Graf Zeppelin“ von Carl Teike und anschließend „Luftschiff Hindenburg“ beherrschte das Orchester bravourös. Zudem stellten die Musiker die Katastrophe der Hindenburg, bei der das 246 Meter lange Luftschiff mit 40 Menschen an Bord in Flammen aufging, nach.

Oberstleutnant Kahle führte mit informativen und gleichermaßen launigen Texten durch das Programm und stellte die einzelnen Musikstücke vor. Mit dem Präsentiermarsch des Zarenregiments Preobraschenski sowie einem selten gespielten kaukasischen Stück und dem Marsch „Frei weg“ ging es in die Pause. Bei diesen Werken gab es für die Kenner auch beachtliche Soli von Fagott und Querflöte zu hören.

Musiker sind treffsicher

Oberstleutnant Kahle sorgte für allgemeine Erheiterung, als er erzählte, dass seine Musiker gerade direkt vom Schießplatz kämen. Denn auch sie bräuchten eine diesbezügliche Ausbildung. Dabei verriet er, dass seine Kameraden bestimmt keine guten Schützen, ihre Ergebnisse aber überraschend achtbar gewesen seien. Sein Resümee brachte ihm Applaus ein: „Also so schlecht können unsere Waffen doch nicht sein!“

Im zweiten Teil des Konzerts wurde es leichter und beschwingter. Das Orchester spielte die schönsten Melodien aus dem Musical „Elisabeth“ und den österreichischen Marsch-Hit „Unter dem Doppeladler“. Auch ein längerer Part mit Swing und Beat gehörte zum Programm. Hier zeichnete sich besonders der Bandsänger Markus Lenhardt aus. Songs von Sting oder Elvis brachte er gekonnt und doch mit eigener Note zu Gehö. Mit dem Marsch „Alte Kameraden“ als Zugabe und der Nationalhymne, die das Publikum stehend mitsang, endete das Konzert schließlich.

„Fulminanter Abend“

Es war ein gelungener Auftritt, den Rektor Roland Pecher mit den Worten kommentierte: „Ein fulminanter Abend, der hochklassige Musik brachte.“ Sein Dank an alle ging im rauschenden Applaus der Besucher unter.

N-Land Hans Brinek
Hans Brinek