Kreishaushalt 2018

Viel Geld für Schulen und Soziales

Die Sanierung der Laufer Realschule kam im vergangenen Jahr nur schleppend voran. Das soll sich 2018 ändern. 2,1 Millionen Euro sind hierfür im Kreishaushalt vorgesehen. | Foto: Braun2018/01/baustelle-realschule-lauf-kran-tib.jpg

NÜRNBERGER LAND — Kämmerer Werner Rapp hat im Kreistag Nürnberger Land die wichtigsten Eckdaten des Kreishaushalts 2018 vorgestellt. Hohe Ausgaben für Soziales, Investitionen in die Schulen und Diskussionen um die Kreisumlage standen im Fokus.

„Bezirksumlage schlägt Kreisumlage“ hat Landrat Armin Kroder den Kreishaushalt 2018 überschrieben. Dank sprudelnder Steuereinnahmen bei den Kommunen darf der Landkreis zwar mit einer saftigen Kreis­umlage von 88,3 Millionen Euro rechnen, doch mehr als die Hälfte davon (44,7 Millionen Euro) muss er „direkt an den Bezirk durchreichen“, so Kroder. Denn der Bezirk Mittelfranken hat seine Bezirksumlage – die höchste in Bayern – erneut um 0,7 Prozentpunkte auf 23,8 Prozent erhöht. Das sorgt nicht nur im Nürnberger Land für Unmut, das nach der Stadt Nürnberg der größte Umlagenzahler ist.

Zwar erwartet der Landkreis auch bei den Schlüsselzuweisungen durch den Freistaat einen Anstieg auf 22,5 Millionen Euro (2017: 21,5 Mio.), doch nach Abzug aller Einnahmen und Ausgaben kommt Kämmerer Werner Rapp zu dem ernüchternden Ergebnis, dass die Finanzkraft des Landkreises im starken Steuerjahr 2018 nur um 70. 000 Euro steigt. Ein „vernachlässigbarer Betrag“, so der Kämmerer, angesichts eines Gesamthaushaltsvolumens von 204,8 Millionen Euro.

Rund 180 Millionen Euro davon entfallen auf den Verwaltungshaushalt, in dem die laufenden Kosten zusammengefasst sind. Fast die Hälfte davon (46,7 Prozent oder 58,5 Millionen Euro) werden im Bereich Soziale Sicherung und Jugendhilfe fällig (weitere Berichte folgen). Weitere große Posten sind der Unterhalt der Schulen mit 19,7 Millionen Euro sowie der Bereich Öffentliche Einrichtungen und Wirtschaftsförderung (19,6 Mio.). Zudem muss der Landkreis 800 .000 Euro mehr für die Krankenhausumlage bezahlen.

24,4 Millionen für Investitionen

Für Investitionen (Vermögenshaushalt) hat Rapp 24,4 Millionen Euro vorgesehen. Fast 63 Prozent davon fließen in die Schulen. Besonders schlägt der Teilneubau des Altdorfer Gymnasiums mit 4,1 Millionen Euro zu Buche. Für Vorarbeiten zur Sanierung des Röthenbacher Gymnasiums sind 3,4 Millionen Euro eingeplant, für die Laufer Realschule 2,1 Millionen Euro. Eine mögliche Erweiterung der Realschule Feucht (800 .000 Euro) muss noch diskutiert werden. Im Bereich Tiefbau ist die Sanierung der Bahnbrücke in Rollhofen mit 800 .000 Euro der größte Posten.

Eine Diskussion entwickelte sich über die technische Ausstattung der Schulen. Allein die neue EDV-Ausstattung des Altdorfer Gymnasiums kostet 500. 000 Euro. Die Zeiten, in denen man nur neue Kreidetafeln anschaffen musste, seien nun einmal vorbei, sagte Kroder.

Die meisten Ausgaben sind ohnehin Pflichtaufgaben des Landkreises: Die 63 Freiwilligen Leistungen für Vereine und Organisationen belaufen sich auf lediglich 1,9 Millionen Euro.

Um alles finanzieren zu können, muss der Landkreis zwei Millionen Euro aus seinen Rücklagen (aktuell 5,4 Mio. Euro) entnehmen und drei Millionen Euro an neuen Krediten aufnehmen. Dadurch steigt der Schuldenstand Ende 2018 auf voraussichtlich 35 Millionen Euro.

Weitere Beratungen folgen in den Ausschüssen der kommenden Wochen. Die Verabschiedung ist für den 19. Februar geplant.

N-Land Tina Braun
Tina Braun