Wenig Teilnehmer, viele Ideen

Zweite Veranstaltung zum Radverkehrskonzept des Landkreises

Teilnehmer und Veranstalter besprechen Ergebnisse der Gruppenarbeit. Mit dabei sind Bürgermeister Herbert Seitz und Bernd Hölzel, Leiter Kreisentwicklung (Zweiter und Dritter v. links). | Foto: S. Fuchs2018/06/Verkehrswegekonzept.jpg

VELDEN – Es geht bei dem geplanten neuen Radverkehrskonzept des Landkreises Nürnberger Land um die Ablösung und Überführung des bisherigen, aus dem Jahre 2009 stammenden Konzepts, das sich in erster Linie an Freizeit- und Erholungsaspekten orientiert und dabei die Verbesserung des Radwegenetzes im Landkreis zum Ziel hatte.

Wie Bernd Hölzel, Leiter der Stabsstelle Kreisentwicklung des Landratsamtes, beim Bürgerform im Veldener Rathaus dargelegte, habe sich der Landkreis um den Titel „Fahrradfreundlicher Landkreis“ beworben. Voraussetzung dafür sei ein modernes Radverkehrskonzept, das neben dem Freizeitverkehr als zweite Komponente vor allem das Fahrrad als alltagstaugliches Verkehrsmittel, etwa für den Einkauf, für Fahrten zu Bildungseinrichtungen, zur Arbeit oder zum nächsten ÖPNV-Haltepunkt in den Mittelpunkt der Betrachtungen stelle.

Es sei also weit mehr, als nur den Fokus auf Lückenschlüsse zwischen einzelnen Gemeinden zu richten. Und letztlich sei der Umstieg auf das umweltfreundliche Verkehrsmittel ein zwar kleiner, aber wichtiger Beitrag, den Energiebedarf und damit die CO2-Bilanz im Kreis zu senken.

Seit 8. Mai haben deshalb alle Bürger im Landkreis Nürnberger Land die Möglichkeit, sich aktiv mit Ideen für Gestaltungskriterien beziehungsweise Qualitätsstandards zu diesem Projekt einzubringen. Federführend ist das Institut für innovative Städte (i. n. s.) mit Sitz in Röthenbach.

Wo steht das Rad?
Hannah Thiemann und Martin Häckel vom beauftragten Institut zeigten zunächst in einem kurzen Vortrag eine Reihe positiver Beispiele für innerörtliche Radverkehrsanlagen, bevor in einem Workshop die Teilnehmer eigene Anforderungen und Lösungen an einen modernen Radverkehr in vier Themenbereichen erarbeiteten und festlegten.

Beim Thema „Pendler“ ging es fast ausschließlich um den ÖPNV; Stichworte wie DB-Ausschlusszeiten, sichere Rad-Abstellanlagen, barrierefreier Zugang und genügend Platz in Bussen und Bahnen. Hinzu kam der Hinweis auf Duschmöglichkeiten am Arbeitsplatz.

Bei Radtouren von Familien mit Kindern standen die Sicherheit, etwa durch getrennte Fahrbahnen, übersichtliche, gut ausgebaute (asphaltierte) Wege und klare Beschilderung (zum Beispiel Richtungspfeile) ganz oben bei den Anforderungen. Wichtig sei auch gegenseitige Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer. Negativ wurden zum Beispiel parkende Autos auf Radwegen genannt oder gemischter Fußgänger- und Radverkehr. In die Zukunft blickend sollte man – etwa durch breitere Radwege – an den steigenden Anteil von E-Bikes, Lasten-, Dreirädern und Rädern mit Anhängern denken, aber auch an die Zunahme älterer Verkehrsteilnehmer.

Schwacher Besuch
Bernd Hölzel und Vertreter des Instituts dankten abschließend den wenigen, aber umso engagierteren und motivierteren Teilnehmern für die vielen Anregungen, die selbstverständlich in die Überlegungen für ein neues Radverkehrskonzept einbezogen würden. Der leider etwas schwache Besuch ist vielleicht auch darauf zurückzuführen, so der Tenor der Veranstalter, dass die Bürger seit Anfang Mai Online ihre Stellungnahme auf der Internetseite www.von8bis80.de abgeben und Anstöße, Kritik und Lob einbringen können. Wie von den Verantwortlichen am Abend zu hören, wird von dieser Möglichkeit bereits rege Gebrauch gemacht.

Das nächste Bürgerforum zum Thema Radwegekonzept findet am 27. Juni um 19 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses in Schwarzenbruck statt.

N-Land Siegfried Fuchs
Siegfried Fuchs