Von Fichtenmonokultur zum Mischwald

Waldumbau in Münzinghof

Mit Fleiß und Leidenschaft pflanzten die Münzinghof-Bewohner um Tobias Wilhelmi Eiben und Tannen. | Foto: privat2017/04/8064968.jpeg

MÜNZINGHOF – Angesichts der fortschreitenden Klimaerwärmung und deren Folgen für die Waldwirtschaft hat in den vergangenen Jahrzehnten ein Umdenken stattgefunden, das die Vorstellung vom idealen Wald stark verändert hat. Auch in Münzinghof setzt man im Wald auf abwechslungsreiche Mischbestände, die entweder durch Naturverjüngung oder durch gezielte Pflanzungen erreicht werden.

Nach dem Motto „wer breit streut, rutscht nicht“ werden vor allem Wälder mit Hauptanteil Fichte und Kiefer heute immer öfter zu artenreichen und klimastabilen Mischbeständen umgebaut – so auch beim Münzinghof. Bei einer Waldbesichtigung und Beratung durch Revierförster Helmut Lay wurde dafür im vergangenen Herbst eine Fläche, die rund einen halben Hektar groß ist, mit einem hiebreifen Fichtenbestand ausgewählt.

Das Waldstück war vor 100 Jahren noch ein Acker gewesen. Jetzt sollte geerntet werden, was die Vorfahren dort gepflanzt hatten. Im Winter wurde der Bestand gefällt, wobei sich herausstellte, dass ein Großteil der Bäume stammfaul war – ein häufiges Problem bei Erstaufforstungen mit Fichten. Im Frühjahr wurde die Fläche durch Lay vermessen und ein Arbeits- und Kulturplan nach den Wünschen von Tobias Wilhelmi erstellt, der am Münzinghof für die Waldbewirtschaftung verantwortlich ist. Ihm ist es ein großes Anliegen, im Sinne des Generationenvertrages die Wälder für die folgenden Generationen gesund und nachhaltig zu gestalten.

Dazu gehört das Pflanzen von Bäumen, die hochwertiges Holz liefern. Für diesen Standort wählte er daher in Absprache mit Revierförster Lay Baumarten wie Kirsche, Eiche, Tanne, Buche und Douglasie aus. Hinzu kamen Raritäten wie Speierling, Elsbeere und Eibe – zur Förderung seltener, wertvoller Baumarten. Über ein Förderprogramm der bayerischen Forstverwaltung zur Wiederaufforstung von standortgemäßen Waldbeständen konnten die Pflanzgutkosten finanziert werden.

Das Waldstück wurde zum Schutz vor Wildverbiss eingezäunt. Anschließend wurden die Pflanzen mit Hilfe eines Hohlspatens in mühevoller Arbeit von vielen Mitarbeitern des Münzinghofes gepflanzt. „Für mich ist diese Fläche eine Schatzkammer, die sich hoffentlich so entwickelt, dass unsere Nachkommen aus ihr wertvolles Holz ernten“, erklärt Wilhelmi.

N-Land Hersbrucker Zeitung
Hersbrucker Zeitung