Heimatliebe in Bild und Holz

Unbekannte Werke von Anna M. Scholz bei den Werkstatt-Tagen

Die Burg Hohenstein hatte Anna M. Scholz von ihrem Zuhause aus täglich im Blick. Sie taucht in vielen Bildern auf. | Foto: U. Scharrer2018/06/Hohenstein-Scholz-2.jpg

UNTERKRUMBACH – 20 Jahre Kunst und Musik zwischen wuchtigen Sägemaschinen, riesigen hängenden Schleifpapier-Rollen und imposanten Bretterstapeln: Das sind die Werkstatttage in Unterkrumbach. Zum Jubiläum der Nachhaltigkeits-Scouts gibt es bisher nicht gezeigte Arbeiten der Weggefährtin Anna M. Scholz.

Lange ist es her, dass Anselm Stieber mit seiner Geige die klanglichen Qualitäten der Fertigungshalle in Unterkrumbach erprobte und den Weg für eine Reihe anspruchsvoller und unterhaltsamer Konzerte, Filmgalas und Lesungen freimachte.

Auch Kunst war schon immer mit im Spiel, und gerade die 2009 verstorbene Künstlerin und Kunstförderin Anna M. Scholz nutzte die großzügigen Wände in der Massivholz-Schreinerei, um übergroße Werke auszustellen. Diesmal allerdings hatte Tochter Judith Schönhöfer hauptsächlich fränkische Ansichten ausgewählt. In Aquarell, Bleistift und sogar – hauchzart und völlig untypisch für dieses Zeichenmedium – in Kugelschreiber, hatte sich die gelernte Pharmazeutin seit ihrem Umzug aus Nürnberg aufs Land vor 45 Jahren die neue Heimat „ermalt“.

In ihrer Laudatio betonte Judith Schönhöfer, dass auch ihre Mutter sehr an Nachhaltigkeit gelegen war, weswegen sie gerne auf Fahrkarten und anderes gebrauchtes Papier zeichnete. Lieber wäre es Schönhöfer gewesen, ihre Mutter hätte ihre Ausstellungseröffnung erleben können: „Sie hätte sich sehr geehrt gefühlt!“

Weggefährten trugen Anekdoten zu ihrer Verbindung mit Scholz bei, Bürgermeister Robert Ilg als Mitglied der Anna M. Scholz-Stiftung würdigte die Verdienste der Künstlerin: „Sie hat die Kunst in der Region wachgeküsst und mit Charme und Beharrlichkeit durchgesetzt, was ihr vorschwebte.“ Uli Olpp, ihr Nachfolger als Leiter des Fördervereins Kunstmuseum, sprach von der Herausforderung, das Museum ins 21. Jahrhundert zu führen. Ingrid Pflaum als gelernte Porzellanmalerin schätzte die profunden botanischen Kenntnisse, die sich in den Werken von Scholz zeigten.

In Unterkrumbach 39 sind die Heimatbilder bis Ende Juli zu sehen.

N-Land Ute Scharrer
Ute Scharrer