Neuer Pfarrer in der Christuskirche

Ulrich Zenker predigt zukünftig in Schnaittach

Der neue Schnaittacher Pfarrer: Ulrich Zenker hat die vergangenen 17 Jahre bei der Landeskirche in München gearbeitet. | Foto: Schuster2017/09/pfarrer-ulrich-zenker-schnaittach.jpg

SCHNAITTACH — Schnaittach bekommt einen neuen Pfarrer. Nachdem das Pfarrhaus und die dazugehörige Stelle in der evangelischen Gemeinde bereits seit 1. Juni vakant war, wird am heutigen Sonntag Ulrich Zenker in einem Gottesdienst in sein Amt eingeführt.

Der neue Pfarrer war zuletzt bei der Landeskirche in München als Referent für Mittel- und Osteuropa zuständig für internationale Kontakte. Nach fast 17 Jahren auf dieser Stelle freut sich der 54-Jährige nun darüber, nach der Renovierung des Pfarrhauses seinen festen Wohnsitz in Schnaittach zu haben. „Als richtiger Pfarrer braucht man einfach eine Kirchengemeinde, die einen persönlich kennt und mit der man Freud und Leid teilen kann“, sagt Zenker. Mit ihm wählen seine Frau und die drei volljährigen Kinder Schnaittach als neuen Heimatort, wobei der älteste Sohn bereits Maschinenbau studiert und die Tochter eine Ausbildung zur Diätassistentin macht.

Zenker, der in Ermreuth aufgewachsen ist, fand den Weg zum Glauben mit seiner Konfirmation und landete danach beim CVJM. Dann lag es nahe, die anschließende Zivildienstzeit in den Jahren 1982/1983 auf Burg Wernfels abzuleisten. Das Theologiestudium begann er in Erlangen und wechselte später nach Tübingen.

Ein Jahr in Norwegen

Schon mit der Tübinger Kirche gab es erste Kontakte nach Norwegen – in Oslo studierte Zenker schließlich für ein Jahr. Sein persönliches Highlight in dieser Zeit war eine fünfwöchige Pfarrvertretung in Nordnorwegen, in einem Dorf zwischen zwei Fjorden. Nördlich des Polarkreises war es fast immer hell und er brauchte ein wenig, um sich daran zu gewöhnen. „Ich habe dort alles gemacht, was ein Pfarrer macht, nur Trauungen waren tabu.“ In Norwegen sind kirchliche und standesamtliche Trauung zusammengefasst.

Zurück in Erlangen, bereitete sich Zenker auf das Staatsexamen vor. Schon damals fiel der Blick aus der elterlichen Wohnung auf die Festungsruine am Rothenberg, die am Horizont gut zu erkennen war. Das Vikariat erlebte er in Neu-Ulm.

Die Kirche entsandte Zenker 1995 in die Ukraine. Damals war sein ältester Sohn gerade einmal acht Monate alt. Der Winter war hart, es lagen fast drei Meter Schnee und in der Wohnung gefror das Wasser an den Wänden – der Oberkirchenrat hatte schließlich ein Einsehen und baute der Familie ein Pfarrhaus, in dem sie vier Jahr lang lebte.

Im Januar 2000 folgte der Wechsel nach München. In den vergangenen 17 Jahren als Referent bei der Landeskirche sind auch viele internationale Freundschaften entstanden.

Ulrich Zenkers Einführungsgottesdienst mit Dekan Werner Thiessen aus Hersbruck beginnt an diesem Sonntag um 15 Uhr in der Schnait­tacher Christuskirche.

N-Land Udo Schuster
Udo Schuster