Eberhard Gienger beim TV 1877 Lauf

Turn-Weltstar zu Gast in Lauf

Auf dem Schwebebalken zeigen die Kinder dem ehemaligen Kunstturner, wie gut sie darauf balancieren können. | Foto: Cichon2017/08/Eberhard-Gienger-TV-1877-Lauf-Turnstunde-Madchen-Schwebebalken.jpg

LAUF — Deutscher Meister, Weltmeister und Dritter bei Olympia: Das sind nur einige Erfolge des ehemaligen Kunstturners Eberhard Gienger. Auf Einladung von Marlene Mortler zeigte der Kollege aus dem Bundestag beim TV 1877 Lauf dem Turnnachwuchs einige Übungen. Im Anschluss daran hielt er einen Vortrag zum Thema „Sport kennt kein Alter“.

„Herrn Gienger zu kennen, ist eine Frage des Alters. Keine Frage des Alters ist, Sport zu treiben“, so begrüßte die heimische Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler die Gäste in der Turnhalle des TV 1877 Lauf. Sie hatte Eberhard Gienger aus Künzelsau, unter anderem sportpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, dorthin eingeladen. Kindern der Turnabteilungen des TV 1877 Lauf und des SpVgg Diepersdorf sollte der ehemalige Hochleistungssportler einige Übungen zeigen. Darauf vorbereitet war der 66-Jährige zwar nicht, tauschte aber rasch seinen Anzug gegen ein geliehenes Sportoutfit des TV 1877 Lauf ein.

Gienger, nach dem auch ein eigener Salto benannt ist, ließ sich von den gut 20 Nachwuchsturnern auf dem Trampolin Salti und Flugrollen zeigen. Er gab Anweisungen, wie sie ihre Haltung verbessern und das Verletzungsrisiko verringern können. Wie es richtig geht, zeigte er selbst mit einem Salto.

Eberhard Gienger lässt sich von einem Jungen eine Flugrolle auf dem Trampolin vorführen. | Foto: Cichon2017/08/Eberhard-Gienger-TV-1877-Lauf-Turnstunde-Trampolin-ci.jpg

Er lobte die Mädchen und Jungen, als sie scheinbar mühelos über den Schwebebalken balancierten und Drehungen und Radwenden vorführten. „Ich bin froh, dass ich nicht auf den Schwebebalken musste. Ich kann ja gerade einmal geradeaus auf dem Bordstein laufen“, scherzte Gienger. Am Reck, seine einstige Königsdisziplin, versuchte er, dem Nachwuchs einen Absprung mit Rückwärtssalto beizubringen.

Passend zur Turnstunde zuvor appellierte er in seinem Vortrag an die Zuhörer, wie wichtig Bewegung ist – und zwar in jedem Alter. „Es ist wichtig, den Kindern schon im Kindergarten zu vermitteln, dass Sport etwas ganz Natürliches ist“, so der Turner. Dabei beruft sich der Sportler auf eine Studie. Diese hat gezeigt, dass 20 Prozent der Kinder übergewichtig, sieben Prozent davon sogar stark übergewichtig, sind. Und Sportlehrer stellen immer häufiger fest, dass Kinder heutzutage oft motorisch eingeschränkt sind.

Wichtig ist auch, Körper, Seele und Geist miteinander in Einklang zu bringen, so Gienger. Dabei sei es keine Ausrede, wenn man sagt, dass man keine Zeit hat. Von älteren Menschen hört Gienger immer wieder, dass es sich nicht mehr lohne, noch Sport zu machen. Auch das lässt der CDU-Politiker nicht gelten: „Den Muskel einer 90-Jährigen kann man genauso trainieren wie den eines 20-Jährigen. Man muss es nur altersadäquat tun.“ Und das könne man laut Gienger bei den Sportvereinen. „Sie sind der Kitt unserer Gesellschaft“, zitierte er den ehemaligen Präsidenten des Deutschen Sportbundes, Manfred von Richthofen. Nach dem Vortrag diskutierte Gienger mit den Zuhörern unter anderem über Vereinsarbeit.

N-Land Anne Cichon
Anne Cichon