Nur Rumpfprogramm möglich

Sturmtief „Herwart“ fegt die Fußballplätze leer

Der FC Ottensoos - am Ball Abwehrspieler Sebastian Schmidt, der zu einem Solo ansetzt; links Christian Deinhardt - stellte auch gegen den SC Kühlenfels seine Heimstärke unter Beweis und schickte die Gäste aus der Fränkischen Schweiz klar mit 5:0 geschlagen auf den Heimweg. Foto: M. Keilholz2017/10/FC-Ottensoos-Kuhlenfeld-Schmidt.jpg

ERLANGEN/PEGNITZGRUND — Herbststurm „Herwart“ hat dafür gesorgt, dass fast das komplette Fußballprogramm am Sonntag ausgefallen ist. So fanden in der Kreisliga nur zwei Partien statt. Dabei verlor der SK Lauf II sein Heimspiel gegen die DJK Weingarts mit 1:4 während der der FC Ottensoos mit 5:0 gegen den SC Kühlenfels siegt. Ebenfalls mit einem 5:0 bezwang in der Bezirksliga am Samstag Türkspor Nürnberg die SpVgg Hüttenbach; gestern verlor der SV Schwaig beim FC Herzogenaurach mit 0:2. Ein vorzeitges Ende fand nach eine Reihe von Verletzungen die A-Klassenpartie der SpVgg Diepersdorf II.

Bezirksliga: Türkspor Nürnberg – SpVgg Hüttenbach 5:0 (3:0) — Nach einer indiskutablen Leistung musste die SpVgg Hüttenbach zum Abschluss der Hinrunde bereits am Samstag eine deftige 0:5-Klatsche hinnehmen. Dabei war Türkspor Nürnberg keinesfalls ein übermächtiger Gegner, aber Passivität, schwaches Zweikampfverhalten und fehlende Laufbereitschaft machten es dem Tabellennachbarn aus Nürnberg leicht, Tore zu erzielen. Somit ließ die Elf vom Oberland sämtliche Tugenden vermissen, die sie bis auf den zweiten Tabellenplatz gespült hatte. Bereits in der Anfangsphase deutete sich das Debakel an, denn die Hüttenbacher verschliefen diese komplett. Nach einem langen Ball ließ sich Andreas Gruner allzu leicht von Sögütlü abkochen, der sich nicht zweimal bitten ließ und frei vor Hartmann die Führung erzielte (3.). Auch für den zweiten Treffer zeichnete Türkspors Stürmer verantwortlich, als er in Strafraumnähe unbedrängt einige Meter laufen durfte und mit einem trockenen Schuss unhaltbar für den bedauernswerten Hartmann vollendete (8.). In der Folgezeit rappelte sich die Trauner-Elf doch etwas zusammen und kam besser ins Spiel. Vielleicht hätte die Partie auch einen anderen Verlauf genommen, hätte Elterlein die Riesenchance zum Anschlusstreffer genutzt. Er schoss aber völlig freistehend ziemlich überhastet über den Kasten (16.). Stattdessen durfte die Heimelf auf der anderen Seite die Behäbigkeit des Hüttenbacher Defensivverbundes zum dritten Treffer nutzen, als Sögütlü quer spielte und Jasarevic am langen Pfosten nur noch einzuschieben brauchte (29.).
Auch nach dem Seitenwechsel konnten die Gäste ihre passive Spielweise nicht ablegen, denn bereits zwei Minuten nach Wiederanpfiff zappelte der Ball erneut im Netz der SpVgg, als gleich drei Gegenspieler frei vor Hartmann auftauchten und schließlich Köseoglu vollendete (47.). Die Gäste waren zwar um Ergebniskosmetik bemüht, doch an diesem gebrauchten Tag fehlte hierfür auch noch das Glück. So kratzte ein Innenverteidiger Türkspors einen Schuss von Elterlein für seinen geschlagenen Torhüter von der Linie (54.). Auch bei seinem zweiten Schussversuch hatte Elterlein Pech, als er nur die Latte traf (74.). In der Schlussphase hatten die letzten beiden Szenen Symbolcharakter: Zunächst verpasste es Biemann nach einem Querpass, das Spielgerät entscheidend zu klären und stoppte es stattdessen Güngür direkt vor die Füße, der ins leere Tor einschob (88.). Auf der Gegenseite traf Kreuz aus halblinker Position nur das Lattenkreuz (90.). Nach diesem blamablen Auftritt hat die SpVgg jedoch bald die Möglichkeit zur Wiedergutmachung, da bereits am Mittwoch der Rückrundenauftakt ansteht.ndö
Tore: 1:0 (3.) Sögütlü, 2:0 (8.) Sögütlü, 3:0 (29.) Jasarevic, 4:0 (47.) Köseoglu, 5:0 (88.) Güngür. SR: Tobias Fenkl. Zuschauer: 50.

Bezirksliga: FC Herzogenaurach – SV Schwaig 2:0 (1:0) – Der SV Schwaig musste beim Tabellenführer ran und verkaufte sich teuer. In einer ausgeglichenen, zunächst chancenarmen Halbzeit sorgte Schiedsrichter Holger Hofmann für Aufsehen. Bei einem Freistoß aus dem Halbfeld für Herzogenaurach unterbrach er das Spiel, zeigte zunächst Freistoß an und dann Elfmeter. Hofmann wollte einen Ellenbogenschlag von Dünfelder erkannt haben. Alle Proteste der Schwaiger halfen nichts, und die ebenfalls überraschten Gastgeber gingen durch Stübing in Führung. Schwaig brauchte etwas um sich von diesem Rückschlag zu erholen und hätte beinahe noch das 0:2 vor der Pause kassiert. Ein Distanzschuss klatschte an die Unterkante der Latte. Mit Beginn der zweiten Halbzeit startete auch Schwaigs stärkste Phase. Der nach seiner schweren Gesichtsverletzung zurückgekehrte Ramstöck zeigte, dass er das Fußballspielen nicht verlernt hat und schlenzte den Ball ebenfalls gegen die Querlatte. Anschließend folgte die größte Chance auf den Ausgleich. Waldmann legte im Fallen quer auf den frei vor dem Tor stehenden Riese, der Ball versprang aber leicht und Riese setzte den Ball aus drei Metern über das leere Tor. Herzogenaurach geriet jetzt ins Schwimmen, auch von Vopelius bot sich noch eine gute Gelegenheit. Frei vor dem Tor misslang dem Schwaiger jedoch die Ballverarbeitung und Herzogenaurach überstand Schwaigs Druckphase unbeschadet. In der 78. Minute nutzte Rockwell eine Nachlässigkeit von Schorr aus. Rockwell eroberte den Ball, passte nach außen auf Stübing, wurde postwendend in der Mitte wieder bedient und machte das 2:0. Trotzdem setzte Schwaig noch einmal alles auf eine Karte in der Schlussoffensive und spielte sich noch einige Male in den Strafraum. Herzogenaurach hätte in den letzten Minuten durch Konter den Endstand durchaus noch in die Höhe schrauben können, scheiterte aber einmal am Pfosten und spielte die anderen Gegenangriffe nicht ordentlich aus.
Tore: 1:0 (37./FE) Stübing; 2:0 (78.) Rockwell SR: Holger Hofmann Zuschauer: 110

Kreisliga: FC Ottensoos – SC Kühlenfels 5:0 (2:0) – Bei sehr starken Windböen und einem gut bespielbaren Platz bat der heimstarke FC Ottensoos den SC Kühlenfels zum Tanz. Dabei startete die Heimelf stark und nahm ab der ersten Spielminute das Heft des Handelns in die Hand. Die erste Torgelegenheit des Spiels gehörte dennoch den Gästen. In Minute 14 verschätzte sich Ottensoos Abwehrmann, so dass ein Kühlenfelser Angreifer frei durch war. Im Eins-gegen-Eins behielt Heimkeeper Königseder jedoch die Oberhand. Besser machte es nach 22 Minuten Maric auf der Gegenseite. Ein starkes Zusammenspiel zwischen Straußner und Schuhmann, der Maric in die Gasse schickte, schloss der Stürmer gekonnt zum 1:0 ab. Der SC Kühlenfels war nur kurz geschockt und kam seinerseits nach 25 Minuten zur nächsten Chance. Einen platzierten Flachschuss aus 18 Metern lenkte der starke Königseder mit einer Parade jedoch um den Pfosten. In der Folge kontrollierte Ottensoos das Spiel wieder nach Belieben und kam zu einigen sehenswerten Offensivaktionen. Acht Minuten vor dem Pausenpfiff erhöhten die Hausherren folgerichtig. Erneut hatte Heimakteur und „Man of the Match“ Peter Straußner einen klugen Gedanken und spielte den gestarteten Umbeer an. Dieser schob das Leder platziert ins Eck zur 2:0-Halbzeitführung.
Auch nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild. Die Strobel-Elf ließ durch Offensivfußball den Gast kaum zur Entfaltung kommen und erhöhte in Minute 56 gar auf 3:0. Diesmal hieß es Kreußel auf Straußner, Straußner auf Maric, Tor. Der schönste Treffer in Minute 70 sorgte zugleich für die Entscheidung. Straußner nahm sich aus 20 Metern ein Herz und versenkte die Kugel via Lattenunterkante im Netz. Den Schlusspunkt setzte Heinlein, der nach starker Vorarbeit vom eingewechselten Riedel nur noch zum 5:0-Endstand einschieben musste. Ottensoos Co-Trainer Karger sprach nach der Partie von einem „auch in dieser Höhe verdienten Sieg.“
Tore: 1:0 (22.) Maric, 2:0 (37.) Umbeer, 3:0 (56.) Maric, 4:0 (70.) Straußner, 5:0 (82.) Heinlein. Schiedrichter: Jorrick Schumacher. Zuschauer: 200.

Kreisliga: SK Lauf II – DJK Weingarts 1:4 (1:2) – Bereits nach elf Minuten klingelte es das erste Mal im Laufer Kasten. Nach einem Fehler im Aufbauspiel der Heimelf kamen die Gäste zum Abschluss. Diesen ließ Schlussmann von der Grün nach vorne abklatschen, so dass Erlwein via Grätsche auf 0:1 stellte. Die Larisch-Elf antwortete fünf Zeigerumdrehungen später. Ein starker Eckball von Reutter fand am zweiten Pfosten in Macher seinen Abnehmer, welcher humorlos unter die Latte einnickte. In der Folge waren die Gäste zwar ballbesitzend, die besseren Chancen verbuchten jedoch die Gastgeber. In Minute 30 beispielsweise, als Bürner aus 25 Metern abzog und nur haarscharf sein Ziel verfehlte. Zwei Minuten später dann fast ein Eigentor von Gästeakteur Haller, der nach einer Hereingabe jedoch neben das eigene Gehäuse klären konnten. Mit dem Halbzeitpfiff dann der Treffer des Tages aus der Kategorie „Tor des Monats“. Nach einem schwachen Freistoß in die Mauer bekamen die Gäste nach dem übermotivierten Einsatz von Laufs Hellwig erneut einen ruhenden Ball zugesprochen. Diesmal schnappte sich Friedel das Leder und versenkte es aus rund 27 Metern direkt im Winkel zum 1:2-Pausenstand.
Entsprechend geschockt kam der SK Lauf aus der Kabine und es dauerte nur acht Minuten, ehe Antes auf 1:3 erhöhte. Nach einem kuriosen Handspiel von Lebrecht, der nach einer Behandlungspause einen fair ins Aus gespielten Ball per Einwurf zuworfen bekam, zirkelte Antes den Ball aus eigentlich spitzem Winkel aufs kurze Eck. Der Laufer Schlussmann schien davon überrascht und konnte den Freistoß nicht abwehren. Die Vorentscheidung dann neun Minuten später. Diesmal unterlief die Hintermannschaft der Hausherren einen langen Ball der DJK. Kosel nahm den Ball mit und schloss einigermaßen schwach ins kurze Eck ab. Auch dieser Abschluss schien nicht unhaltbar. Von nun an zeigten die Laufer, dass sie es eigentlich besser können. Die letzten 20 Minuten rannte nämlich nur noch die Heimelf an, verpasste es aber den 2:4-Anschluss zu erzielen und so wieder spannung in die Partie zu bringen. Am Ende hieß es nicht zu unrecht 1:4 für die DJK Weingarts, die weiterhin auf Rang fünf der Kreisligatabelle verweilt.
Tore: 0:1 (11.) Erlwein, 1:1 (16.) Lebrecht, 1:2 (45.) Friedl, 1:3 (53.) Antes, 1:4 (62.) Kosel. Schiedsrichter: Harald Hartmann. Zuschauer: 80

Kreisklasse 4: FSV Weißenbrunn – SK Heuchling 4:1 (1:0)– Beide Mannschaften begegneten sich auf Augenhöhe, während Weißenbrunn etwas mehr Ballbesitz hatte, gehörte die erste Torchance den Gästen. Kress wurde gut in Szene gesetzt, scheiterte jedoch an Weißenbrunn Schlussmann Zeiß. Das 1:0 erzielte Scholz in der 28. Minute. Die Heuchlinger haderten mit einer Freistoßentscheidung im Mittelfeld, der Ball wurde schnell in den Strafraum geschlagen, per Kopf quergelegt und Scholz war zur Stelle. Im zweiten Durchgang zeigten beide Mannschaften konditionelle Schwierigkeiten und es gab nur wenig kontrollierten Spielaufbau. Beide Abwehrreihen hatten einige Zweikämpfe zu führen und rieben sich auf. In der 50. Minute wehrte Heuchlings Torwart Schepers einen Schuss von außerhalb des Strafraums ab, der Abpraller landete vor den Füßen von Weiß und dieser verwandelte direkt. Mit dem 0:2 begann Heuchlings stärkste Phase. Unter dem Druck wurde Callian im Strafraum gefoult und den fälligen Elfmeter verwandelte Kress. In den nächsten Minuten hatte Heuchling einige Torchancen zu verbuchen, unter anderem einen Lattenkracher von Kress. Weißenbrunn lauerte auf seine Chance und spielte die sich bietenden Konter clever aus. In der 75. Minute erzielte Scholz das 3:1 gegen aufgerückte Heuchlinger und in der 85. Minute gelang Scholz sein dritter Treffer der Partie mit dem 4:1.
Tore: 1:0 (28.) Scholz; 2:0 (50.) Weiß; 2:1 (65/FE) Kress; 3:1 (75. Scholz); 4:1 (85.) Scholz SR: Robert Lehner Zuschauer: 75

A-Klasse 5: Oberes Pegnitztal II – SpVgg Diepersdorf II 0:X – Spielabbruch – Ganz bitter erwischte es die Reserve des Oberen Pegnitztals im Spiel gegen Diepersdorf II. Das Sportliche rückte dabei komplett in den Hintergrund. Beim Stand von 0:1 bekam Diepersdorf einen Elfmeter zugesprochen. Diesen verwandelte Fahsl und beim Versuch den Strafstoß zu entschärfen verletzte sich Heimkeeper Kohl. Der Rettungshelikopter musste anrücken und Kohl wurde mit Verdacht auf Schlüsselbeinbruch abtransportiert. Nach rund 45 Minuten Unterbrechung wurde das Spiel fortgesetzt. In der 42. Spielminute folgte das nächste Unglück. Ersatztorhüter Detlef Seidler verletzte sich ebenfalls. Wohl schon bei einem Schuss wenige Minuten zuvor wurde sein Handgelenk in Mitleidenschaft gezogen, ein späterer Zweikampf bedeutete dann das Aus. Wohl ein gebrochenes Handgelenk und anschließende Kreislaufprobleme ließen den Rettungshelikopter ein zweites Mal anfliegen und ein Feldspieler musste zwischen die Pfosten. Im zweiten Durchgang stellte Treml schnell auf 0:3 und 0:4. Als sich dann auch noch ein Feldspieler der Gastgeber verletzte, traten diese an Schiedsrichter Czerney mit der Bitte das Spiel abzubrechen.
SR: Frank Czerney Zuschauer: 50.

N-Land Pegnitz-Zeitung
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