Keine Zweige über dem Gehweg

Stadt Lauf fordert Bürger zum Heckenstutzen auf

Wie hier in der Holzstraße in Heuchling zeigt die gezielte Aufforderung der Stadt, die Hecken bis zur Grundstücksgrenze zurück zu schneiden, Wirkung: Jahrelang standen hier die Thuja-Zweige verschiedener Grundstück weit in den Gehsteig hinein, jetzt ist der Fußweg fast auf ganzer Länge wieder auf voller Breite begehbar. | Foto: Fischer2018/01/heckenschnitt-lauf-1.jpg

LAUF — Die Stadt Lauf hat Ende vergangenen Jahres gezielt rund 200 Haus- und Grundstücksbesitzer aufgefordert, weit in Gehwege ragende Hecken zurück zu schneiden. Und wie man bei einem Spaziergang durch die Stadt sehen kann, zeigt diese dringende Bitte, versehen mit dem Hinweis auf mögliche weitere Maßnahmen, offensichtlich Wirkung.

In vielen Straßenzügen sind derzeit frisch gestutzte und zum Teil kräftig zurück geschnittene Hecken zu finden. An manchen Stellen musste auch tief in altes Holz geschnitten werden. Das ist ein Beweis dafür, dass die Triebe offensichtlich schon weit und schon länger über die Grundstücksgrenzen hinausragten. Sie stellten damit nicht nur ein Ärgernis für die Fußgänger auf den Gehwegen dar, sondern beeinträchtigten tatsächlich die Verkehrssicherheit. Wenn nämlich Fußgänger bei einer Begegnung beispielsweise gezwungen werden, auf die Straße auszuweichen oder wenn radelnden Kindern ein Heckenrosenzweig ins Gesicht schlägt.

Was nun zur Freude für die Passanten von der Stadt eingefordert wird, hat allerdings einzelne Haus- und Heckenbesitzer verärgert, wie eine Anfrage des FW-Stadtrats Andreas Tiedtke noch im alten Jahr zu Tage brachte. Er wollte wissen, ob die Aufforderung an die Bürger in dieser Form berechtigt sei, vor allem mit dem Hinweis darauf, dass die Stadt bei Nichtbeachtung weitere Maßnahmen ergreifen wird. Natürlich, so Tiedtke, verstehe er, dass die Stadt handeln müsse, wenn der halbe Gehweg zugewachsen sei, er bitte aber doch mit Augenmaß an die Sache heranzugehen und den Einzelfall zu betrachten. Weil, so seine Bedenken, wenn eine alte Hecke zu weit zurück geschnitten werden muss, sie möglicherweise dadurch eingehe.

Bauamtsleiterin Annette Nürnberger bestätigte, dass die Stadt das Heckenproblem tatsächlich verstärkt angegangen sei. Vor allem auch, wie Bürgermeister Benedikt Bisping anmerkte, weil dieses Problem jedes Jahr wieder ein Top-Thema bei den Bürgerversammlungen sei.

Selbstverständlich, so Nürnberger, sei die Stadt Lauf kulant, wenn es etwa um eine Fristverlängerung gehe und sogar Ortstermine würden den Bürgern angeboten. Grundsätzlich müsse sie ein großes Lob aussprechen. Die meisten Betroffenen hätten gut und verständnisvoll reagiert und die Hecken geschnitten.

Das Problem, so Nürnberger, sei zuletzt etwas zu locker gehandhabt worden. Deshalb wurden Bauhofmitarbeiter gebeten, verstärkt auf überbreite Hecken zu achten. Der betreffende Haushalt wurde dann über einen Zettel im Briefkasten darauf hingewiesen, das Problem zu beseitigen. Für Rückfragen wurde eine Telefonnummer angegeben. „Und nur wenn bis zu einer Nachkontrolle nichts passiert, dann erst kommt ein weiteres offizielles Schreiben aus dem Rathaus mit dem Hinweis auch auf ein mögliches Bußgeld“. Weil es im bayerischen Straßen- und Wegegesetz eben ganz unmissverständlich heißt: Gehwege müssen für Fußgänger und Radfahrer sicher und in voller Breite nutzbar sein.

N-Land Clemens Fischer
Clemens Fischer