Nach Brand in Eschenauer Asylunterkunft

Sorge um Sicherheit

Unter Atemschutz rückten die Feuerwehrleute in den ehemaligen Gasthof vor und brachten das Feuer schnell unter Kontrolle.
Unter Atemschutz rückten die Feuerwehrleute in den ehemaligen Gasthof vor und brachten das Feuer schnell unter Kontrolle. | Foto: Klaus-Dieter Schreiter2017/10/brand-eschenau-unterkunft-kds.jpg

ECKENTAL (ik/kds) – Glimpflich ist – wie berichtet – am Dienstagabend ein Brand im ersten Stock der Asylbewerberunterkunft im Zentrum des Eckentaler Ortsteils Eschenau ausgegangen. Die Frage, wie sicher das Gebäude ist, stellt sich trotzdem.

Kurz nach 20 Uhr war die Meldung bei der Leitstelle eingegangen, die sofort Großalarm gab. Die Gemeinschaftsunterkunft liegt mitten in der Eschenauer Hauptstraße, eingerahmt von alten Häusern. Beim Eintreffen der ersten Wehren drang bereits starker Rauch aus den Fenstern im ersten Obergeschoss des aus zwei getrennten Teilen bestehenden früheren Gasthofes. Dieser ist zur Zeit nicht voll belegt. Laut Landratsamt Erlangen-Höchstadt sind 44 Menschen in der auf 50 Menschen angelegten Unterkunft untergebracht, von denen am Dienstagabend nicht alle da waren.

20-Jähriger im Krankenhaus

Die Bewohner – die Polizei spricht von 36 – hatten das Anwesen bereits verlassen und sich auf der Straße versammelt.  Der gegenüberliegende Gasthof Krämer gewährte den Flüchtlingen, vorwiegend Familien mit Kleinkindern und Babys, spontan Unterschlupf. Dort wurden sie auch von Notärzten untersucht. Ein 20-jähriger Bewohner musste zur weiteren Untersuchung mit einer leichten Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus gebracht werden.

Laut Polizei dürfte auf dem Herd vergessenes Essen die Ursache für das Feuer gewesen sein. Die Küche, in der das Feuer ausbrach, ist vollständig ausgebrannt. An dem älteren Gebäudeteil ist ein Sachschaden entstanden, der nach Schätzungen der Polizei mindestens im mittleren fünfstelligen Bereich liegt.

Bürgermeisterin Ilse Dölle, die von der Feuerwehr Eschenau verständigt worden war und vor Ort die Verteilung der obdachlos gewordenen Menschen gemeinsam mit Landratsamt und Regierung koordinierte, sprach Einsatzkräften und Helfern ein dickes Lob aus. Sie hätten hervorragend zusammengearbeitet.

Marktgemeinderat war gegen Unterkunft

Das Thema Sicherheit in dem ehemaligen Gasthof „Schwane“, der 2015 zur Asylunterkunft wurde, ist mit dem Feuer allerdings wieder in den Blickpunkt gerückt. Bereits in der Genehmigungsphase hatte es im Bauausschuss des Eckentaler Marktgemeinderates ein klares Votum gegen die Zulassung des alten Hauses als Flüchtlingsunterkunft gegeben, weil das Gemäuer im Inneren in weiten Teilen mit Holz verkleidet und zudem sehr verwinkelt ist.

Das Landratsamt genehmigte die Unterkunft trotzdem. Allerdings wurden dem Besitzer Auflagen zur Nachrüstung gemacht, denen dieser auch nachkam. Unter anderem wurde ein zweiter Fluchtweg errichtet. Dennoch hatten Flüchtlingshelfer immer wieder Bedenken wegen der Sicherheit in der zwischenzeitlich sehr dicht belegten Unterkunft. Unter anderem gaben die engen Flure sowie eine Küche, die weder Dunstabzug noch Fenster besaß, und Probleme mit Ratten und Ungeziefer Grund zur Sorge.

Zuletzt hatte Grünen-Kreisrat Manfred Bachmayer eine Anfrage an die zuständige Sachgebietsleitung im Landratsamt in Sachen Brandschutz und Sicherheit gestellt. Anlass war die Unterbringung einer Familie mit Kleinkindern im Dachgeschoss des Hauses. Dort wurde ihm mitgeteilt, dass die Verantwortung beim Vermieter liege, da das Gebäude baurechtlich als Wohnungen beziehungsweise Mehrfamilienhaus und nicht als Asylbewerber-Wohnheim genehmigt sei. Man gehe aber davon aus, dass die Anforderungen erfüllt seien, weil ein Brandschutz- und Fluchtwegekonzept vorliege.

Keine Stellungnahme vom Landratsamt

Zu der Frage, ob die Flüchtlingsunterkunft in der Eschenauer Hauptstraße nun auf den Prüfstand kommt, zumal anderortens durch den Rückgang der Flüchtlingszahlen Kapazitäten frei sind, gab es seitens des Landratsamtes Erlangen-Höchstadt gestern keine Stellungnahme. Der Landkreis hat für das in der Hochphase der Flüchtlingswelle angemietete Objekt einen mehrjährigen Mietvertrag abgeschlossen.

Von den Flüchtlingen, so heißt es von Ehrenamtlichen, werde das Haus grundsätzlich gut angenommen.

N-Land Isabel Krieger
Isabel Krieger