Hirtentag in Hersbruck

Silbernes Patschjubiläum

Hermann Schmitt patschte, im Hintergrund (rechts neben ihm) Robert Ilg, Ingrid Pflaum und Landrat Armin Kroder. | Foto: Jürgen Ruppert2018/01/8696120.jpg

HERSBRUCK – „Seit 25 Joahr, des is fei woar, dou ich die Peitschn vorm Museum grachn loua“, sagte Hermann Schmitt in seinem Prolog. Das Knallen mit der fränkischen Ringelpeitsche hat er zu einem Markenzeichen des Hersbrucker Hirtentages vor und im Hirtenmuseum gemacht. Und so sorgte er auch heuer zusammen mit Thomas Geiger für einen lautstarken Beginn.

„Es ist das erste Fest im noch neuen, frischen Jahr“, begrüßte Bürgermeister Robert Ilg die vielen Besucher. Er ehrte Hermann Schmitt zum silbernen Jubiläum – auch weil dieser Wissen und Technik rund um das Patschen weitergibt, so etwa an seinen aktuellen Mitstreiter Thomas Geiger. Am Nachmittag erlebte das Hirtenmuseum einen Riesenansturm. Hauptattraktion war ein Kamel. Seelenruhig trug das Wüstenschiff im üblichen Passgang Alt wie Jung durch den Museumsgarten.

In den Räumen lockten Vorführungen und Mitmachangebote. So gab es Korbflechten „live“, Klöppeln bei Betty Halmich, Stricken und Spinnen. Bei Bernd Kriegisch konnten die Gäste einen Sonnenfänger aus Glas basteln. Martin Turner stellte geometrische Kunst vor und erläuterte, was Tetraeder mit James Bond zu tun haben.

An vielen Ständen gab es Waren, die alle Sinne ansprachen: Räucherfisch, Seifen, Lammfelle, Lippenpflege, Pinsel, Kosmetik aus Sheabutter, Liköre von der Beerenhexe, Kämme, Spiegel, Fluss-Steine und mehr. Das Team des Hirtenmuseums um Leiterin Ingrid Pflaum sorgte für kulinarische Leckerbissen von Hirten-Chili bis zum Wunschpunsch.

In einem Vortrag machte Rainer Wölfel mit seinen Zuhörern einen Streifzug durch die Hirtenkultur. Er erklärte allerlei Begriffe wie Anger, Hut, Espan, zählte Zusatzaufgaben der Hirten auf, machte auf die Bemalung der Schellenbögen aufmerksam und wies auf die Verbindung von Hopfenanbau und Viehhaltung hin. Die Stadtmusik, die Erbsenbodenmusikanten, Robert Vogel und Dudelsackspieler Alexander Remde untermalten den Tag mit zünftigen Klängen.

N-Land Jürgen Ruppert
Jürgen Ruppert