Gegner erheben Vorwürfe

Weiter Streit um Schwarzenbrucker Kläranlage

Die Verbandsversammlung des KZV hat beschlossen, in Schwarzenbruck eine neue Kläranlage für rund 24 Millionen Euro zu bauen. Das kritisieren seit geraumer Zeit die Mitglieder der Interessengemeinschaft KZV Schwarzachgruppe, die in einem Anschluss an das Nürnberger Klärwerk eine günstigere Alternative sehen. | Foto: Blinten2018/12/Schwarzenbruck-Klaeranlage.jpg

SCHWARZENBRUCK – Die Gegner eines Kläranlagen-Neubaus in Schwarzenbruck lassen nicht locker. Nachdem in der jüngsten Ausgabe des Schwarzenbrucker Mitteilungsblatts eine Stellungnahme der Kreisverwaltungsbehörde veröffentlicht wurde, die darlegt, dass eine Überleitung der Abwässer des Kanalzweckverbands (KZV) Schwarzachtal ins Nürnberger Klärwerk teurer werden wird, als der Neubau einer Kläranlage, gehen dessen Gegner erneut in die Offensive.

Der KZV habe von Anfang an keinerlei Interesse an einer Anbindung an das Nürnberger Kanalnetz gehabt, sagt Jürgen Hannewald von der Interessengemeinschaft KZV Schwarzachgruppe, die die Neubaupläne von Beginn an kritisch begleitet hat und dem Kanalzweckverband in erster Linie vorwirft, einen Anschluss an Nürnberg gar nicht geprüft zu haben.

Tatsächlich gab es vier Studien zur Lösung der Frage einer künftigen Abwasserentsorgung im Verbandsgebiet, keine davon befasste sich aber mit einem Anschluss der KZV-Abwässer ans Nürnberger Klärwerk.

Landratsamt bezieht Stellung

Außerdem wirft die Interessengemeinschaft dem KZV vor, gegen das Haushaltsrecht zu verstoßen, weil für die Behandlung der Abwässer nicht die wirtschaftlichste Lösung ermittelt wurde. Die ist nach Überzeugung der Neubau-Gegner eben der Anschluss an Nürnberg. Belastbare Zahlen gibt es freilich nicht.

Die Stadt Nürnberg weist darauf hin, dass es eine vergleichende Betrachtung der Investitions- und Betriebskosten für den Neubau einer Kläranlage bzw. Überleitung nach Nürnberg und Bau und Betrieb von Leitungssystem und Pumpenanlagen nie gegeben habe. „Wie kann der KZV daher behaupten, dass der Anschluss an Nürnberg erheblich teurer ist?“ fragt deshalb Hannewald.

Der KZV dagegen verweist auf Planunterlagen und Wirtschaftlichkeitsberechnungen, mit denen die Verbandsversammlung über die Alternative der Überleitung nach Nürnberg informiert wurde. Dazu nimmt das Landratsamt Stellung: Es habe sich gezeigt, dass durch die dabei entstehenden Neben- und Folgekosten langfristig gesehen die Kosten für einen Neubau deutlich überschritten würden. Verwiesen wird in diesem Zusammenhang auf hohe Investitionskosten für Druckleitungen und den Bau von Regenrückhaltebecken.

24 Millionen teurer Neubau

Alles in allem habe sich gezeigt, dass ein Überleiten der Abwässer aus dem Verbandsgebiet nach Nürnberg die teuerste Variante sei, um die Abwassersituation zu regeln, fasst die Stellungnahme des Landratsamts zusammen.

Das wiederum will die Interessengemeinschaft nicht akzeptieren. Sie wiederholt den Vorwurf, dass hier gegen das Haushaltsrecht verstoßen werde.

Finanzieren will der KZV den rund 24 Millionen teuren Neubau zu 50 Prozent über Beiträge der Immobilienbesitzer und zu 50 Prozent über Gebühren. Der Beitragssatz für die Grundflächen soll 19 Cent pro Quadratmeter, für die Geschossflächen 2,25 Euro pro Quadratmeter betragen.

Für ein 500 Quadratmeter großes Grundstück mit Gebäuden mit 300 Quadratmetern Geschossfläche müsste der Eigentümer dann 770 Euro zahlen. Ein 1500 Quadratmeter großes Grundstück mit 900 Quadratmetern Geschossfläche würde mit 2025 Euro zu Buche schlagen.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten