Spatenstich für neuen Schwarzenbrucker Kindergarten

Platz für 125 Kinder

Greifen bei der Grundsteinlegung zum Spaten (von links): Architekt Reinhard Graf, ASB-Geschäftsführer Tino Städtler, Evelyn Kittel-Kleigrewe vom Amt für Familie und Jugend, Bürgermeister Bernd Ernstberger, Jörg Maisel vom Bauunternehmen Maisel und Sebastian Legat, geschäftsführender Beamter im Schwarzenbrucker Rathaus. | Foto: Blinten2018/11/Schwarzenbruck-Kiga-Grundsteinlegung.jpg

SCHWARZENBRUCK – Spatenstich für den sechsten Kindergarten in der Gemeinde Schwarzenbruck: In Gsteinach entsteht eine sechsgruppige Einrichtung: für 25 Krippen-, 50 Kindergarten- und 50 Hortkinder. Rund vier Millionen Euro kostet das Projekt, über das sich der Gemeinderat heute in einer Sondersitzung noch einmal unterhält, weil es zu deutlichen Kostensteigerungen gekommen ist.

In der heutigen Sitzung befassen sich die Gemeinderatsmitglieder mit einer Streichliste. Insider gehen davon aus, dass man sich wahrscheinlich auf einen Kostenrahmen in Höhe von 400.000 Euro für die Außenanlagen einigen wird.

Bürgermeister Bernd Ernstberger peilt eine Eröffnung des neuen Gsteinacher Kindergartens im September 2019 an. Derzeit spricht nichts dagegen, dass der von Architekt Reinhard Graf gesetzte Zeitrahmen eingehalten werden kann. Dazu trage auch die gute Zusammenarbeit mit der beauftragten Firma Maisel bei, betonte der Rathauschef anlässlich der Grundsteinlegung.

Träger der neuen Einrichtung ist der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB). Dessen Geschäftsführer Tino Städtler äußerte sich erneut begeistert über die Situierung des Kindergartens. „Die gefällt mir sehr gut, es gibt im ganzen Landkreis keine weitere Einrichtung mit einer derart idealen Lage: naturnah und waldnah.“

„Mutig angegangen“

Evelyn Kittel-Kleigrewe vom Amt für Familie und Jugend des Landratsamtes lobte die Gemeinde Schwarzenbruck. Die sei das Projekt mutig angegangen und habe sich für eine außergewöhnliche Gebäudeform entschieden. Wie Städtler hob Kittel-Kleigrewe die besondere Lage der neuen Einrichtung direkt am Waldrand hervor, wo der Kindergarten auf einem rund 4000 Quadratmeter großen Grundstück der Gemeinde entsteht.

„Unsere Kinder brauchen Natur“, sagte die Ansprechpartnerin am Landratsamt in Sachen Kinderbetreuung. „Und die Gemeinde bietet Raum, Platz und Möglichkeiten für die Kinder.“ Der Arbeiter-Samariter-Bund, das betonte Kittel-Kleigrewe, sei ein perfekter Träger. „Wir haben mit dem ASB gute Erfahrungen gemacht.“

Die Zuschusslage ist bei dem Vier-Millionen-Euro-Projekt nicht schlecht, fasste Bürgermeister Bernd Ernstberger zusammen. Auch wenn die Kosten für die Außenanlagen höher ausfallen als zunächst veranschlagt, bleiben die Gesamtkosten im Rahmen. Im Landkreis veranschlagt man bei Kindergartenneubauten rund 650.000 Euro pro Gruppe. Evelyn Kittel-Kleigrewe relativierte deshalb auch die Kostensteigerung bei den Außenanlagen. Es gebe zwar viele tolle Kindergärten im Landkreis, aber nur ganz wenige tolle Gärten.

Eine geschwungene Brücke überspannt das Kindergartengebäude und führt zum dahinter liegenden Waldspielplatz. Für die Überspannung werden 140 Tonnen Stahl verbaut. | Foto: Archiv2018/11/Schwarzenbruck-Kiga.jpg

Hinter dem neuen Kindergarten entsteht unmittelbar am Waldrand ein Spielplatz, der für die Öffentlichkeit zugängig ist. Der Zugang überquert als Brücke das Kindergartengebäude und ist für die Öffentlichkeit passierbar. Geplant haben die neue Einrichtung die Architekten Reinhard Graf und Arndt Kellner, die zwischenzeitlich für die Planungen von rund 40 Kindergärten und Horten verantwortlich zeichnen. Landschaftsarchitekt Norman Riede plant die Außenanlagen.

Überraschung im September

In der Septembersitzung des Schwarzenbrucker Gemeinderats war der Tagesordnungspunkt Kindergarten noch der Aufreger, weil die Kostenplanung massiv von der Kostenschätzung abwich (wir berichteten). Wichtige Posten, wie die Arbeiten am Entwässerungskanal wurden schlicht vergessen, das Volumen des Regenwassers falsch geschätzt. Deshalb klaffte eine Lücke von 584.000 Euro.

„Mit dem Energieberater haben wir ein ernstes Wort geredet, der ist angezählt“, sagte Sebastian Legat als leitender Beamter im Rathaus den Gemeinderäten seinerzeit. Auf der heutigen Sondersitzung werden die Bürgervertreter darauf sicher zurückkommen. Um die Verkehrssituation im Wohngebiet rund um den Kindergarten zu entspannen, hat die Gemeinde die Möglichkeit geprüft, eventuell einen bestehenden Waldweg auszubauen, so dass die Einrichtung von der Rückseite angefahren werden könnte. Hier ist man aber noch nicht weiter gekommen. Ob eine Zufahrt über den Wald realisiert werden kann, ist weiterhin offen.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten