LfU: „Kein Grund zu Feinstaubmessungen“

Jetzt misst der Bürgermeister

Kein Grund, eine Feinstoffmessung durchzuführen, sieht das LfU nach der Abschätzung der Immissionsergebnisse auf der B8. | Foto: Gisa Spandler2017/12/ochenbruck-verkehr-1.jpg

SCHWARZENBRUCK – Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) hat sich in Sachen Feinstaubbelastung an der B8 bei der Gemeinde Schwarzenbruck gemeldet. Zur Abschätzung der Schadstoffbelastung an der Ortsdurchfahrt hat es Immissionsberechnungen unter Zugrundelegung der Emissionsfaktoren für Kraftfahrzeuge für das Jahr 2017 durchgeführt, weil die Gemeinde einen Antrag auf Feinstoffmessung gestellt hat. Der Behörde zufolge ergaben sich dabei allerdings Konzentrationswerte, die „deutlich unter den Grenzwerten“ liegen, so dass eine Messung nicht erforderlich sei. Bürgermeister Bernd Ernstberger will sich damit aber nicht zufrieden geben und strebt nun eigene Messungen an.

Zur Abschätzung der Schadstoffbelastung hat das Amt Immissionsberechnungen durchgeführt, bei denen die Emissionsfaktoren der Kraftfahrzeuge für das Jahr 2017 zu Grunde liegen. Für die Ermittlung der Vorbelastung wurden die Messwerte der Messstationen des Lufthygienischen Landesüberwachungssystems Bayern (LÜB) in Erlangen, Burgbernheim sowie Schwabach der Jahre 2014, 2015 und 2016 herangezogen. Diese Messstationen werden als „(vor-)städtische und ländlich-regionale Hintergrundstationen“ eingestuft. Folgende Vorbelastungswerte wurden für die Berechnung abgeleitet: a) Feinstaub (PM10): 18 μg/m³, b) Feinstaub (PM2,5): 11 μg/m³, c) Stickstoffdioxid (NO2): 18 μg/m³, d) Stickstoffmonoxid (NO): 7 μg/m³ und e) Ozon (O3): 46 μg/m³.

Als Beurteilungsort wurde der dichteste Bebauungsbereich in der Ortsdurchfahr herangezogen. Für die durchschnittliche Verkehrsstärke dienten Straßenverkehrszählungen von 2015 aus dem Bayerischen Straßeninformationssystem als Basis.

Dabei ging man von der durchschnittlichen täglichen Verkehrsstärke von 20 848 Fahrzeugen pro 24 Stunden aus, der Anteil schwerer Nutzfahrzeuge wurde mit 6,2 Prozent angesetzt, die mittlere Bebauungshöhe mit 12 Metern. Als Straßenbreite wurden 24 Meter angenommen, für die Durchlässigkeit der Bebauung („Porosität“) 52 Prozent.

„Grenzwerte nicht erreicht“

Bei den Messungen ergaben sich folgende Ergebnisse der Jahresmittelwerte: Bei Stickstoffdioxid liegt der Grenzwert bei 40 μg/m³, in der Regensburger Straße wurden im Mttel 37 μg/m³ gemessen, bei Feinstaub PM10 liegt der Grenzwert ebenfalls bei 40 μg/m³, in Ochenbruck wurden durchschmittlich nur 23 μg/m³ erreicht, und beim Feinstaub PM2,5 liegt die Grenze bei 25 μg/m³, in der Ortsdurchfahrt stellten die Fachleute 13 μg/m³ fest.

Im folgenden stellt die Behörde also fest: „Der seit dem 01.01.2010 gültige Grenzwert für Stickstoffdioxid (NO2) von 40 μg/m³ im Jahresmittel wird an der OD Regensburger Straße in der Gemeinde Schwarzenbruck nicht überschritten.

Der seit 01.01.2005 einzuhaltende Grenzwert für Feinstaub (PM10) von 40 μg/m³ im Jahresmittel wird an der Regensburger Straße nicht überschritten.“

Aufgrund dieser niedrigen Messzahlen könne man davon ausgehen, „dass der Grenzwert für Feinstaub (PM10) von 50 μg/m³ im Tagesmittel (in Verbindung mit 35 zulässigen Überschreitungen pro Kalenderjahr) nicht überschritten wird.“

Auch der seit dem 1. Januar 2015 gültige Grenzwert für Feinstaub (PM2,5) von 25 μg/m³ im Jahresmittel werde an der Regensburger Straße nicht überschritten. Die berechneten Konzentrationswerte von Feinstaub PM10 und Feinstaub PM2,5 liegen „deutlich unter den Grenzwerten“, heißt es in der Mitteilung des LfU. Abschließend wird um Verständnis gebeten, dass man dort für Feinstaubmessungen in der Gemeinde Schwarzenbruck „keine Veranlassung“ sieht.

Wenig begeistert von diesem Ergebnis zeigte sich gestern Bürgermeister Bernd Ernstberger. Er will sich nun ein eigenes Messgerät bauen lassen, mit dem er zeit- und ortsunabhängige eigenen Kontrollen durchführen wird.

Denn die Mittelwerte, so Ernstberger, können keine Auskunft darüber geben, wie stark und wie oft punktuell eben doch die Grenzwerte zu Spitzenlastzeiten überschritten werden.

Auch, dass für die Ausgangsschätzungen nur 20 848 Fahrzeuge pro Tag angenommen wurden, könne das Bild deutlich verfälschen, schließlich ergeben neuere Zählungen von über 24 000 Fahrzeuge pro 24 Stunden.

Zudem wird er sich auch ein Messgerät von einer Schwarzenbrucker Fachfirma ausleihen, um zusätzlich zu und unabhängig von den amtlichen Messungen eigene Werte eruieren zu können, damit er sich nicht ausschließlich auf die LfU-Resultate stützen muss.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler