Suche nach neuer Partnerfiliale läuft

Faktisch ohne Post

Die Postfiliale im Edeka in Ochenbruck hat geschlossen. Ein neuer Filialpartner für die 8300 Einwohner zählende Gemeinde ist noch nicht gefunden. | Foto: Blinten2017/02/post-schwarzenbruck1.jpg

SCHWARZENBRUCK – Zum ersten Oktober letzten Jahres erst hatte die Filiale der Deutschen Post im Edeka-Markt in Ochenbruck eröffnet. Nicht einmal ein halbes Jahr später stellt sie ihren Service ein. Edeka-Marktleiter Werner Hobl übergibt zum Ende des Monats seinen Supermarkt an einen Nachfolger und der möchte die Poststelle nicht übernehmen. Jetzt gilt es einen neuen Einzelhändler zu finden, der Filialpartner der Deutschen Post werden möchte.

Schwarzenbrucks Bürgermeister Bernd Ernstberger ist sehr daran gelegen, dass die 8300 Einwohner zählende Gemeinde schnell wieder eine eigene Post bekommt. Dass der neue Edeka-Pächter, Nachfolger von Werner Hobl, sie nicht übernehmen möchte, kann Ernstberger nachvollziehen. „Der Markt war nicht geeignet. Dort standen Postkunden am Schalter direkt neben den Kunden an der Supermarkt-Kasse. Diskretion war dort nicht möglich.

Ernstberger hätte die Poststelle gerne in einem leer stehenden Objekt untergebracht, etwa im ehemaligen Reisebüro, das wegen seiner Nähe zum Bahnhof attraktiv wäre. Da die Deutsche Post keine eigenen Postämter mehr betreibt, ist sie jedoch auf Partner im Handel angewiesen. Bundesweit arbeitet das Unternehmen mit rund 13.000 Partnerfilialen und etwa 15.000 DHL-Paketshops und Verkaufspunkten zusammen. Ein wenig ärgert den Bürgermeister das schon, denn „es wären Räume da, aber keine Mitarbeiter.“ Dass das Unternehmen Zeit braucht, einen neuen, geeigneten Partner zu finden, räumt er ein.

Partnerfiliale gesucht

Unsere Mitarbeiter sind zur Zeit vor Ort unterwegs und führen Gespräche mit potentiellen Partnern“, sagt Erwin Nier, Pressesprecher der Deutschen Post. Normalerweise habe man dafür drei Monate Zeit. Wenn, wie in diesem Fall der Filialbetreiber sein Kerngeschäft kurzfristig aufgibt, sei man umso mehr gefordert.

Ein Partner der Post braucht, laut Nier, zunächst einmal genügend Platz, einerseits im Verkaufsraum, um die gelbe Theke unterzubringen, andererseits einen Lagerraum. Dort müssen 60 bis 100 Pakete sicher aufbewahrt werden können, bis sie am Abend abgeholt werden. Parkmöglichkeiten sollten vorhanden sein.

Die Mitarbeiter bekommen eine Schulung und werden in der Anfangsphase von einem Betriebsmanager unterstützt, bis sie die Details und Sendungsstrukturen kennen“, erklärt Erwin Nier. Über eine Telefonhotline und online können sich Filialmitarbeiter auch weiterhin Hilfe holen und zudem Fort- und Weiterbildungen besuchen. Die Eröffnung einer Filiale mit eigenen Mitarbeitern sieht Nier als „Notlösung“. Nur noch drei solcher eigenbetriebenen Postämter gäbe es bundesweit: Eine im „Post Tower“ in Bonn, eine im Bundestag und die höchstgelegene Poststelle Deutschlands auf der Zugspitze.

N-Land Julia Hornung
Julia Hornung