Unfall am Bahnhof Ochenbruck

BBW-Schüler lebensgefährlich verletzt

Alarm am Ochenbrucker Bahnhof: Feuerwehrleute halfen dem Notarzt, den lebensgefährlich verletzten Jugendlichen aus dem Gleisbett zu bergen. | Foto: Endlein2017/12/Unfall-Bahnhof-Ochenbruck.jpg

OCHENBRUCK – Der am Sonntagabend im Ochenbrucker Bahnhof verunglückte 17-Jährige ist ein Schüler des Berufsbildungswerks (BBW) in Rummelsberg. Aus bislang ungeklärter Ursache stürzte der Jugendliche vom Bahnsteig, als ein Zug durchfuhr. Dabei wurde dem Jungen ein Bein abgetrennt. Zwei Männer eines Winterdienstes fanden den lebensgefährlich verletzten Schüler kurz darauf auf den Gleisen liegend und verständigten Notarzt und Polizei.

Bevor die Rettungskräfte dann eintrafen, kümmerte sich eine zufällig am Bahnhof anwesende Krankenschwester um den Schwerverletzten. Kurze Zeit später kam ein Mitarbeiter des BBW zum Unfallort.

Kräutermischung geraucht

Der als Betreuer im Berufsbildungswerk tätige Mann war auf der Suche nach dem 17-Jährigen, weil dieser zuvor mit Freunden im Wohnheim eine Kräutermischung geraucht hatte und dann weggelaufen war. Einer der Raucher, so die Information aus BBW-Schülerkreisen, hätte nach dem Konsum der Kräuter einen Kreislaufkollaps bekommen, deshalb habe man den Notarzt alarmieren müssen.

Keine Zeugen

Während der Notarzt sich dann im BBW-Wohnheim um den kollabierten Raucher kümmerte, geschah nur wenige hundert Meter weiter am Bahnsteig in Ochenbruck der Unfall.

Es gibt keine Augenzeugen, für die Polizei steht aber fest, dass der Jugendliche nicht absichtlich ins Gleisbett gesprungen ist. Wann der Schüler am Bahnsteig auftauchte, wohin er fahren wollte, all das ist unklar. Fest steht nur, dass er alleine war, als der Unfall geschah. Der Junge muss an der Bahnsteigkante das Gleichgewicht verloren haben, als der Zug durchfuhr und ist dann herabgestürzt. Der Lokführer hat von dem Unglück nichts bemerkt.

In der Vergangenheit hat es am Bahnhof in Ochenbruck immer wieder gefährliche Situationen gegeben. Der Bahnsteig ist Treffpunkt für viele Jugendliche aus Ochenbruck, Schwarzenbruck und Rummelsberg, von hier bricht man entweder nach Nürnberg oder Neumarkt auf oder man hängt einfach nur gemeinsam ab.

In den vergangenen Jahren hat sich auch der Schwarzenbrucker Gemeinderat wiederholt mit der Problematik befasst. Aus den Reihen des Gremiums wurde seinerzeit gefordert, den Bahnhof intensiver zu überwachen. Als Treffpunkt für Jugendliche jedenfalls, so die einhellige Meinung des Gemeinderats, ist der Bahnhof denkbar ungeeignet.

Feuerwehr am Unfallort

Der Notarzt rief am Sonntagabend die Schwarzenbrucker Feuerwehr zur Unterstützung herbei, deren Kameraden dann halfen, den lebensgefährlich verletzten Schüler aus dem Gleisbett zu bergen. Der Bahnverkehr wurde derweil in beide Richtungen gesperrt.

Die Bundespolizei hat zwischenzeitlich den Zug identifiziert, der den 17-Jährigen erfasste. Es handelt sich dabei um den Intercity 2027.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten