Röthenbach macht trotzdem auf, Lauf zögert heuer

Zu kalt zum Baden

Schwimmmeister Horst Schulz freut sich auf den Badeauftakt in Röthenbach am 1. Mai.Schwimmmeister Horst Schulz freut sich auf den Badeauftakt in Röthenbach am 1. Mai. | Foto: Kirchmayer2017/04/Freibad-Rothenbach-Schwimmmeister-Horst-Schulz.jpeg

LAUF/RÖTHENBACH/SCHNAITTACH/SCHWAIG — Wer ab 1. Mai, am kommenden Montag, im PZ-Gebiet unter freiem Himmel schwimmen gehen will, muss nach Röthenbach fahren, oder im frostigen Birkensee seine Runden drehen. Das beheizte Freibad in Lauf nämlich öffnet heuer erstmals nach vielen Jahren nicht am 1. Mai, sondern, vor allem auf Grund des Wetters und um Kosten zu sparen, frühestens Mitte des Monats. In Schnaittach wird nächste Woche entschieden, ob die Freibadsaison 2017 am 6. oder am 12. Mai eröffnet wird.

Temperaturen tagsüber bei drei  Grad plus, bei Schnee, Regen und Wolken. Wer denkt bei dem Wetter an einen Freibadbesuch? Die drei Einrichtungen im Verbreitungsgebiet der Pegnitz-Zeitung bereiten sich dennoch alle schon seit Wochen vor allem mit Reinigungsarbeitern auf den Beginn der Badesaison vor.

In Röthenbach etwa heißt die Devise heuer: Augen zu und durch! Das Freibad eröffnet wie geplant bereits am kommenden Montag, 1. Mai. Trotz der schlechten Wetterprognose über das Wochenende hinaus. „Man legt halt ein Datum fest und schaut, dass die Becken alle geputzt sind“, sagt Schwimmmeister Horst Schulz, der die Einrichtung seit 2011 leitet. Dass die Temperaturen am Montag nicht für den ganz großen Run auf die Liegeflächen sorgen werden, ficht ihn nicht an. „Da steckt man nicht drin. Macht man später auf, ist es vorher 14 Tage schön.“

Noch ist der 50-Jährige mit seinem Team aus drei Aufsichten, einem Gärtner, drei Kassenaufsichten und drei Reinigungskräften mit der Vorbereitung beschäftigt. Die größten Arbeiten sind aber längst geschafft. Die Becken – das 500 Kubikmeter große Nichtschwimmerbecken und das 2000 Kubikmeter fassende Schwimmerbecken – wurden dreimal geputzt, bevor das Wasser eingelassen wurde. Die Pflaster rund um die Becken wurden gereinigt, die Grünanlagen auf Vordermann gebracht. Nach wie vor dreht der vollautomatische Bodensauger in den Becken seine Runden. „Die Chemie fahren wir noch auf Minimum“, sagt Schulz – aus Kostengründen. Der nötige Chlorgehalt des Wassers wird erst rechtzeitig zum Montag auf 0,4 Milligramm pro Liter hochgefahren. Der Stoff tötet Bakterien und Viren ab, eine gewisse Konzentration ist in Bädern vorgeschrieben.

Schulz rechnet am Montag nur mit ganz hartgesottenen Schwimmern. Rund 13 Grad Celsius nur dürfte das Wasser am Montag haben. Erwärmt wird es in Röthenbach nur durch sogenannte Absorber – schwarze Schläuche, die bei Sonneneinstrahlung erhitzt werden und einen Teil des Wassers wärmer als zuvor ins Becken leiten. Ohne Sonne bleibt der Effekt aus. „Die Kampfschwimmer freuen sich auf die Eröffnung. Bei dem Wetter haben die das Becken für sich allein“, sagt Schulz und lacht.

Geändert hat sich in Röthenbach im Vergleich zum Vorjahr nichts – bis auf die Preise. Erwachsene zahlen für die Tageskarte jetzt 3,50 statt wie bisher 2,50 Euro, Kinder und Jugendliche 1,50 statt einen Euro. Die Dauerkarten kosten 37 (bisher: 25) Euro für Erwachsene und ermäßigt 20 Euro. „Wir haben ein riesiges Minus“, erklärt Gerhard Schopper, Leiter der Röthenbacher Hauptverwaltung, die erste Erhöhung seit 2011. Im Vergleich zu Nürnberg sei Röthenbach aber immer noch günstig.

In Schnaittach hat sich an den Preisen nichts getan, sie wurden im Vorjahr erhöht (Einzelkarten kosten drei Euro für Erwachsene und 1,70 Euro ermäßigt). Neu sind die 15 Mietkabinen, die Anfang Mai verlost werden (die PZ berichtete). Bisher gibt es genau 15 Interessenten. Die andere bauliche Änderung betrifft mehr die Mitarbeiter als die Gäste: Die Kasse wurde ums Eck verlegt. Das geschah aus Gründen der Arbeitssicherheit, so Jürgen Ertel vom Schnaittacher Bauhof. Die Brüstungshöhe am Fenster, das in Richtung Schwimmerbecken zeigt, ist mit 80 Zentimetern besser für die Mitarbeiter an der Kasse.

Auch Ismail Tarakci, der Leiter des Schnaittacher Freibads, und seine beiden Mitarbeiter hatten in den vergangenen Wochen mit Vorbereitungen alle Hände voll zu tun. Aber sie können sich mit dem Feinschliff noch etwas Zeit lassen, denn die Einrichtung öffnet frühestens am 6. Mai – und auch nur, „wenn es unerwartet schön wird“, so Bürgermeister Frank Pitterlein.

Ende März war das Schnaittacher Becken noch fast leer und wurde gereinigt. | Foto: Kirchmayer2017/04/Freibad-Schnaittach-leer.jpg

In Lauf müssen sich Freibadbesucher in diesem Jahr noch mindestens zwei Wochen gedulden. Und dies, obwohl hier die Möglichkeit besteht, das Wasser auf angenehme 23 Grad aufzuheizen und so ideale Bedingungen für Schwimmer zu schaffen. Vor allem aufgrund der kühlen Witterung und damit zusammenhängend um Heizkosten zu sparen, habe man sich entschieden, heuer später zu öffnen, so Benjamin Wallner von der Stadtverwaltung. Auf einen festen Termin wollte er sich gestern auf Nachfrage der Pegnitz-Zeitung nicht festlegen lassen „das hängt natürlich auch vom Wetter ab“.

Ganz praktisch wäre der 1. Mai als Termin in Lauf heuer auch gar nicht mehr zu halten. Das Schwimmerbecken ist zwar inzwischen fast ganz gefüllt, im Nichtschwimmerbecken allerdings herrscht noch gähnende Leere im Edelstahlrund. Und natürlich laufe auch die Gas-Heizung derzeit noch nicht, so Schwimmmeister Stefan Schenk. Diese werde erst wenige Tage vor dem Öffnungstermin hochgefahren.

Die Eintrittspreise in Lauf bleiben unverändert. So kostet die Tageskarte für einen Erwachsenen vier Euro, für Kinder und Jugendliche 1,70 Euro. Die Jahreskarte für Erwachsene kommt auf 50 Euro  und die Familienkarte für zwei Erwachsene und alle Kinder kostet 100 Euro.

Die neue Fachkraft Christl Sterr (links) im noch leeren Laufer Nichtschwimmerbecken, zusammen mit der bewährten Mitarbeiterin Moni Krois. Der Wasserpilz war gestern zum Fototermin ein perfekter Regenschirm. | Foto: Fischer2017/04/freibad-lauf-offnung-krois-sterr-pilz-1.jpg

Im Hallen-Freibad Pegnitzaue in Schwaig wird am Montag, 1. Mai, die Sommersaison traditionell mit einem Jazzfrühschoppen eröffnet. Von 11 bis 15 Uhr spielt das Happyday-Swingtett. Das Wetter spielt hier weniger eine Rolle, geschwommen wird in Schwaig ja nur in der Halle.

Auf ihre Kosten kommen Freiluftschwimmer dagegen schon seit dem Wochenende im Landkreissüden. Das „Feuchtasia“ in Feucht verspricht bei einer Wassertemperatur von 24 Grad ungetrübte Badefreuden dem Wetter zum Trotz.

N-Land Pegnitz-Zeitung
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