Behringersdorfer übernehmen Amberger Werk

Zapf breitet sich in Bayern aus

Das Behringersdorfer Werk an der rechten Pegnitztal-Bahnstrecke (unten im Luftbild) ist der Zapf-Hauptstandort.
Das Behringersdorfer Werk an der rechten Pegnitztal-Bahnstrecke (unten im Luftbild) ist der Zapf-Hauptstandort. | Foto: frankenluftbild.de/Stefan Harries2018/04/behringersd-zapf-FRANKENLUFTBILD-NEU.jpg

BEHRINGERSDORF — Bei der Zapf-Daigfuss-Gruppe gibt es große Veränderungen: Das Behringersdorfer Unternehmen Zapf KG hat die Mehrheit des Amberger Kalksandsteinwerks übernommen und will damit seine Marktposition in der Oberpfalz und in Niederbayern ausbauen. Außerdem wird Wolfgang Zapf zum Jahresende die Geschäftsführung der Zapfwerke verlassen.

Wolfgang Zapf will sich „neu orientieren“, wie er im Gespräch mit der Pegnitz-Zeitung sagt. Was das konkret heißt, lässt er auch auf Nachfrage hin offen. Nur so viel: Gesellschafter werde er weiterhin bleiben. Seinen Geschäftsführervertrag bei der Zapfwerke GmbH & Co. KG will er hingegen nur noch bis zum 31. Dezember 2018 wahrnehmen, wie das Behringersdorfer Unternehmen gestern mitteilte. Sein Bruder und Mitgeschäftsführer Hannes Zapf wird seine Aufgaben danach übernehmen. Die Zapfwerke-Gesellschaft führt die Standorte Behringersdorf, Feucht und Rangau.

Die Personalie geht einher mit einer Umstrukturierung der gesamten Zapf-Daigfuss-Gruppe: Zapf besitzt seit Januar dieses Jahres 78,6 Prozent des Kalksandsteinwerks Amberg. Bisher war die Holdinggesellschaft Zapf KG dort mit 34,7 Prozent beteiligt, nun ist sie alleiniger geschäftsführender Gesellschafter der – umbe­nannten – Zapf Kalksandsteinwerk Amberg GmbH & Co. KG. Das 1972 gegründete Amberger Werk gehörte zur Heidelberg-Cement-Gruppe, die ihre Kalksandsteinsparte abgestoßen hat – für die Behringersdorfer ein Glücksfall. „Außer uns gibt es jetzt noch drei Restgesellschafter“, sagt Hannes Zapf.

„Noch einfachere Strukturen“

Der Zukauf bringt strategische Vorteile: „Wir werden unsere Marktstellung in der Oberpfalz und in Niederbayern stärken“, sagt Zapf. Er freut sich über „noch einfachere Strukturen“. Das fängt schon bei einer gemeinsamen Preisliste an. Auch das Sortiment und die Verpackungseinheiten sollen vereinheitlicht werden.
Das bisherige Auslieferungslager in Neumarkt schloss Ende Februar 2018, diese Region will Zapf nun von Feucht aus beliefern.

Niedrige Transportkosten sind dem Geschäftsführer zufolge ein wichtiger Wettbewerbsfaktor. Deshalb will die Gruppe auch ihr Werk in Breitengüßbach ausbauen. Nach der Schließung des Kalksandsteinwerkes Dettelbach – dieser Standort gehörte ebenfalls den Heidelbergern – „sind wir das nächstgelegene Werk im Raum Würzburg“, so Zapf. Dass man nun „aus einer Hand“ Teile Unterfrankens und Niederbayerns sowie ganz Ober- und Mittelfranken und die Oberpfalz beliefern könne, „hat es so in unserer Firmengeschichte noch nie gegeben“.

Zapf ist nach eigenen Angaben der größte Kalksandsteinanbieter in Bayern und hat hier einen Marktanteil von etwa 50 Prozent. Die Zapf-Daig­fuss-Gruppe beschäftigt 150 Mitarbeiter und erzielte 2017 einen Umsatz von rund 25 Millionen Euro. Hannes Zapf rechnet bis 2022 mit einem Zuwachs von etwa 15 Prozent.

Schornstein wird abgetragen

Eine weitere Veränderung betrifft nur das Behringersdorfer Werk. Dessen Aushängeschild, der etwa 45 Meter hohe Kamin, muss abgetragen werden. Im Ortsbild wird er fehlen, seit 1899 ragte er weit über die anderen Gebäude hinaus. „Der Kamin ist nicht mehr standsicher“, sagt Zapf, außerdem sei er ohnehin überflüssig, „wir fahren seit Jahren mit Erdgas, nicht mehr mit Kohle oder Schweröl“. Die Bauarbeiten sollen kommende Woche beginnen. Stück für Stück wird der Schornstein binnen drei Wochen verschwinden.

N-Land Andreas Sichelstiel
Andreas Sichelstiel