Baubeginn in Schwaig

Spielplatz trotz Anwohner-Klage

Auf diesem Grundstück an der Max-Reger-Straße baut die Gemeinde Schwaig einen Spielplatz, zu dem auch eine kleine Skater-Fläche gehören soll. Anwohner fürchten Lärm und haben Klage eingereicht. | Foto: Buchner-Freiberger2017/03/spielplatz-max-reger-strasse-schwaig1.jpg

SCHWAIG — Mit der Fällung der Bäume haben in der Max-Reger-Straße in Schwaig die Vorarbeiten für den Bau eines Spielplatzes begonnen. Allerdings haben Anwohner beim Verwaltungsgericht in Ansbach Klage gegen das Projekt eingereicht.

Es war eine der häufigsten Anregungen in der Kinderbürgerversammlung: Die jungen Schwaiger wünschen sich einen zusätzlichen Spielplatz, möglichst mit einem Bereich zum Skaten. Nicht einfach für die Gemeinde, „denn wir haben schlicht keine Flächen, sind von allen Seiten eingeengt“, sagt Bürgermeisterin Ruth Thurner. Das einzige Grundstück, das sich anbot, ist in der Max-Reger-Straße, etwas zurückversetzt an einer Wendeschleife und in Sichtweite der Staatsstraße Richtung Röthenbach, die durch einen Waldstreifen abgeschirmt wird. In der Straße wohnen zahlreiche Familien mit Kindern, nur ein Stück entfernt liegt außerdem das große Neubaugebiet auf dem ehemaligen Brochier-Gelände.

Auf einer Fläche von 1900 Quadratmetern entsteht nun ein Spielplatz mit Schaukeln, einer barrierefreien Hangrutsche, für die extra ein Hügel modelliert wird sowie mit einem Baumhaus, um das herum sich Kletterelemente gruppieren. Integriert wird außerdem im nördlichen Bereich die „Aufwuchsfläche“, also ein Waldstück mit jungen Bäumen, wo Kinder zum Beispiel verstecken spielen können, wie stellvertretender Bauamtsleiter Schneider erklärt. Und dann wird noch eine „Multifunktionsfläche“ gebaut, auf der Fahrrad oder Bobbycar gefahren, aber eben auch geskatet werden kann.

Skater als Ärgernis?

Genau daran hat sich allerdings der Protest einiger Anwohner entzündet. Sie befürchten, dass der Platz zum Treffpunkt von Jugendlichen wird, die noch spät am Abend skaten. Tatsächlich sind aber auf der Fläche nur zwei kleinere Elemente geplant, „die höchstens für Skate-Anfänger interessant sind“, so Ruth Thurner. Auch wird das Areal nicht beleuchtet. Gespräche mit der Bürgermeisterin im Rathaus konnten die Nachbarn aber nicht von ihren Zweifeln abbringen: Die Eigentümergemeinschaft der angrenzenden drei Wohnblocks hat Klage vor dem Verwaltungsgericht in Ansbach gegen das Projekt eingereicht.

„Wir bauen jetzt natürlich auf eigenes Risiko“, räumt Bernhard Schneider ein. Man habe das Vorhaben aber trotz der anhängigen Klage nicht einstampfen wollen. Die Genehmigung durch das Landratsamt sei am 2. November erfolgt, drei Tage später sei die Klage eingegangen. Die Bäume auf dem Spielplatz-Areal mussten bis 28. Februar gefällt werden, sonst hätte die Gemeinde wieder bis 1. Oktober warten müssen. Bürgermeisterin Thurner geht aufgrund anderer Gerichtsbeschlüsse davon aus, dass die Anwohner sich mit ihrem Ansinnen in Ansbach nicht durchsetzen können. In gut einer Woche soll Baubeginn am Spielplatz sein, zunächst stehen das Entfernen der Wurzelstöcke und andere Erdarbeiten an.

N-Land Stefanie Buchner-Freiberger
Stefanie Buchner-Freiberger