Notausgang zum Rauchen zweckentfremdet

Raucher sorgen für dicke Luft im Schwaiger Bad

Der Freibereich im Schwaiger Bad. Im Hintergrund der Notausgang, durch den Raucher bisher nach draußen durften. Nach einer Beschwerde hat die Bürgermeister das Personal jetzt angewiesen, den Aschenbecher wegzuräumen. | Foto: PZ-Archiv2016/11/pegnitzaue-schwimmen-schwaig.jpg

SCHWAIG — Nach einer unschönen Auseinandersetzung im Schwaiger Hallenbad „Pegnitzaue“ dürfen Raucher künftig wohl nicht mehr durch den Notausgang in den Freibereich, um sich dort eine Zigarette anzuzünden. Bisher wurde das zumindest geduldet. 

Petra John ist aufgebracht. Seit Jahren sind sie und ihr Mann Stammgäste im Schwaiger Bad. Doch eines stört sie massiv: Schon öfter hat sie beobachtet, dass Raucher im Kleinkindbereich eine mit „Notausgang“ gekennzeichnete Tür öffnen, um draußen zu rauchen, wo auch ein Aschenbecher steht. „Selbst bei Schnee und Eiseskälte“, schreibt die Lauferin in einem Brief an die Pegnitz-Zeitung und an Schwaigs Bürgermeisterin Ruth Thurner. Als sie den Schwimmmeister in der Vergangenheit darauf angesprochen habe, dass Kinder sich doch erkälten könnten, wenn die Tür aufgemacht werde, sei die Antwort gewesen: „Was soll man da machen?“.

Vor kurzem eskalierte die Situation. Petra John war mit ihrer nassen fünfjährigen Enkeltocher im Hallenbad. Die Stühle mit ihren Handtüchern hatte sie direkt vor den Notausgang im Kleinkindbereich gestellt: „Natürlich war das nicht ganz in Ordnung, aber ich wollte meine Enkelin schützen, weil ich ja wusste, dass andernfalls wieder Leute rein und raus laufen“, räumt sie ein. Als dann tatsächlich zwei Frauen mit Zigaretten in der Hand nach draußen wollten, weigerte sich Petra John, sie durchzulassen. Mit dem Hinweis darauf, dass es sich um einen Notausgang handle und laut Schild „widerrechtliches Öffnen bestraft“ werde.

„Rücksicht und Toleranz“

Die beiden Raucherinnen holten die Schwimmmeisterin, die Petra John aufforderte, die Tür freizugeben. Man müsse doch „gegenseitige Rücksicht und Toleranz“ zeigen. „Als ich mich weigerte und argumentierte, dass hier kleine Kinder baden, forderte die Schwimmmeisterin uns auf, sofort das Haus zu verlassen“, berichtet die Lauferin, die anschließend ihre Sachen packte. Im Eingangsbereich sei die Angestellte zwar dann noch einmal auf sie zugekommen und habe sich darum bemüht, die angespannte Situation zu beruhigen. Auf Petra Johns Nachfrage, warum die Raucher denn nicht durch die Tür am Bistro nach draußen könnten, habe sie geantwortet, dass dies sicherheitsrechtlich bedenklich sei, weil sie im nicht abgeriegelten Freibereich in das abgelassene Kleinkindbecken fallen könnten.

Schwaigs Bürgermeisterin Ruth Thurner bedauert, dass die Situation an diesem Tag dermaßen aus dem Ruder lief. „Normalerweise versucht das Personal, auf die Raucher einzuwirken und es findet sich eine Lösung. Manche Raucher bleiben allerdings tatsächlich sehr hartnäckig“, hat Ruth Thurner nach Rücksprache mit dem Schwimmmeister erfahren. Sie selbst sei nach eigenem Bekunden „überrascht“ gewesen, dass Raucher den Notausgang im Kinderbereich nutzen. „Ich finde das nicht in Ordnung und habe darum gebeten, dass der Aschenbecher weggeräumt wird“, sagt die Bürgermeisterin. Als Nichtraucherin könne sie ohnehin nicht nachvollziehen, dass man während zwei, drei Stunden im Hallenbad zur Zigarette greifen muss.

Ausgewiesene Raucherbereiche gibt es auch in der Hersbrucker Fackelmann-Therme nicht. Hier verlassen Raucher ebenfalls durch eine Tür im Thermalbereich, die sich direkt zwischen den Liegen befindet, die Halle. Diese Tür benutzen aber auch die Schwimmmeister, um das Freibecken zu kontrollieren. Ärger wegen Zugluft gab es bisher nicht, wie Betriebsleiter Peter Zimmermann auf Nachfrage der Pegnitz-Zeitung erklärt, „die Tür schließt direkt hinter dem Gast“. Allerdings habe man manchmal das Problem, dass der Rauch über das Außenbecken zieht, wenn der Wind entsprechend steht.

Verbot in Lauf

Im Laufer Freibad hat das Rauchverbot, das mit Beginn der Saison im Mai eingeführt wurde, zu teils heftigen Reaktionen geführt. Nur noch im festgelegten Bereich auf einer Wiese dürfen sich Besucher hier selbst im Freien eine Kippe anstecken.

Die Stadt Lauf hat eine Umfrage unter Badegästen durchgeführt, „wir sind jetzt dabei, die 500 Zettel auszuwerten“, sagt Roland Schriefer von der Laufer Stadtverwaltung. Aus dem Hallenbad am Laufer Gymnasium, das ja auch öffentlich zugänglich sei, sei ihm das Raucher-Problem nicht bekannt.

N-Land Stefanie Buchner-Freiberger
Stefanie Buchner-Freiberger