Mit den Waffen einer Lady punkten

Sie weiß, wie frau sich formvollendet in der Geschäftswelt bewegt: Kommunikationsberaterin Friederike von der Marwitz hat darüber ein Buch geschrieben. Foto: Freiberger2010/12/13095_New_1293181568.jpg

SCHWAIG — Wenn es „frau“ beruflich weit bringen will, muss sie nicht „auf Mann“ machen. Ganz im Gegenteil – „Frau darf wieder Frau sein“, sagt die Schwaiger Kommunikationsberaterin Friederike von der Marwitz und hat zu diesem Thema das Buch „Lady in business“ geschrieben.

Friederike von der Marwitz ist selbst der Inbegriff einer klassischen Lady: In Kolumbien als Tochter adeliger schlesischer Flüchtlinge geboren, wurde sie im Elternhaus schon früh mit Stil- und Etikettefragen vertraut. Nach dem Abitur und dem Studium in Deutschland lebte sie mehrere Jahre in England, arbeitete fortan für Botschaften, Kammern und internationale Unternehmen, unter anderem in Argentinien, El Salvador und Mexiko, und machte sich vor fünf Jahren als Kommunikationstrainerin selbstständig.

Seitdem bringt die weltgewandte Referentin Mitarbeitern von großen Konzernen genauso wie hochrangigen Politikern die perfekten Umgangsformen bei, seien es nun die Tischmanieren in asiatischen Ländern, das angemessene Verhalten in der Oper oder den gefürchteten „Smalltalk“. Mit ihrem zweiten Mann lebt die Mutter zweier Kinder (ihr Sohn singt im Windsbacher Knabenchor) seit einiger Zeit in Schwaig.

Doch Stil und Etikette ist für Friederike von der Marwitz weit mehr als die richtige Besteckhaltung: „Ich möchte bei meiner Arbeit vor allem vermitteln, Respekt vor anderen Menschen zu haben, sie ernst zu nehmen, ihnen zuzuhören“. Bescheidenheit, Menschlichkeit, Nachhaltigkeit – das sind die Werte, die laut von der Marwitz in Zeiten des „big business“ wieder Einzug in die Führungsriegen der deutschen Wirtschaft halten müssen.

Dort trifft die 52-Jährige noch immer auf wenige Frauen. Und hat sich deshalb in ihrem Buch „Lady in Business“ ihre eigenen Gedanken gemacht, woran das liegt. „Frauen haben andere Antennen als Männer. Sie spüren Stimmungen viel eher, gehen sensibler auf Kunden ein“. Doch diese Stärke sei zugleich die größte weibliche Schwäche: „Wir übernehmen zu viele Rollen, wollen geliebt werden, und haben dadurch nicht die Kraft, auf Dauer im Haifischbecken zu überleben.“

Sich aber deshalb zu verbiegen, quasi zum „besseren Mann“ zu werden, sei der grundfalsche Ansatz. „Frauen dürfen heute wieder Frauen sein. Wir möchten wieder nett behandelt werden“, meint Friederike von der Marwitz. Da darf sich „frau“ auch in der Vorstandsetage ruhig schick kleiden und schminken, aber bitte nicht übertrieben. Denn: „Eine Lady hat Ausstrahlung, das gewisse Etwas, Stil und Chic. Einen forschen, entschlossenen Gang. Ist voller Energien, kraftvoll und mitreißend“, so von der Marwitz´ Definition einer „Lady“.

Benimm ist „in“

Die sollte sich aber natürlich nicht daneben benehmen und deshalb gibt die Etikette-Expertin der Leserin auch noch eine Reihe von Regeln á la Knigge mit an die Hand: Von der Kleiderwahl für die Cocktail-Party über die richtige Begrüßung bis hin zum unauffälligen Gebrauch des Taschentuchs. „Alte Hüte“ aus Omas Mottenkiste? Mitnichten, betont Friederike von der Marwitz. „Das Wissen um ganz einfache Benimmregeln geht heutzutage immer mehr verloren. Dabei steigert es das Selbstbewusstsein ungemein, wenn man weiß, wie man sich wo zu verhalten hat.“

Bei alledem sollte man (frau) jedoch man selbst bleiben. „Ich würde in China ja auch nicht bei Tisch rülpsen, nur weil es dort zum guten Ton gehört…“

Friederike von der Marwitz, „Lady in Business“; ISBN 978-3-00-033073-5. Internet: www.von-der-marwitz.de

N-Land Stefanie Buchner-Freiberger
Stefanie Buchner-Freiberger