Ab Mai wieder Schwimmen unter freiem Himmel

Endspurt zur Freibadsaison

Im Schnaittacher Bad wird das Becken gereinigt, bevor die Saison am 17. Mai starten kann2014/04/80919_FreibadSchnaittachVorbereitungus_New_1398440166.jpg

RÖTHENBACH/SCHNAITTACH/LAUF/SCHWAIG — Am 1. Mai wird im PZ-Gebiet die Freibadsaison eingeläutet. Dann öffnen die ersten Bäder. Auch wenn die Meteorologen für die kommenden Tage einen Wetterumbruch mit sinkenden Temperaturen und Schauern vorhersagen, laufen die Vorbereitungen in den Badeanstalten derzeit auf Hochtouren.

Die Becken sind gesäubert und mit Wasser gefüllt, der Rasen getrimmt: Das Laufer Freibad ist bereit für den Saisonstart am 1. Mai. Rund 100 000 Besucher strömen jedes Jahr in das Naturbad, das oft als eines der schönsten in Deutschland bezeichnet wurde.

Damit das so bleibt, wird in Lauf nicht nur Bestehendes verwaltet, sondern auch ständig nach Verbesserungpotenzial gesucht, erklärt Roland Schriefer von der Stadt. So wurden der Bereich der Umkleidekabinen umgebaut und neue Spinde angeschafft, zusätzliche Solarthermiemodule auf dem Dach sollen die Temperatur im Kinderbecken um drei Grad auf dann 24 bis 25 Grad erhöhen – im Schwimmerbecken bleibt es bei 21 bis 22 Grad. Für diese Investitionen sind im Haushalt knapp 60 000 Euro eingestellt.

Vor der nächsten Saison sollen dann die Duschen saniert und im Erdgeschoss des Gebäudes ein Unisex-Duschbereich geschaffen werden, erläutert Schriefer.

Auch beim Personal gibt es Veränderungen. Den Besuchern dürfte vor allem auffallen, dass Schwimmmeister Robert Stauber fehlt. Er wechselt nach 35 Jahren in Lauf als Betriebsleiter an das neue Altdorfer Hallenbad. Seine Position in Lauf übernimmt Stefan Schenk, der hier ebenfalls bereits seit 19 Jahren arbeitet. Neu ist Stefan Gressel, der derzeit seine Schwimmmeisterprüfungen ablegt.

Auch 2014 sollen wieder zusätzliche Veranstaltungen Besucher ins Freibad locken. Neben den Stadtmeisterschaften im Schwimmen sind dies ein Kinoabend, ein Sommernachtstanz und die „Bade Beats“. Termine stehen noch nicht fest, werden aber rechtzeitig bekannt gegeben.

Das Freibad der Stadt Röthenbach öffnet zwei Tage später, am Samstag, 3. Mai. Hier hat die Stadt über 50 000 Euro in die Hand genommen, für Pflasterarbeiten rund um das Kinderplanschbecken und das Schwimmerbecken, sowie eine Erweiterung des Pumpenschachts und zwei neu Pumpen, die das Abwasser aus der tiefer gelegenen WC-Anlage nach oben in den Kanal befördern. Zusätzlich wurde der Zugang zum Sportbecken verändert und großzügiger gestaltet, sagt Marina Petschak vom Stadtbauamt.

WM live im Röthenbacher Bad

Auch hier erwarten die Besucher – 2013 stürzten sich in Röthenbach 48 000 in die Fluten – neben den üblichen Angeboten einige Zusatzveranstaltungen. So ist beispielsweise geplant, WM-Spiele auf Großbildleinwand zu übertragen und ein Freibadfest zu feiern, nachdem die Veranstaltung 2013 buchstäblich ins Wasser gefallen war. Zusätzlich zum Aqua-Zumba wird nun auch Zumba-Fitness angeboten – die Kurse sind im Eintrittspreis enthalten – und ab Juni ist wieder jeden Dienstag Frühschwimmen ab 7 Uhr möglich.

Voller Betrieb in Schnaittach

In Schnaittach steht nun endlich –nach den baulichen und technischen Problemen der vergangenen Jahre – wieder das komplette Angebot des Freibads zur Verfügung. Dadurch erhofft man sich im Rathaus eine Erhöhung der Besucherzahl, die 2013 wegen der verspäteten Saisoneröffnung bei nur rund 16 000 lag. In den Jahren davor waren es knapp über 30 000. Die Eröffnung 2014 ist für Samstag, 17. Mai, geplant.

Im neuen Technikgebäude sind nun die Pumpen untergebracht, die dafür sorgen sollen, dass auch das Nichtschwimmerbecken permanent mit frischem Wasser versorgt wird. In dem alten Häuschen befinden sich die Filteranlagen. Derzeit werden die Becken gereinigt und kleinere Pflasterarbeiten erledigt. Im Rathaus ist man zuversichtlich, dass alles rechtzeitig fertig wird.

In Schwaig können die Besucher des Hallen- und Freibads Pegnitzaue den Außenbereich ab 1. Mai wieder nutzen. Zur Eröffnung findet von 11 bis 15 Uhr der schon traditionelle Jazzfrühschoppen statt – dieses Mal mit der Old Riverhouse Jazzband. Hier erwartet die Besucher ein Außenbecken mit Wasserkanal, Sprudelliegen, ein Kinderspielplatz, ein Ruhebereich und ein Kiosk.

Ein eigenes Freibad zu unterhalten, ist für alle Kommunen ein Luxus, den man sich bewusst leistet. Denn mit einer solchen Einrichtung lässt sich – anders als mit teuren Freizeit- und Spaßbädern – kein Gewinn erzielen. Im Gegenteil: Den rund 450 000 Euro, die das Laufer Bad jedes Jahr an Betriebs- und Personalkosten verursacht, stehen lediglich 120 000 Euro an Einnahmen aus Eintrittsgeldern gegenüber. Denn die Stadt will die Preise moderat halten: 3 Euro zahlt der Erwachsene hier für eine Tageskarte, Kinder und Jugendliche nur 1,30 Euro. Günstiger wird es mit einer Zehner- oder Dauerkarte.

Ein Freibad zu betreiben, ist immer ein Verlustgeschäft und trotzdem wichtig für die Stadt, erklärt Roland Schriefer: „Kein Bad zu haben wäre für eine Stadt wie Lauf ein Negativum.“ Das Bad sei ein wichtiger „weicher Standortfaktor“, der die Attraktivität der Kommune erhöht.

Auch in Schwaig wird jedes Jahr ein Minus erwirtschaftet – für die wohlhabende Gemeinde steht der Betrieb aber nicht in Frage. Das Bad sei ein wichtiger Service für die Bürger.

So sieht man das auch in Röthenbach, wo das Freibad jährlich ein Defizit von rund 300 000 Euro verursacht – Investitionen noch nicht eingerechnet. „Wir wollen auch weiterhin unsere sozialen Preise anbieten“, sagt Marina Petschak. Erwachsene zahlen hier am Tag 2,50 Euro, ermäßigte Karten gibt es für einen Euro. Hinzu kommen Kombikarten und Familienangebote, Vereine und Kinder im Ferienprogramm genießen freien Eintritt oder Vergünstigungen.

In Schnaittach müsse man sich dagegen gut überlegen, ob man sich den Luxus eines Freibads auf Dauer leisten will, sagt der scheidende Bürgermeister Georg Brandmüller. Vor der Sanierung schrieb das Bad jährlich ein Defizit von rund 100 000 Euro – für die Zeit danach fehlen Erfahrungswerte. Im Haushalt 2014 sind 552 000 Euro für das Freibad veranschlagt – allerdings inklusive der Zahlungen für das für die Sanierung aufgenommene Darlehen. Hinzu kommt, dass der Markt aus Sicherheitsgründen einen zusätzlichen Schwimmmeister einstellen muss. Die Preise bleiben trotzdem günstig: Erwachsene zahlen 2,50 Euro am Tag, Kinder 1,50 Euro.

N-Land Tina Chemnitz
Tina Chemnitz