Post-Probleme in Schwaig

Briefe blieben eine Woche liegen

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SCHWAIG — Etwa eine Woche lang hat die Post Haushalten im Schwaiger Musikerviertel keine Briefe zugestellt. Das Unternehmen begründet diese Tatsache mit einem „sehr erhöhten Krankenstand“.

Kontoauszüge blieben aus, Briefe von Kunden ließen auf sich warten und selbst die Fernsehzeitschrift kam nicht. Eine Woche lang hat Hans Blaschek (Name geändert) nach eigenen Angaben keine Post erhalten. Seinem Nachbarn ging es genauso. Für Blaschek ein unhaltbarer Zustand: Als Selbständiger ist er darauf angewiesen, dass die Zustellung von Geschäftunterlagen klappt. „Die Kunden sagen: Das habe ich schon vor einer Woche in die Post getan.“

„Wir tragen momentan nur Pakete und Geschäftspost aus“, habe ihm eine Zustellerin geantwortet, als das gelbe Postauto doch einmal im Musikviertel anhielt, berichtet der Schwaiger. Als Geschäft ist Blascheks kleines Büro nicht auf den ersten Blick zu erkennen, es befindet sich in seinem Wohnhaus.
Am Dienstag bekam er dann doch noch Post – die Briefe der vergangenen Woche, „das war ein ganzer Stapel, der muss irgendwo gelegen haben“.

Blaschek hatte zuvor bei dem Unternehmen interveniert. In der Postbank-Filiale am Laufer Plärrer konnte ihm zwar niemand weiterhelfen, aber er kam immerhin an eine Telefonnummer. Sein Anruf bei der Post hat offensichtlich gewirkt.

„Sehr erhöhter Krankenstand“

Klaus-Dieter Nawrath von der Pressestelle des Unternehmens bestätigt im Grundsatz die Probleme mit der Briefzustellung in Schwaig, auch wenn er sich nicht darauf festlegen will, ob manche Haushalte nun eine Woche oder doch kürzer ohne Briefe blieben. Nawrath: „Der Grund dafür war der sehr erhöhte Krankenstand.“ Die Grippewelle habe zu Ausfällen geführt, die so schnell nicht hätten ausgeglichen werden können, „aber jetzt läuft alles wieder normal“.

Der Pressesprecher kann nachvollziehen, dass das Ausbleiben von Briefen „ärgerlich für die Kunden“ ist, aber das käme nicht oft vor. Wer vergeblich auf den Zusteller wartet, dem rät Nawrath zu einem Anruf bei der Hotline (Telefonnummer 0228/3333112), „wir betreiben selbst keine Filialen mehr“.

Beschwerde bei der Netzagentur

Die sogenannte Post-Universaldienstleistungsverordnung (PUDLV) verpflichtet das Unternehmen übrigens auf Qualitätsstandards. Unter anderem gilt: „Die Zustellung hat mindestens einmal werktäglich zu erfolgen.“ Darüber wacht die Bundesnetzagentur, die allerdings feststellt: Die PUDLV gebe „dem einzelnen Bürger keinen eigenen (ggf. einklagbaren) Anspruch“. Blaschek will sich jetzt trotzdem bei der Bonner Behörde beschweren.

N-Land Andreas Sichelstiel
Andreas Sichelstiel