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125-jähriges Jubiläum im Weissen Ross

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„125 Jahre eine Familie in der fünften Generation als Gastwirte auf einem Haus findet man nicht sehr oft. Die Familie Bachmeier im Gasthof Weisses Ross in Behringersdorf hat diese Zeit in guten und schlechten Tagen durchgestanden und sie ist dabei, diese Tradition fortzusetzen.“

Mit diesen Worten beginnt die Chronik des bekannten Gasthauses mitten in Behringersdorf, die Landrat Armin Kroder im Rahmen der Jubiläumsfeiern vortrug.
Hier nun diese Chronik der Familie Bachmeier im Weissen Ross (das Gasthaus selbst ist schon älter) in komprimierter Form:

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Vor 125 Jahren waren die Bachmeiers noch Bauern. Die Familie lässt sich in den Kirchenbüchern von Leinburg, Schönberg und Röthenbach bis in das 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Nachdem die Zeiten für die Landwirtschaft schlecht waren, verkaufte Georg Bachmeier das „Bachmeier-Schlösschen“ in Röthenbach. 1886 heiratete er Margarete, die Tochter des „Kasper-Bauer“ Mausner, und 1892 kaufte er von seinem Schwiegervater das Wirtshaus zum „Weissen Ross“ in Behringersdorf.

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Dieses Wirtshaus war nach dem Dreißigjährigen Krieg, gebaut worden. Am 17. April 1738 machte der damalige Besitzer Georg Wild, „Christoff Tucherscher Unterthan und Wirt zu Bergnersdorf“, ein Baugesuch an das Sebalder Waldamt. Er will sein „freilauter eigen Wirtshaus“ vergrößern. Es wird ihm bewilligt und mit diesem Bau gibt er dem Haus die Form, die es bis 1928 behalten sollte.

Nach Georg Wild folgten viele Besitzer. Von 1813 bis 1892 waren es dreizehn. Aber je mehr es wurden, desto schlechter wurde der Zustand des Hauses.
Und so schrieb Georg Bachmeier nach dem Kauf des Hauses, das er für 28000 Gold Mark gekauft hatte, in sein Jahrbuch: „Haus und Geschäft sind in einem sehr schlechten Zustand.“ 1893 vermerkt er: „Die Wirtschaft bessert sich immer mehr.“ Auch in den folgenden Jahren schreibt er von guten Fortschritten. 1896 erwähnt er als geschäftsfördernd das Auftreten des Kiefernspanners im Wald zwischen Erlenstegen und Behringersdorf. Viele fremde Arbeiter kamen ins Dorf.
Er war ein vielseitiger Mann, der Urgroßvater des heutigen Wirts. 1907 wurde er zum Bürgermeister der Gemeinde gewählt. Damit begann er nun nicht nur Haus und Geschäft zu formen, sondern er drückte auch dem Dorf seinen Stempel auf, da er dieses Amt 21 Jahre innehatte.

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Das Wirtshaus wurde immer mehr zum Mittelpunkt des Orts, alle Vereine hatten ihr Stammlokal im „Weissen Ross“.
Es kam der Erste Weltkrieg. 1916 durften die Bierbrauer nur noch die Hälfte brauen. Damit bekamen die Wirte auch nur die Hälfte ihres Bierumsatzes. Wer zwei Gläser getrunken hatte, musste gehen. Georg Bachmeier sah diese Zeit sowohl als Wirt als auch als Bürgermeister. Er schrieb in seinem Jahrbuch die ganze Entwicklung genau auf. Eine Eintragung mag noch festgehalten werden; „Kirchweih 1923 zwei Tage Regen und Kälte, so daß man in der Wirtsstube einschüren musste“. Ein Liter Bier kostete 1700 Mark, eine Bratwurst im Weckler 1500 Mark.

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1919 hat Georg Bachmeier die Wirtschaft an seinen ältesten Sohn Konrad übergeben. Seine Frau, die Haselbauern-Kuni, lernte er in Nürnberg im Krokodil kennen. Er war Wirt mit Leib und Seele. Leider starb er nach nur vierjähriger Ehe 1923. Er hinterließ neben seiner Frau zwei Buben, den Hans und den Georg, der aber nur Schorsch genannt wurde. Die Witwe führte das Geschäft allein weiter. 1925 heiratete sie Hans Bachmeier, den Bruder ihres ersten Mannes. Damit blieb der Name Bachmeier weiter auf dem Anwesen.
Die Geschäfte gingen gut, bis der Zweite Weltkrieg ausbrach. Hans Bachmeier musste sofort einrücken, die beiden Buben mussten 1940 und 1941 zum Militär. 1942, nachdem Hans Bachmeier aus der Wehrmacht entlassen war, wurde er krank und starb.

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Wieder war die Bachmeiers Kuni allein. Das Geschäft ging schleppend. Der Bombenkrieg kam auch nach Behringersdorf. Zum Glück wurde das Haus nicht getroffen, 1945 brachte das Kriegsende neues Leben ins Haus. Amerikanische Soldaten waren die ersten Gäste. 1948 erst kehrte Schorsch, der beim Afrika-Korps in amerikanischer Gefangenschaft geraten war, in die Heimat zurück. Er, der gelernte Metzger, stürzte sich nun mit der Mutter in die Arbeit. Es wurde wieder geschlachtet, das Geschäft lief wieder gut.

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1950 heiratete Schorsch Lina Lehner aus Brunn. Sie war im „Tiefen Keller“ in Nürnberg als Köchin ausgebildet worden. 1953 starb Kuni Bachmeier. Ein neues Schlachthaus wurde gebaut und das Hinterhaus wurde als Gästehaus eingerichtet. 1954 wurde Sohn Hans geboren. Er legte seine Prüfung als Metzgermeister ab. 1978 heiratet Hans seine Jugendliebe Rosi. 1980 wurde Tochter Susanne, 1983 Sohn Michael und 1990 Tochter Eva geboren.

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1983 wagten Schorsch und Lina mit ihrem Sohn Hans und Schwiegertochter Rosi den vorerst letzten größeren Um- und Neubau. Die Hälfte des alten Hauses wurde abgerissen und dafür ein modernes Restaurant mit Hotelzimmern gebaut. 1989 legte Hans in Lindau am Bodensee die Prüfung zum Hotelfachmann ab, 1995 übergab Lina Bachmeier nach dem Tod ihres Mannes Schorsch das Geschäft ihrem Sohn, der den Betrieb mit seiner Frau Rosi weiter erfolgreich vergrößerte. 2003 erwarben sie die Nachbargaststätte „Schwarzer Adler“ und bauten sie zu Hotelzimmern und Tagungsräumen um.
2011 kam Sohn Michael, der nach seiner Kochlehre im Grand Hotel Nürnberg und achtjähriger Berufserfahrung in der Schweiz seinen Küchenmeister und Hotelfachmann in Heidelberg ablegte, zurück in den elterlichen Betrieb und ein Jahr später kam Michaels Freundin und heutige Frau Isabel Müller in das Hotel Restaurant Weisses Ross. Sie legte ihre Prüfung als Hotelbetriebswirtin auch in Heidelberg ab. Heute teilen sich Hans und Rosi die Arbeit im Betrieb, 2013 starb Lina Bachmeier im Alter von 84 Jahren.

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Junior Michael ist der Mann, der den Namen Bachmeier im „Weissen Ross“ hochhalten wird, denn die Weichen für die nächste Generation sind gestellt. Im September ist Nachwuchs im Anmarsch.

Aktuelles zum Weissen Ross erfahren Sie hier:

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