Nordschulareal

Schwaig will selbst bauen

Eigentlich sollte ein Investor auf dem Schwaiger Nordschulareal sozialen Wohnraum errichten. Doch weil dieser laut Gemeinde unerfüllbare Zugeständnisse forderte, möchte die Gemeinde nun selbst als Bauherrin auftreten. | Foto: PZ-Archiv/Brinek2018/08/nordschulareal-schwaig.jpg

SCHWAIG — Überraschende Entwicklung in Sachen Schwaiger Nordschulareal: Weil der potenzielle Investor Zugeständnisse forderte, die der Gemeinderat nicht mittragen konnte, hat das Gremium beschlossen, das laufende Verkaufsverfahren zu beenden. Die Gemeinde möchte auf dem Grundstück nun selbst sozial geförderten Wohnraum errichten.

Die Bebauung des Nordschulareals, sie scheint unter keinem guten Stern zu stehen. Von Anfang an waren die Pläne der Gemeinde, auf dem gut 2800 Quadratmeter großen Gelände mitten im Ort Wohnungen für sozial schwächere Menschen bauen zu lassen, umstritten. Anwohner fürchteten, es könne ein „Brennpunkt“ entstehen und die Verkehrs- und Parksituation im Wohngebiet könne durch den Neubau verschärft werden. Es folgten eine Sonderbürgerversammlung und Sondersitzungen, der Gemeinderat positionierte sich jedoch klar und hielt grundsätzlich an den Plänen fest (die PZ berichtete mehrfach).

Die Ausschreibung zum Verkauf des Grundstücks (genaugenommen handelt es sich um zwei Flächen) erfolgte im Sommer 2017. Zwar gab es laut geschäftsführendem Beamten Fabian Ebeling mehrere Interessenten, doch nur ein Bieter erfüllte die umfangreichen Kriterien, die die Gemeinde aufgestellt hatte. Dazu gehörten bauliche Voraussetzungen genauso wie Vorgaben zur optimalen Ausreizung der Flächen und die spätere Überlassung an die „Wohnberechtigten“. Demnach sollten zum Beispiel etwa 30 Wohnungen für ein bis sechs Personen entstehen und mindestens die Hälfte der Stellplätze in einer Tiefgarage untergebracht werden. Der ausgewählte Interessent habe zudem den höchsten Kaufpreis geboten, sagt Ebeling.

Keine Einigung

Doch in den vergangenen Monaten habe der mögliche Investor, der aus der Region stammt, wiederholt versucht, eine Lockerung der Ausschreibungsbedingungen zu erreichen, erklärt Ebeling. Um was es sich dabei konkret handelte, wollte der geschäftsführende Beamte gegenüber der PZ nicht sagen, doch es sei vor allem um einen Punkt gegangen, den der Gemeinderat allerdings für sehr wichtig erachtet habe. „Außerdem dürfen wir niemanden übervorteilen. Wenn wir dem Investor in diesem Punkt entgegengekommen wären, hätten wir im Nachhinein andere Bieter benachteiligt“, betont Fabian Ebeling.

Deshalb hat der Schwaiger Gemeinderat nun in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen, das Verkaufsverfahren abzubrechen. Da eine erneute Ausschreibung wenig Aussicht auf Erfolg hätte, so die Meinung des Gremiums, möchte man das Grundstück nun selbst bebauen und hier sozial geförderten Wohnraum errichten. Über das weitere Vorgehen soll „zeitnah“ beraten werden, heißt es in dem Beschluss. Schwaig verfügt bereits über eigene, zum Teil behindertengerechte Wohngebäude, die die Gemeinde zu günstigen Konditionen vermietet, allerdings handelt es sich hierbei nicht um Sozialwohnungen.

Bürgermeisterin Ruth Thurner ist derzeit im Urlaub und war deshalb für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

N-Land Stefanie Buchner-Freiberger
Stefanie Buchner-Freiberger