Jahresempfang mit Ehrungen

Schwaig blickt optimistisch nach vorn

Bürgermeisterin Ruth Thurner (rechts) begrüßt die geladenen Gäste, darunter die Ehrenbürger, der Landrat und die Bürgermeister der Nachbargemeinden. | Foto: Braun2018/05/schwaig-jahresempfang-schloss-rede-thurner.jpg

SCHWAIG — Den stimmungsvollen Rahmen des Jahresempfangs im Schloss nutze die Gemeinde Schwaig erneut, um verdiente Bürger zu ehren. Erste Bürgermeisterin Ruth Thurner ermutigte die Gäste, trotz turbulenter Zeiten ohne Angst und Vorurteile, sondern mit Humor und Gelassenheit durchs Leben zu gehen.

„Sind Sie Optimist oder Pessimist?“, fragte die Rathauschefin die zahlreich erschienenen geladenen Gäste, die im Saal Platz genommen hatten. Auf diese Frage musste ein jeder selbst seine Antwort finden, doch die Bürgermeisterin wollte zumindest einige Denkanstöße geben. Auf welcher Seite sie selbst steht, machte sie dabei klar. Sie gehöre nicht zu den Menschen, die glauben, die Welt sei aus den Fugen geraten. Sie vertrete vielmehr die Auffassung, „dass sie noch nie so richtig glatt und sauber verfugt war“.

Anstatt also mit Angst vor dem Unbekannten – dem Terror, den Fremden, den neuen Nachbarn – durchs Leben zu gehen, glaubt sie, dass Deutschland „ein gutes Stück fröhlicher Optimismus“, Humor und Gelassenheit gut täten. Schließlich seien die Zukunftsbedingungen in unserem Land, im zehnten Jahr des Aufschwungs nach der Finanzkrise 2008, gar nicht schlecht. Das Konjunkturbarometer zeigt weiter nach oben, die Wirtschaft wächst, die Steuereinnahmen sprudeln und die Arbeitslosenquote ist so niedrig wie lange nicht.

Dass trotzdem vielerorts Unbehagen und Unmut zu spüren sei, nutzen die Populisten im Land gnadenlos aus, so Thurner. Dem müsse man entgegentreten und handeln, auch wenn dies eine gewaltige Aufgabe sei, sagte sie und zitierte Helmut Schmidt: „Wo immer wir Angst begegnen, da müssen wir sie ernst nehmen, sie kann eingebildet oder eingeredet sein. Wir müssen sie verstehen; oder wir müssen Abhilfe schaffen“.

Schwaig geht es gut

In Schwaig jedenfalls gibt es jede Menge Grund zu Optimismus. Der Gemeinde geht es gut. Die wirtschaftliche Lage und die Steuereinnahmen lassen so manche Kommune in ganz Deutschland vor Neid erblassen. Trotzdem, betonte Ruth Thurner, stehe Schwaig vor einigen finanziellen Herausforderungen.

Die größte ist aktuell die Sanierung des Abwassersystems, die sich über zehn Jahre erstrecken und jährlich rund eine Million Euro kosten wird. Daneben habe die Gemeinde im vergangenen Jahrzehnt einen zweistelligen Millionenbetrag in Bildung und Kinderbetreuung gesteckt, von den Schulen über die Kitas bis zum Hort. Ständige Weg- und Zuzüge machten dabei die Raum- und Personalplanung äußerst schwierig.

Auch ansonsten investiert die Gemeinde viel für den Nachwuchs, ob bei der Neugestaltung der Spielplätze oder durch die Beteiligung an den Kosten für das marode Röthenbacher Schulschwimmbad.

Blick auf den Landkreis

Landrat Armin Kroder richtete den Blick anschließend auf das gesamte Nürnberger Land. Schwaig sehe sich, wie viele andere Kommunen, mit einigen Herausforderungen konfrontiert. Er nannte die schwierige Suche der Firmen nach qualifiziertem Personal oder den in Schwaig besonders ausgeprägten Mangel an Flächen für Wohn- und Gewerbegebiete. Andere Gemeinden hinkten zudem beim Ausbau des Breitband- und Mobilfunknetzes hinterher. Trotzdem sei der Landkreis dank der Nähe zu Nürnberg, guter Infrastruktur, schöner Landschaft und noch immer bezahlbaren Lebensbedingungen privilegiert, betonte er. Nur müsse man mit diesen Stärken mehr wuchern, statt sich in Bescheidenheit zu üben, wenn man im Wettbewerb mit anderen bestehen wolle.

Dass viele Dinge in Schwaig und im Landkreis so gut laufen, sei auch den zahlreichen Ehrenamtlichen zu verdanken, die sich in den verschiedensten Bereichen der Gesellschaft engagieren. Diese Arbeit könne man nicht genug loben, betonte Kroder, der den Ehrenamtlichen im Namen des Landkreises dankte. Dem schloss sich Thurner gerne an. Schließlich sei der Jahresempfang vor allem auch Gelegenheit, Ehrenamtliche in den Mittelpunkt zu stellen und „ihren wichtigen und wertvollen Einsatz und ihr beispielhaftes Verhalten“ zu honorieren.

Die Geehrten (v. l.): Andrea Ehrbar, Andrey Soloninkin, Doris Bassimir, Alexander Launer, Sabine Bärreis, Franziska Strauch, Yannick Klement, Bürgermeisterin Ruth Thurner, Jan Kolakowski, Thomas Büttner und Werner Pazin. | Foto: Braun2018/05/schwaig-jahresempfang-geehrte-schloss.jpg

So zum Beispiel die 22 Mitglieder des Schwaiger Lotsendienstes. „Seit 1996 stehen sie bei Wind und Wetter von 7.30 bis 8 Uhr draußen“, sagte Thurner. Tag für Tag machten diese „präventiven Schutzengel“ die Schwaiger Schulwege sicherer. Stellvertretend überreichte sie die Gemeindeplakette und Geschenke an Doris Bassimir und Andrea Ehrbar.

Geehrt wurden auch Thomas Büttner und Werner Pazin für 40 Jahre aktiven Feuerwehrdienst in Behringersdorf und Schwaig. Sie seien „verlässliche Vorbilder für Einsatzbereitschaft, Zuverlässigkeit, Zivilcourage und Kameradschaft für die Nachwuchskräfte, die wir dringend brauchen“, sagte Thurner.

Lob für die Volleyballer

Im sportlichen Bereich galt das Lob den Volleyballern des SV Schwaig um Hans-Peter Ehrbar, der „Seele und Motor“ (Thurner) der Abteilung sei, an diesem Abend aber nicht persönlich anwesend war. Für die 1. Damenmannschaft nahmen Kapitänin Sabine Bärreis, Franziska Strauch und Trainer Andrey Soloninkin die Ehrung entgegennehmen. Die Damen schafften in nur drei Jahren den Durchmarsch von der Bezirks- über die Landes- bis in die Bayernliga und damit den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte.

Auch die so erfolgreichen Herren wurden geehrt. Die 1. Mannschaft wurde zum zweiten Mal in Folge Vizemeister der 2. Bundesliga. Thurner lobte den Teamgeist und die Einsatzbereitschaft von Trainern, Spielern und Betreuern. Stellvertretend für das Team ehrte sie Alexander Launer und Co-Kapitän Yannick Klement.

Besonders hob die Bürgermeisterin Jan Kolakowski hervor, der mit der U-18-Nationalmannschaft der Volleyballer im April Europameister wurde. Trotz einer Verletzung vor dem Turnier habe der 17-Jährige sich durchgebissen und wurde als Stammspieler „ein Baustein des unerwarteten Erfolgs“, so Thurner.

Franziska Noß, die den Abend märchenhaft mit „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ von Karel Svoboda eröffnet hatte, spielte zum Abschluss eines ihrer stimmungsvollen selbst geschriebenen Stücke am Flügel. Danach ließen die Gäste den Abend im Schlosshof bei Häppchen, Getränken und guten Gesprächen ausklingen. 

N-Land Tina Braun
Tina Braun