Rückersdorfer Gemeinderat stimmt zu

Schutzwand gegen Jahrhunderthochwasser

Auf diesem Foto aus dem Jahr 2011 hat die Pegnitz bei Rückersdorf die Flussauen überschwemmt. Bei einem Jahrhunderthochwasser könnten sogar Teile des Orts überflutet werden. Das will die Gemeinde verhindern. | Foto: PZ-Archiv/Kohl2017/08/hochwasser-ruckersdorf-ko.jpg

RÜCKERSDORF — Um den Ort vor einem Jahrhunderthochwasser zu schützen, plant der Rückersdorfer Gemeinderat ein Hochwasserschutzkonzept. Eine Schutzwand soll von der Kirchgasse aus unterhalb des Bauhofs im Ernstfall die Wassermassen abhalten. Mit drei Gegenstimmen wurde die Planung einer Schutzwand und deren Verlauf beschlossen.

In der Gemeinderatssitzung Ende Juli wurde ein erstes Konzept des Ingenieurbüros Dr. Blasy & Dr. Øverland zum „Schutz vor einem hundertjährigen Hochwasser“ vorgestellt. Der überwiegende Teil der Häuser in Rückersdorf würde selbst bei einer so starken Überschwemmung verschont bleiben, so heißt es in der Planung. Der Grund: Sie liegen auf einer erhöhten Terrasse oberhalb des Hochwasserspiegels. Nur im Bereich des Bauhofs gibt es zu niedrige Geländehöhen. Bei einem Jahrhundert­hochwasser könnten deshalb Teile des Ortsgebiets von Wasser überflutet werden.

Von Kirch- bis Schlossgasse

Die Planung sieht eine Schutzwand vor. Diese führt von der Kirchgasse aus unterhalb des Bauhofs entlang und endet in etwa auf Höhe der Schlossgasse. Die Höhe der Wand variiert zwischen 70 Zentimetern und 2,20 Meter. Am niedrigsten ist sie im Bereich des Bauhofs. Am Ostrand senkt sich das Gelände ab. Dort ist sie am höchsten. Bei einem Hochwasser wird die Zufahrt zu den Feldern an den Flussauen mit Dammbalken verschlossen. Ansonsten sind diese ganz normal zugänglich.

Im Konzept ist daneben auch eine Rückstauklappe vorgesehen, die verhindern soll, dass das Wasser aus der Pegnitz in die Kanalisation drückt. Mit einem Pumpwerk, das unterirdisch im Bereich des Grüngutlagers des Bauhofs angelegt werden könnte, kann das Wasser in die Pegnitz zurück gepumpt werden. Dafür ist wegen der Lage der Kanalisation deutlich unterhalb des Hochwasserspiegels eine hohe Pumpleistung notwendig.

Die Kosten für das Projekt teilt sich Rückersdorf mit dem Freistaat. Würde das Konzept so umgesetzt werden, lägen die Kosten zum jetzigen Zeitpunkt bei 1,05 Millionen Euro. 400 000 Euro entfallen auf die Schutzwand und 550 000 Euro auf das Pumpwerk. 100 000 Euro sind für Unvorhergesehenes eingeplant. Im besten Fall könnte die Schutzwand bis Ende 2019 stehen, so die Einschätzung von Stefan Bertelmann vom Wasserwirtschaftsamt Nürnberg, der für das Nürnberger Land zuständig ist. Die Gemeinde müsste für die Baumaßnahme erst Grundstücksteile von Anwohnern kaufen.

Die Räte stimmten mit den Gegenstimmen von Andreas Ellner (RUW) und Hermann Frank und Karl-Josef Raab-Seibold (Grüne) für das Aufstellen einer Schutzwand zum Hochwasserschutz und deren Verlauf. Wie die Wand genau aussehen wird oder aus welchem Material sie ist, werde man in der weiteren Planung sehen, so Bürgermeister Manfred Hofmann in der Sitzung.

N-Land Anne Cichon
Anne Cichon