Warum schweigen die Männer?

Andrea Lipka als achtjähriges Mädchen bei der Premiere ihres neuen Stücks „Das Schweigen der Männer“ im „Tausendschön“ in Schnaittach. Foto: Müller2011/03/18545_New_1300722663.jpg

SCHNAITTACH — „Verständnis schaffen“ zwischen Mann und Frau will Andrea Lipka mit ihrem neuen Programm „Das Schweigen der Männer“, das im „Tausendschön“ in Schnaittach Premiere. Es hält einige Neuerungen bereit: Die Kabarettistin verzichtet in ihrer neuen Show fast komplett auf Dialekt und streut wissenschaftliche Erkenntnisse mit ein. Der Humor bleibt allerdings nicht auf der Strecke.

Die Männer hatten einiges zu schlucken, etwa bei der Erwähnung des „Faule-Ausreden-Sensors“. Denn dieser ist der einzige Gehirnbereich, der beim Mann auf die Frage „Kommst du heute Abend mit zur Party?“ aktiv wird. Den Marotten der Frauen brachte die Kabarettistin dagegen naturgemäß mehr Verständnis entgegen: Dass zu jedem Outfit die passenden Schuhe nötig sind und „Pfirsich“ eine Farbe ist, seien nun einmal feststehende Tatsachen.

Mit zahlreichen Rollenwechseln in überzeichnete Charaktere, die man doch irgendwie zu kennen glaubt, begeisterte Andrea Lipka ihr Publikum. So erklärt Eva, wie es wirklich zum Sündenfall kam – natürlich war Adam schuld. Ein achtjähriges Mädchen berichtet, dass die neuen Medien viel besser sind als langweilige Märchen. Außerdem lädt eine Reiseführerin zu einer vergnüglichen Tour durchs weibliche Gehirn ein. Und auch die fränkische Putzfrau Elfriede Rumpler, die natürlich ihren Dialekt behalten darf, gibt ein kleines Gastspiel und erklärt auf ihre Art, wie sich Intelligenz vererbt.

Humorvolle Songs, teils mit ernstem oder melancholischem Hintergrund, lockern das Programm auf. Die Musik dazu stammt von Robert Stephan aus Nürnberg. Das Bühnenbild hat Ralph Friedewald, Lipkas Mann, kunstvoll gestaltet: Neben den Bildern von Adam und Eva im Hintergrund verdeutlichen Lämpchen, die auf der ganzen Bühne verteilt sind, die verschiedenen Gehirnbereiche der Frau.

„Viel Herzblut“

„Die Anspannung war dieses Mal sehr groß“, erzählt Andrea Lipka nach der Premiere. Denn in diesem Stück steckt besonders „viel Herzblut“ und ein Hintergedanke: „Man streitet so oft in einer Partnerschaft, obwohl keiner etwas dafür kann“, erklärt Lipka. Daher will sie mit den vergnüglichen Szenen für gegenseitiges Verständnis in einer Partnerschaft werben. Und gerade wegen dieses Anspruchs war bei ihr die Spannung, ob das Programm vom Publikum angenommen wird, besonders groß. Aber schon an den zahlreichen Gratulanten nach der Aufführung war zu sehen, dass die Sorgen wohl umsonst waren.

Im April schon ausverkauft

Jetzt bleibt das Stück erstmal im festen Programm des „Tausendschön“. Einmal im Monat wird es zu sehen sein, im Mai zwei Mal, da die April-Vorführung schon ausverkauft ist.

Eine Antwort auf die Frage, warum die Männer schweigen, gibt die Kabarettistin übrigens auch: Auf der Stufe eines Steinzeitjägers stehen geblieben, dürfen die Männer gar nicht so viel reden, denn dies würde ja das Mammut verscheuchen. Und genau wie in grauer Vorzeit möchten die Männer heute noch am liebsten mit den Worten „Mammut tot“ nach der Arbeit nach Hause kommen und damit genug für den Abend geredet haben.

Geflügeltes Wort für Paare

Diese Erklärung, die schon während der Aufführung für große Heiterkeit sorgte, wird wohl bei einigen Paaren auch nach dem Stück ein geflügeltes Wort bleiben.

N-Land Alisa Müller
Alisa Müller