Zukunft des denkmalgeschützten Gebäudes ist gesichert

Raiffeisenbank kauft Schnaittacher Bahnhof

Optisch kein Aushängeschild für die Marktgemeinde und deshalb schon lange in der Diskussion: der Schnaittacher Bahnhof. Jetzt erwirbt die Laufer Raiffeisenbank das denkmalgeschützte Gebäude samt Grundstück.
Optisch kein Aushängeschild für die Marktgemeinde und deshalb schon lange in der Diskussion: der Schnaittacher Bahnhof. Jetzt erwirbt die Laufer Raiffeisenbank das denkmalgeschützte Gebäude samt Grundstück. | Foto: PZ-Archiv2017/05/Bahnhof-Schnaittach-vorne.jpg

SCHNAITTACH — Die fast unendliche Geschichte des Schnaittacher Bahnhofs scheint zum Ende zu kommen. Die Raiffeisenbank Lauf erwirbt von der Marktgemeinde das unter Denkmalschutz stehende Gebäude samt 1000-Quadratmeter-Grundstück. Entstehen soll hier eine personell deutlich aufgestockte neue Schnaittacher Filiale. Neben der Sanierung des Bahnhofgebäudes samt des ebenfalls denkmalgeschützten Holzanbaus will die „Raiffeisen Spar+Kreditbank“ nach unbestätigten Informationen auf dem Areal auch ein neues Gebäude errichten.

Als eine „Win-Win-Situation für die Raiffeisenbank und den Markt“ bezeichnet das Geldinstitut in einer Pressemitteilung den per Notarvertrag vereinbarten Kauf. Einstimmig hatte sich zuvor der Marktgemeinderat unter mehreren Bewerbern für den Bahnhof in einer nichtöffentlichen Sitzung für die Raiffeisenbank ausgesprochen.

Für die Genossenschaftsbank, die bisher mit vier Beschäftigten schon in der Ortsmitte Schnaittachs vertreten ist, sei die Investition „ein wichtiger Teil der künftigen strategischen Ausrichtung, die sowohl den Ausbau der digitalen Kontaktwege als auch die personelle Präsenz vor Ort mit der Verdopplung des Personals in Schnaittach vorsieht“, wird Vorstandsvorsitzender Thomas Geißdörfer in der Pressemitteilung zitiert.

Pitterlein: Streitthema ist vom Tisch

Schnaittachs Bürgermeister Frank Pitterlein ist mit dem neuen Investor sehr zufrieden. Nicht nur, weil jetzt ein emotionales Streitthema vom Tisch sei, das die Marktgemeinde im letzten Wahlkampf entzweit hatte, sondern vor allem, „weil wir einen verlässlichen, solventen Partner gefunden haben, dessen Investition den Standort Schnaittach stärkt und die Sanierung des Bahnhofs sicherstellt“. Schnaittach habe so für den alten Bahnhof langfristig eine städtebaulich ansprechende Lösung gefunden, kommentiert Pitterlein die Vereinbarung. Für ihn ist die „Raiba“ der „Wunschpartner“.

„Wir waren schon länger auf der Suche nach einem geeigneten Objekt in Schnaittach“, so Raiffeisen­sprecher Geißdörfer. Als geplanten Baubeginn nennt er das Jahr 2018. Zu erfahren war gestern noch nicht, wie es nach Bezug des Bahnhofs mit der bisherigen Raiffeisenfiliale in dem historischen Sandsteingebäude in der Nürnberger Straße weitergeht.

Eine Frage die zunächst wohl auch für Bürgermeister Pitterlein zweitrangig ist. Er freue sich jedenfalls sehr darüber, dass nun nach den vielen Diskussionen und Rückschlägen der vergangenen Jahre das Projekt alter Bahnhof zum ersten Mal in die Umsetzungsphase komme. Ein solcher Rückschlag war beispielsweise, dass  ein Investor wieder absprang, nachdem es im Marktgemeinderat Streit um die künftige Nutzung gegeben und die Bunte Liste gefordert hatte, dass der Markt den Bahnhof doch als Jugendtreff selbst betreiben müsse. Zu diesem Zeitpunkt stand das Gebäude noch nicht unter Denkmalschutz, es sollte deshalb neu in alter Form errichtet werden.

Im Gespräch war zwischenzeitlich auch eine museale Nutzung des Bahnhofs, der Schnaittacher Geschichtsverein zeigte sich interessiert. Komplett neu denken, so der Bürgermeister, musste man allerdings, als nach einem Artikel der Historikerin Ina Schönwald in der Pegnitz-Zeitung der Bahnhof tatsächlich unter Denkmalschutz gestellt wurde.

N-Land Clemens Fischer
Clemens Fischer