Festzug um 125-Jahr-Fest

Hedersdorf feiert seine Wehr

Um die Jubelwehr drehte sich an diesem langen Wochenende alles. | Foto: Schuster2018/05/feuerwehr-hedersdorf-feuerwehrfest-us-zug-jubelwehr.jpg

HEDERSDORF — Ein verlängertes Fest-Wochenende haben die Hedersdorfer anlässlich ihres 125. Feuerwehrjubiläums erlebt. Gestern zog ein langer Festzug mit über 80 Gruppen viele Gäste aus dem Umland in den Schnaittacher Ortsteil.

Die Festivitäten begannen bereits am Himmelfahrtstag. Hier mussten sich die Helfer rund um den Festausschuss zum ersten Mal bewähren. Der Andrang war riesig (die PZ berichtete). Am Freitag hielt Ministerpräsident Markus Söder die Festrede. Anschließend folgte der Bieranstich durch Bürgermeister Frank Pitterlein. Als beim ersten Schlag auf den Zapfhahn noch kein Gestensaft floss, musste er nachsetzen. Für Stimmung sorgten die Leutenbacher Musikanten mit Blasmusik bis in die Nacht.

Am Samstag zog eine Schauübung der Feuerwehren die Gäste zum Festplatz. Nachgestellt wurde ein Verkehrsunfall, bei dem ein Fahrzeug gegen einen Baum geprallt ist und der Fahrer sich Verletzungen zugezogen hat. Fachkundig kommentierte der Osternoher Kommandant Martin Decker den Ablauf der Arbeiten, die die Feuerwehren aus Schnaittach und Osternohe durchführten. Durch eine sogenannte große Seitenöffnung des Autos konnte der Fahrer – in diesem Fall eine lebensechte Puppe – gerettet werden.

Die Radler des SCR lockerten den vor allem von Feuerwehren geprägten Festzug auf. | Foto: Schuster2018/05/feuerwehr-festzug-scr-bike-kids-hedersdorf.jpg

An diesem Abend trat die Band „Members“ auf. Bis allerdings das
Publikum, welches das Festzelt nur etwa zu einem Drittel füllte, in Stimmung gekommen war, dauerte es. Die Food­trucks hatten zu dieser Zeit ihre fahrbaren Küchen schon geschlossen. Viele Truckbetreiber hatten ihre Umsatzerwartungen an diesem Tag nicht erreicht. Die ersten Tanzpaare kamen vom Dorfverein Germersberg. Bald standen die Gäste doch auf den Tischen.

Gottesdienst am Morgen

Der gestrige Jubiläumssonntag begann in aller Frühe mit dem musikalischen Weckruf im Dorf. Ein Festgottesdienst für die Feuerwehr mit Pfarrer Hans Eisend folgte bald darauf im Zelt. Kurz nach Mittag war die Aufregung in allen Ecken des Dorfs zu spüren. Fähnchen und große Fahnen schmückten den Weg des Festzugs, der über den Dorfplatz führte. Der Verkehr nahm von Minute zu Minute zu und insbesondere wer über den Bahnübergang nach Hedersdorf wollte und knapp dran war, hatte schnell ein Zeitproblem.

Die Aufstellung des Zugs fand auf der schmalen Verbindungsstraße im Tal vom Festplatz im Uhuweg nach Poppenhof statt. 82 teilnehmende Gruppen, darunter sechs Musikkapellen, brauchten Platz. So stellte sich die letzte Gruppe fast bei Poppenhof auf. Auf die Minute pünktlich setzte sich um 14 Uhr der Festzug in Bewegung. An der Spitze die Honorationen in drei Cabrios, welche mit dem Jubiläumsbanner, getragen von der Kinderfeuerwehr, begleitet wurde. Unmittelbar danach folgten die Vertreter der Kreisbrandinspektion zusammen mit denen aus der Politik – von der Bundesebene bis zum Marktrat.

Nun machten sich die Jubilare mit den Festdamen auf die rund eineinhalb Kilometer lange Rundstrecke. Mit dabei: eine Feuerwehrleiter der Jubelwehr, die von einem Bulldog gezogen wurde.

„Ein Festzug wie im Bilderbuch“

„Es war ein tolles Fest mit erstklassiger Organisation“, schwärmte einer der Zuschauer, der Germersberger Rentner Josef Steger, dessen Schwiegersohn und Enkelkinder auch Feuerwehrdienst leisten. Und damit traf er die Meinung sehr vieler Gäste. Die Musikkapellen waren ihnen zufolge gut platziert, es gab keinen Stau im Tross. „Ein Festzug wie im Bilderbuch“, sagte auch Holger Herrmann von der Kreisbrandinspektion.

Natürlich dominierten die Feuerwehren im Festzug, aber durch die kreativen Ideen der Vereine lockerte sich das Farbspiel der blauen Dienst­anzüge auf. Die Imker hatten einen überdimensionalen Bienenkorb gebaut. Der alte Feuerwehrleiterwagen, von zwei Pferden gezogen, erhielt genauso viel Applaus wie die Eisenbahn auf Rädern der IG Schnaittachtalbahn. Auf der Ehrentribüne, nahe der Mündung des Osternoher Bächleins in die Schnaittach, standen zur Abnahme und zum Gruß die Mandatsträger mit der Kreisbrand­inspektion. Danach ging es wieder zum Festplatz zurück, wo der Einzug mit wehenden Fahnen bei der Begrüßung der Festzuggruppen nicht enden wollte.

Das Organisationsteam um Karin Müller, Manuel Ficht, Thomas Britting und weiteren Ehrenamtlichen freute sich über dieses gelungene Jubiläumsfest – aber man sah ihnen am Ende deutlich die Erschöpfung an. Der musikalische Festausklang lag gestern bei der Stadtkapelle Cadolzburg.

Hier geht’s zur Bildergalerie vom Festzug.
Und hier geht’s zur Bildergalerie zum Festabend mit Ministerpräsident Söder.

N-Land Udo Schuster
Udo Schuster