Zahlen und Fakten zum Schulanfang

Durchschnitt: 20,9 Kinder pro Grundschulklasse

Scharf gerechnet wird bei der Klassenbildung und den Schülerzahlen jedes Jahr an Grund- wie an Mittelschulen.  Foto: thinkstockphotos. com/LuminaStock2015/09/ThinkstockPhotos-166671369-LuminaStock.jpg

NÜRNBERGER LAND — Für 1357 Erstklässer im Nürnberger Land beginnt in dieser Woche die Schulzeit, die Grund- und Mittelschulen im Landkreis besuchen insgesamt 8382 Kinder und Jugendliche. Wie groß sind die Klassen, gibt es ausreichend Unterrichtsstunden und was ist mit Ganztagesangeboten? Die wichtigsten Fakten zum Schulanfang hier im Überblick.

Schulsituation: Im Nürnberger Land gibt es weiterhin 28 Grund- und elf Mittelschulen sowie die private Montessorischule in Lauf. Gegenüber dem Vorjahr haben sich diese Zahlen nicht verändert. Aufgelöst wurden zuletzt die Mittelschulen im Hammerbachtal und in Hartmannshof, deren Schüler inzwischen nach Hersbruck pendeln. Die Grundschulen in Schwaig und Behringersdorf haben nur noch eine gemeinsame Schulleitung.

Schülerzahlen: 2015/2016 stieg die Zahl der Grundschüler von 5383 auf 5623. Die Mittelschulen im Landkreis besuchen insgesamt 2759 Kinder, auch das ist ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr.

Klassengrößen: Vor allem für kleinere Dorfschulen ist inzwischen nicht mehr die Höchst-, sondern die Untergrenze relevant. Laut Schulamt müssen mindestens 13 Kinder eine Grundschulklasse besuchen (Mittelschule: 15). Wo diese Zahl nicht erreicht wird, ist oft die Jahrgangsmischung die Lösung. Maximal dürfen 28 Grundschüler gleichzeitig unterrichtet werden. Die durchschnittliche Grundschulklasse im Nürnberger Land ist im Schuljahr 2015/2016 deutlich kleiner: 20,9 Kinder besuchen sie (Mittelschule: 19,2). Dennoch gibt es statistische Ausreißer: „Wir können nicht jedes Jahr jede beantragte Klasse genehmigen“, so das von Joachim Schnabel geleitete Schulamt in einer Pressemitteilung zum Schulanfang. Ein Problem sei vor allem, dass während der Ferien neu angemeldete Schüler zusätzlich in die bereits eingerichteten Klassen aufgenommen werden müssten.

Unterichtsstunden: Es gebe, sagt Schnabel, ausreichend Lehrer, um den normalen Unterricht durchzuführen. Das Schulamt, das seinen Sitz seit 2014 nicht mehr in Lauf, sondern in Feucht hat, teilt aber auch offen mit, dass „zusätzliche Wünsche der Schulen“ nur „in einem begrenzten Umfang“ berücksichtigt werden können. Das heißt: Für Arbeitsgemeinschaften, ob Schulgarten oder Fotokurs, reichen die Stunden meist nicht.

Integration und Inklusion: Eine besondere Herausforderung sind die bis zu 400 Kinder von Asylbewerbern, die in den regulären Schulbetrieb integriert werden müssen. Maximal ein Schuljahr soll das dauern, eingerichtet wurden dafür insgesamt 13 Übergangsklassen (die Pegnitz-Zeitung berichtete in der Dienstagsausgabe). Weiterhin auf Inklusion – also den gemeinsamen Schulbesuch von behinderten und nicht behinderten Kindern – spezialisiert ist die Heuchlinger Grundschule. 23 Lehrerstunden pro Woche stehen hier zusätzlich zur Verfügung. Da aber Inklusion alle Schulen betrifft, gibt es eine Beratungsstelle in Feucht, an die sich diese mit Fragen und Problemen wenden können.

Jahrgangsmischung: Inzwischen gibt es fünf Grundschulen im Nürnberger Land, die ausschließlich jahrgangskombinierte Klassen haben. Dazu gehören Ottensoos und die Forstersbergschule in Röthenbach. Dort werden Erst- und Zweitklässer sowie Dritt- und Viertklässer gemeinsam unterrichtet. Insgesamt 42 solcher Klassen existieren im Landkreis. Das Schulamt sieht diese nicht als Notlösung, sondern will, dass die Jahrgangsmischung bei Einführung auch dauerhaft und für alle Altersstufen angeboten wird. Die Montessorischule hat schon immer kombinierte Klassen, die dortigen Lerngruppen umfassen sogar Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 4.

Ganztagesangebote: An zehn Grund- und sechs Mittelschulen gibt es gebundene Ganztageszüge, und an zehn Mittelschulen offene Ganztagesbetreuung, die auch lediglich an einzelnen Tagen in Anspruch genommen werden kann.  

Vorbereitungsklassen: Seit diesem Schuljahr bieten zwei Mittelschul­standorte im Nürnberger Land – nämlich Röthenbach und Schnaittach – sogenannte 9+2- oder Vorbereitungsklassen an. Diese sind geeignet für Schüler, die nicht den M-Zug der Mittelschule besuchen, aber dennoch das Potenzial zur mittleren Reife haben. Die Lerninhalte der zehnten Jahrgangsstufe werden auf zwei Schuljahre aufgeteilt.  

Personalien: Der Posten der Rektorin an der Rückersdorfer Waldschule bleibt vakant bis zum nächsten Schuljahr. Sandra Lichtenstein war überraschend an die Nürnberger Bartholomäusschule gewechselt (die Pegnitz-Zeitung berichtete). Julia Brütting leitet die Schule derweil kommissarisch. Die Bertlein-Mittelschule hat eine neue Konrektorin: Elke Depser von der Röthenbacher Mittelschule folgt auf Konstanze Pirner, die nach Altdorf geht. Neu in Diepersdorf ist Konrektorin Carola Kanne, die bisher in Happurg Lehrerin war.

N-Land Tina Braun
Tina Braun