Feiern am „Rockers“

Neues von der Kultkirchweih

Wirt Markus Haas platziert das „Rockenmännla“ im Wirtshausbrunnen. | Foto: Brinek2018/08/kirchweih-rockenbrunn-rockenmannla-bri.jpg

ROCKENBRUNN — Bei der 34. Rockenbrunner Kirchweih ist in diesem Jahr einiges anders: Erstmals wird ausschließlich vor dem Gasthaus auf dem nagelneu gestalteten Gelände gefeiert, und nicht mehr innen. Aus Platzgründen, wie Wirt Markus Haas erklärt. Der Startschuss zur „Rockers-Kirwa“ fiel – wie schon vergangenes Jahr – bereits am Donnerstag. Ansonsten ist alles beim Alten: Gefeiert wird mit Speis und Trank, Musik, guter Stimmung und bewährten Traditionen.

Die Gäste staunten nicht schlecht, als sie am Donnerstagabend zur Eröffnung der „Rockers-Kirwa“ den Innenhof der Gaststätte betraten und gähnende Leere herrschte. Biertisch­garnituren, eine große Bühne sowie die Versorgungsstationen sind vor dem Wirtshaus auf dem von der Stadt Röthenbach frisch renovierten Vorplatz aufgebaut. Die Essens- und Getränkeausgabe auf der Gasthausseite, die Sitzplätze mit der Bühne gegenüber.

Wo ist das alte „Feeling“?

Die Straße dazwischen war zwar gesperrt, aber es fuhren trotzdem immer mal wieder Fahrzeuge durch. Manche Besucher störte das. „Uns fehlt einfach die Enge des Innenhofs, da war es so gemütlich und man fühlte sich irgendwie geborgen“, meinten einige. „Das war eben der ,Rockers‘“, sagte auch Bürgermeister Klaus Hacker: „Man ist im Innenhof zusammengerückt, hat sich vor dem Böllern die Ohren zu gehalten und nach dem Schießen prasselten die Reste des Schießpulvers auf uns nieder. Das hier ist zwar auch nicht schlecht, es fehlt aber erst mal das ,Rockers‘-Feeling.“

Doch Wirt Markus Haas hat sich dabei schon etwas gedacht. Platzprobleme im Innenbereich und die Tatsache, dass die Gäste früher auf drei Stationen verteilt waren, hatten ihn dazu bewegt, etwas Neues auszuprobieren. Deshalb habe er den ganzen Betrieb nun zentral nach draußen verlagert.

Einsingen und Einschießen

Ganz traditionell war dafür die Eröffnung, die auch vor dem Gasthaus stattfand: mit dem Einsingen durch die Sänger des Männergesangvereins Haimendorf, verstärkt durch Stimmen aus Leinburg und unter der bewährten Leitung von Anton Grüner, sowie dem Einschießen durch die Tell-Böllerschützen unter dem Kommando von Mandy Kick.

Die Leinburger Böllerschützen in Aktion. | Foto: Brinek2018/08/kirchweih-rockenbrunn-anschiessen-bri-e1534520745400.jpg

Während sich die Besucher noch die Vogelsuppe schmecken ließen, zapfte Bürgermeister Klaus Hacker das Kirchweihbierfass an. Nach drei gekonnten Schlägen floss der Gerstensaft und wurde unter anderem an die zahlreich anwesenden Ehrengäste verteilt.

Alte Tradition

Beim Aufstellen des „Rockenmännlas“ in der Mitte des Brunnens im Innenhof der Gastwirtschaft hatte Wirt Haas dann reichlich Publikum. Fast schon akrobatisch auf einer Leiter stehend platzierte er die Figur auf einem mit Blumen dekorierten Podest. In diesem Brunnen wurde früher der „Rocken“, also der Grundstoff für Flachs oder Leinen, gewaschen. Daran erinnern auch die Ortsnamen Rockenbrunn oder Leinburg und eben die Tradition des „Rockenmännla“.

Musikalisch sorgte die Band „Jam“ mit ihrem großen Repertoire von Rock‘n‘Roll über Tanzmusik bis hin zu Countrymusik für Stimmung und das alte „Rockers-Feeling“ stellte sich schnell wieder ein.

Am heutigen Samstag spielt ab 20 Uhr „Rokit“, der Festbetrieb startet um 17 Uhr mit Sau vom Spieß. „Aeroplane“ sorgen am Sonntag ab 19 Uhr für Unterhaltung, der Festbetrieb mit Spießbraten beginnt ab 12 Uhr. Am Montag steigt ab 10 Uhr der Frühschoppen mit Rolf Bayerlein, bevor am Abend ab 19 Uhr mit „Retail“ die Kirchweih ausklingt.

Hinweis: Besucher werden gebeten, ohne Auto anzureisen oder weiter entfernt zu parken, da es unmittelbar am Festplatz keine Parkmöglichkeiten gibt.

N-Land Hans Brinek
Hans Brinek