Künftig nur kühles Nass

Vermutlich wird der Warmbadetag im Röthenbacher Hallenbad schon bald verschoben, um mögliche Belastungen von Schülern im Schwimmunterricht auszuschließen.2011/03/17369_New_1299160563.jpg

RÖTHENBACH — Weil die Kreislaufprobleme mehrerer Röthenbacher Gymnasiasten nach dem Schwimmunterricht in der vergangenen Woche offensichtlich mit dem besonders warmen Wasser am Donnerstag im Hallenbad zusammenhängen, wird die Stadt Röthenbach den sogenannten „Warmbadetag“ wieder auf das Wochenende verlegen.

Der amtierende Bürgermeister Dieter Quast geht damit in die Offensive, um von vornherein möglichst alle Ursachen für ein Wiederholen der Vorfälle vom vergangenen Donnerstag im Geschwister-Scholl-Gymnasium auszuschließen. Auch wenn nach wie vor der konkrete Zusammenhang der Gesundheitsprobleme von Schülern mit dem Warmbadetag (vielleicht sogar gepaart mit leichten Infekten der Kinder) nicht bewiesen ist und wohl auch nicht bewiesen werden kann. Genau wie der von Medizinern vermutete „gruppendynamische Effekt“, der den Massenkollaps wohl noch förderte.

Ganz im Gegensatz zu einem möglichen technischen Defekt: Hier bestätigten sich nach dem Wochenende und bei weiteren Untersuchungen und Messungen durch die Stadt, das Gesundheitsamt und Spezialfirmen nur die ersten Ergebnisse. Dass nämlich technische Mängel im Röthenbacher Hallenbad ausgeschlossen werden können. Mängel, die etwa zu höheren Chlor- oder Schadstoffkonzentrationen in Luft oder Wasser hätten führen können. „Wir haben in den letzten Tagen alles dreifach getestet und eine Extrareinigung durchgeführt, um ganz auf Nummer sicher zu gehen“, so 2. Bürgermeister Quast.

Wie berichtet waren am vergangenen Donnerstag 15 Schüler von einem Großaufgebot an Sanitätern, Ärzten und Rettungswagen kurzzeitig in mehrere Krankenhäuser eingeliefert worden. Längst sind alle wieder wohlauf, das Röthenbacher Hallenbad ist wieder geöffnet und auch Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums besuchten es zum regulären Schwimmunterricht.

Gleichwohl bricht Schulleiter Hans Wittmann noch einmal eine Lanze für seine Schüler, die bestimmt nicht simuliert hätten, wie er in einem Schreiben an die PZ ausdrücklich betont. Niemals habe die Schulleitung, wie ein Leserbriefschreiber meinte, von einem „gruppendynamischen Prozess“ gesprochen. Im Gegenteil: Er habe selbst gesehen, dass es den Schülern erkennbar schlecht ging. Von einem möglichen Scherz zu sprechen, weist Wittmann deshalb mit Entschiedenheit zurück. Er kenne mehrere Schüler persönlich und ist sich sicher, dass die Beschwerden nicht erfunden waren.

Von Anfang an habe man die erkrankten Schüler ernst genommen und am Ende auch volles Vertrauen in die Diagnosen der Mediziner vor Ort gehabt. Ein großes Lob zollt der Schulleiter in diesem Zusammenhang dem Schulsanitätsdienst für die auch von den Rettungsprofis anerkannte „engagierte und wertvolle Erstversorgung vor Ort.“

N-Land Clemens Fischer
Clemens Fischer