„Zukunftswerkstatt“ in Röthenbach

Kaum Kritik am Jugendzentrum

Rund 700 Einladungen hatte die Stadt verschickt, am Ende kamen immerhin 90 Jugendliche ins Gemeindehaus am Eichenring – für die Kommune ist das ein Riesenerfolg. | Foto: KJR2017/03/rothenbach-zukunftswerkstatt-3.jpg

RÖTHENBACH — Nachdem der Röthenbacher Stadtrat im Juni 2016 das Aus für das Jugendzentrum in der Fischbachstraße beschlossen hat, denkt die Kommune über eine Neuausrichtung ihrer Jugendarbeit nach. Bei einer „Zukunftswerkstatt“ kamen jetzt die Betroffenen selbst, die 12- bis 18-Jährigen, zu Wort. Resultat könnten am Ende statt der Schließung sogar Investitionen in das Haus in der Fischbachstraße sein. Hebt der Stadtrat seinen Beschluss wieder auf?

Mit einem neuen Konzept, sagt Bürgermeister Klaus Hacker, „ist auch die Bereitschaft da, in das Jugendzentrum zu investieren“. Wichtig war die vom Kreisjugendring (KJR) organisierte „Zukunftswerkstatt“ aber vor allem als Signal: Rund 90 Jugendliche zeigten im Gemeindehaus am Eichenring, dass sie Interesse an kommunalen Angeboten haben. „Ein paar Jugendliche wollten sogar beim Renovieren mithelfen“, sagt Susanne Hofmann vom KJR. Die zuvor von einzelnen Stadträten geäußerte Befürchtung bewahrheitete sich nicht – das Gemeindehaus blieb nicht leer. Helmut Keller vom Jugendzentrum spricht stattdessen von einer intensiven Auseinandersetzung, die Lust der Workshop-Teilnehmer sei zu spüren gewesen.

Anders als bei der Debatte um die Schließung des Jugendzentrums im vergangenen Jahr äußerten die Jugendlichen auch kaum inhaltliche Kritik an der bisherigen Arbeit der Sozialpädagogen. Hofmann fasst zusammen: „Vor allem das Bauliche wurde bemängelt.“ Anders als Behringersdorf mit seinem Jugend­treff kann Röthenbach nicht mit einem schicken Neubau punkten. Das Anfang der Achtziger ins Leben gerufene Jugendzentrum ist in einem früheren Schulhaus untergebracht.

In vier bis sechs Wochen will der KJR eine schriftliche Zusammenfassung der „Zukunftswerkstatt“ vorlegen, dann ist erneut der Stadtrat an der Reihe. Der ursprüngliche Zeitplan, nachdem die Schließung möglichst bis Ende 2016 vollzogen sein sollte, ist ohnehin überholt.

Die „Zukunftswerkstatt“ ist ein Modell, dass der KJR landkreisweit anbietet. 2017 sind noch drei weitere Auflagen vorgesehen, die Orte dafür stehen noch nicht fest. Gedacht ist der Workshop als grundsätzliche Bestandsaufnahme. Dementsprechend ging es in Röthenbach um mehr als um das Jugendzentrum. Die 12- bis 18-Jährigen konnten an vier Stationen ihre Sorgen und Wünsche loswerden.

Dabei durfte auch „gesponnen“ werden. So kam etwa der Vorschlag, überall in der Stadt Musikboxen aufzustellen. Er wird wohl kaum Realität werden, aber durchaus denkbar sind regelmäßige Kinovorführungen. Auch das war eine Idee der Teilnehmer. Außerdem wünschten sich die Jugendlichen wieder eine Schwimmhalle, das sei, so Hofmann, „ein großes Thema“. Die Planungen für einen Neubau des wegen Einsturzgefahr geschlossenen Hallenbads laufen ohnehin (die Pegnitz-Zeitung berichtete).

N-Land Andreas Sichelstiel
Andreas Sichelstiel